Reif für die Insel – bald Coffeeshop auf Texel?

Wir alle wissen, dass legale/geduldete Cannabisabgabestellen ein wirksames Mittel gegen illegalen Strassenhandel sind. Jedem sollte aber auch klar sein, dass dies nur funktioniert, wenn das flächendeckend passiert und nicht nur beschränkt auf einige Regionen. Ansonsten führt dies zu einem “Drogentourismus” der je nach Betrachtungsweise mehr oder weniger neueProbleme mit sich bringt. Werden die Abgabestellen dann noch auf bestimmte Personengruppen beschränkt, wie es beim Wietpas/I-Criterium der Fall war bzw. ist, dann ist auch das Ziel der Bekämpfung des Strassenhandels passé. Das sind übrigens auch alles Gründe, weswegen ich persönlich glaube, dass hiesige Bestrebungen nach Modellprojekten wie z.B. in Berlin oder Düsseldorf niemals funktionieren werden. Ganz oder gar nicht – so lautet die Devise.

Come on Baby, light my fire – Bürgermeister Koen Schuiling

Erstaunlicherweise gibt es einige Politiker mit Weitblick, die das erkennen und wissen, dass Drogenpolitik nur funktioniert, wenn diese flächendeckend konzipiert ist. Einer dieser Politiker scheint der Bürgermeister von Den Helder, Koen Schuiling von der – man höre und staune – VVD zu sein. Ihm ist klar, dass die Tatsache, dass es in Den Helder (Nordholland) zwar drei Coffeeshops gibt, in der sehr großen Nachbargemeinde Hollands Kroon, sowie auf der beliebten Urlaubsinsel Texel aber keinen einzigen, zu Problemen führt. Inländischer Drogentourismus und Strassenhandel sind die logischen Konsequenzen dieser lokal begrenzten Null-Toleranz-Politik.

Michiel Uitdehaag

Daher hat sich Schuiling jetzt mit seinen Amtskollegen Michiel Uitdehaag (D66), Bürgermeister von Texel und Jaap Nawijn (VVD), Bürgermeister von Hollands Kroon, getroffen, um über die Coffeeshoppolitik zu sprechen. Dabei sprach er sich deutlich für die Lizenzierung von Coffeeshops aus.

Jaap Nawijn

Inwieweit Schuilings Bestrebungen, Coffeeshops in der gesamten Region zu eröffnen fruchten werden ist nicht klar. Auf Texel fährt man seit eh und je einen harten Kurs gegen Cannabis durch intensive Personenkontrollen auf den Fähren. Man möchte die Insel gerne “Drogenfrei” halten.

Trotzdem liegt das Thema erstmal auf dem Tisch und es könnte neue Bewegung in die Sache bringen.
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mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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