Tilburg lässt temporär Ausländer zu

Während in Limburg scheinbar ein ständiges Hin- und Her in Punkto Ausländerdiskriminierung in den Coffeeshops herrscht und sich die Gemeinden es sich des öfteren mal anders überlegen, wen sie in die Coffeeshops lassen und wen nicht, herrscht in Nordbrabant Stillstand. Die einzige rühmliche Ausnahme war Eindhoven, das letztes Jahr plötzlich wieder den Pfad der Tugend beschritten hat und das unsinnige I-Kriterium testweise abgeschafft hat. Doch davon abgesehen passiert nicht viel.

Bürgermeister Noordanus
Bürgermeister Noordanus

Doch jetzt gibt es in Tilburg endlich mal wieder frischen Wind. Zumindest ein laues Lüftchen, das gelegentlich den Duft der Freiheit in die Gemeinde mit knapp 212.000 Einwohnern bringt. Bürgermeister Peter Nordanus (PvdA) hat nämlich eine Initiative der D66 und der SP umgesetzt und gestattet ausländischen Gästen den Zugang zu den dortigen Coffeeshops. Und zwar den Besuchern der beiden Festivals Roadburn und Woo Hah!. Während das erste Festival bereits im April stattfand, die neue Regelung also erst im nächsten Jahr greifen wird, findet das Woo Hah! am 02.07. statt.

Ihr habt also bereits nächste Woche, vorerst einmalig in diesem Jahr, die Möglichkeit, einen Coffeeshop in Tilburg aufzusuchen! Dummerweise ist das Festival bereits ausverkauft.

Leider bereits ausverkauft...
Leider bereits ausverkauft…

Der Grund für diesen Schritt ist einfach: Beide Festivals ziehen viele internationale Besucher an, die zu einer gewissen Cannabis-Affinität tendieren. Dies weiß nicht nur die Stadtverwaltung, sondern eben auch die vielen Strassendealer, die sich auf vermehrten Besuch immer sehr freuen. Selbstverständlich haben die neben typischen Coffeeshopprodukten auch noch ganz andere Dinge im Sortiment… Daher hat man sich zu diesem Schritt entschlossen.

Die beiden Initiativparteien sind zufrieden mit ihrem Erfolg, hoffen allerdings, dass dass nur der erste Schritt in Richtung Abschaffung des I-Kriteriums an 364 Tagen im Jahr ist und schielen dabei 30km nach Osten, wo Eindhoven bislang auf eine erfolgreiche Testphase zurückblicken kann.

Der Beschluss konkretisiert leider nicht, ob der Zugang ausschließlich für Festivalbesucher genehmigt werden soll oder ob an den jeweiligen Tagen generell jeder Besucher in die Coffeeshops darf. Ich gehe davon aus, dass man nicht kontrollieren wird, ob der jeweilige Besucher tatsächlich auf dem Festival war.

Wer also mal sehen will, was die Coffeeshops in Tilburg so anbieten, kann dies also nächste Woche höchstwahrscheinlich tun. Die Coffeeshops dürften sich wohl auf gute Umsätze einstellen. Sie sollten dabei aber nicht vergessen, dass die 500g-Regel trotzdem noch gilt…

Falls jemand dort ist, freuen wir uns über Berichte!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de