Bitterer Kompromiss für Amsterdam: 31 Coffeeshops müssen schließen

Der folgende Text ist eine Übersetzung eines Essays von Hol van Schaik. Hier gehts zum Originaltext.

Artikelautor Nol van Schaik - Foto: Stefan Müller
Artikelautor Nol van Schaik – Foto: Stefan Müller

Bürgermeister Van der Laan tut es nun doch: Er setzt die Änderungen durch, die er mit Minister Opstelten ausgehandelt hat. Dafür bleibt Amsterdam der Wietpas erspart.

Von Anfang an war klar: Amsterdam wollte den Wietpas nicht. Und deshalb tat Amsterdams Bürgermeister Van der Laan alles, um nicht dem schlechten Beispiel Maastrichts folgen zu müssen. Es gab ein Gespräch zwischen Amsterdams Bürgermeister und Minister Opstelten. Nach diesem Gespräch war klar: In Amsterdam wird es den Wietpas nicht geben. Der Wietpas war allerdings nicht alles, was Opstelten forderte. Er bestand auf dem “Abstandskritierium”, bei dem Coffeeshops einen Mindestabstand zu Schulen einhalten müssen. Er vergrößerte diesen Abstand sogar noch, und das ohne ersichtlichen Grund auf 350 Meter.

Minister Opstelten jedoch scheint nicht zu begreifen, dass das Kontrollsystem der Coffeeshops gut funktioniert. Es ist überaus sicher, dass unter Achtzehnjährige nicht in die von der Schließung betroffenen Coffeeshops eingelassen wurden. Es gibt also überhaupt keinen Grund diese 31 Coffeeshops zu schließen. Hier werden Unternehmen und Arbeitsplätze zerstört, die jahrelang unter strengsten Regeln und Auflagen versucht haben erfolgreiche Arbeit zu verrichten.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 31 Coffeeshops regelmäßig jüngeren Personen Einlaß gewährt haben. Diese Coffeeshops hatten zugesichert, sich an das “J-Kriterium” zu halten, das den Zutritt von Jugendlichen in einen Coffeeshop regelt. So kann dieser Beschluss Van der Laans nur als ein Kompromiss zwischen ihm und Opstelten interpretiert werden.

In Haarlem bleibt das Abstandskriterium bei 150 Meter bestehen, auch nach Opsteltens Vergrößerung des Abstands bleibt das so. Der Grund ist einfach, denn die Coffeeshops sind selbst in der Lage, den Zutritt von Personen unter achtzehn Jahren zu kontrollieren. Alle Coffeeshops haben einen besonders gesicherten Eingangsbereich. Viele arbeiten mit einer Doppeltür, andere mit Videokamera und Türschalter. Der Bürgermeister und die Gemeinde Haarlem haben diese Systeme in das Gütesiegel “Keurmerk” aufgenommen. Auch Haarlems Bürgermeister Schneiders ist von der Einhaltung des Jugendschutzes mit der Keurmerk überzeugt, wie er hier erklärt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass das “Bulldog” und das “Grasshoppers” mit eigenem Türsteher arbeiten, der nur Personen über achtzehn Jahren Einlass gewährt. Manche Coffeeshops gehen sogar über den rechtlichen Rahmen hinaus, wenn sie freiwillig nur Personen über 21 Jahren Einlass gewähren.

Die geplannte Schließung dieser 31 Coffeeshops ist deshalb ein politischer “Kuhhandel” zwischen Minister Opstelten und Bürgermeister Van der Laan. Es hat nichts mit der öffentlichen Gesundheit oder dem Schutz junger Menschen zu tun. Mein Respekt für Bürgermeister Van der Laan ist dahin. Ich bin tief enttäuscht von diesem Mann.

Nol van Schaik.

 

Eli

Eli

Die Einführung des Wietpas hat mich dazu gebracht, mich für die niederländische Cannabispolitik zu interessieren. Ich komme aus dem mittleren Ruhrgebiet und bin wie so viele am Wochenende immer mal gern in die niederländischen Grenzstädte zu den Coffeeshops gefahren. Die negative Meinung gegenüber Cannabis ist ein Vorurteil, für dessen Abbau ich mich einsetzen möchte!
Eli