Positiver Zwischenbericht aus Eindhoven

Rob van Gijzel - CC BY 3.0, Foto: Boudewijn van Lieshout
Rob van Gijzel – CC BY 3.0, Foto: Boudewijn van Lieshout
Im Sommer wurde in Eindhoven (Nordbrabant) ein spannendes Experiment gestartet: Bürgermeister Rob van Gijzel (PvdA) setzte das I-Kriterium für einen vorgesehenen Testzeitraum von 6 Monaten aus und erlaubte den Coffeeshops wieder, Ausländer zu bedienen. Bereits kurze Zeit später berichteten die ersten niederländischen Medien über die Erfolge dieser Maßnahme: Die Straßendealer verschwanden und die gefürchtete “Overlast” durch den “Strom” an ausländischen Touristen blieb aus.

Jetzt wurde der erste offizielle Zwischenbericht veröffentlicht, der im Prinzip genau dies bestätigt: Die Straßenhändler sind verschwunden!

Dazu gab es Befragungen unter Anwohnern, Streifenpolizisten, Bezirksdirektoren und ansässigen Betrieben. Fazit: Alle sind zufrieden! Wer hätte das gedacht?

Befürchtungen, dass die Straßenhändler dann auf harte Drogen umsattelten trafen ebensowenig ein, wie ein übermäßiger Anstieg von “Drogentouristen”. Die Polizei hat positiv angemerkt, dass sich das Ganze personell sehr positiv ausgewirkt hätte und man mehr Kapazitäten für die Bekämpfung des Handels mit harten Drogen und anderen Verbrechen hätte.

Der Evaluierungszeitraum für den Modellversuch endet am 01. Januar. Sollte der Abschlussbericht zu einem ähnlichem Ergebnis kommen wie der Zwischenbericht, dann gibt es seitens der Gemeinde keinen Grund, das Experiment nicht zu verlängern. Unterschiedliche Medien sprechen dabei von einer Verlängerung von sechs oder zwölf Monaten.

Warum man nicht erwägt, das I-Kriterium per se wieder abzuschaffen ist mir unklar. Stattdessen werden weitere Überprüfungen gemacht, die letztendlich auch weitere Kosten verursachen, obwohl doch bereits jetzt die einhellige Meinung ist, dass das I-Kriterium nur Nachteile mit sich bringt. Aber warten wir mal ab, wie im Januar entschieden wird.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

Letzte Artikel von mobo (Alle anzeigen)