Trotz Verbot: Ausländer können weiter in Coffeeshops einkaufen

Ausländer können in 85 Prozent der Coffeeshops noch Cannabis erwerben, trotz des bundesweiten Verbots. Nach einem Bericht von Nicole Maalsté von der Universität Tilburg, kontrolliert die Mehrheit der Gemeinden das sogenannte ‘Einwohnerkriterium’ nicht.

Die meisten Gemeinden haben diese Regelung lediglich auf Druck aus Den Haag hin eingeführt, sagt Maalsté. In 23 von 103 Gemeinden mit Coffeeshops ist der Verkauf an Ausländer allerdings tatsächlich verboten. Diese befinden sich vor allem in den südlichen Provinzen.

34 Gemeinden haben das Einwohnerkriterium nicht in ihre lokale Coffeeshopregelung übernommen. Von den 69 die das getan haben, kontrollieren 46 es nicht.

Die Hauptgründe für die Kommunen die Maßnahmen nicht zu kontrollieren ist, dass der Verkauf von weichen Drogen an Ausländer keine Overlast verursacht. Oder weil kaum Ausländer in diese Coffeeshops kommen. So auch in Amersfoort (Provinz Utrecht):

“Diese Regelung ist das Ergebnis eines bundesweiten Problems. In Den Haag wurde diese Regelung entwickelt, um dem Drogentourismus in den Grenzgebieten Einhalt zu gebieten und jede Gemeinde musste diese Regelung obligatorisch übernehmen. Aber Amersfoort hat kein Drogentourismus”, sagt der Fraktionsvorsitzende der CDA in Amersfoort.

Aus der Untersuchung geht noch hervor, dass es bisher insgesamt sieben Mal eine Verletzung des Einwohnerkriteriums gegeben hat. Der Bericht kommt letztlich zu dem Ergebnis, dass die Gemeinden lokale Lösungen bevorzugen würden, um nicht an das Einwohnerkriterium gebunden zu sein.

Eli

Eli

Die Einführung des Wietpas hat mich dazu gebracht, mich für die niederländische Cannabispolitik zu interessieren. Ich komme aus dem mittleren Ruhrgebiet und bin wie so viele am Wochenende immer mal gern in die niederländischen Grenzstädte zu den Coffeeshops gefahren. Die negative Meinung gegenüber Cannabis ist ein Vorurteil, für dessen Abbau ich mich einsetzen möchte!
Eli