Staatswiet mit THC-Begrenzung?

Erst im Frühjahr sollen die Rahmenbedingungen zum Modellversuch über kontrollierten Cannabisanbau für die Coffeeshops abgesteckt werden, doch schon jetzt ist das Thema in vielen Gemeinden auf der politischen Tagesordnung. Der VOC hat nachgezählt und kommt auf 39 Gemeinden, die mindestens darüber nachdenken, sich für den Modellversuch zu bewerben.

Ein paar Details über den wahrscheinlichen Ablauf sickern schon durch: So sollen die 6-10 teilnehmenden Gemeinden alle vom selben Staatswiet beliefert werden und nicht, wie erhofft, jede Stadt eigene Anbaubetriebe lizenzieren können.

Jetzt haben sich bereits die ersten Gemeinden gemeldet und ihre eigenen Vorstellungen vom Staatswiet verkündet, was niederländische Cannabisfreunde erschaudern lässt: So wollen Utrecht, Breda, Terneuzen, Hengelo und Wageningen von vorne herein eine Begrenzung des THC-Wertes durchdrücken. Es wurde kein konkreter Wert genannt, aber die alte 15%-Grenze aus dem Innenministerium unter Ivo Opstelten winkt leise am Horizont.

Wenn diese Regelung dann doch noch eingeführt wird und durch die kontrollierte Produktion mit Zwangsabnahme für die Coffeeshops erzwungen wird, dann sehe ich schwarz für die Shops in den Gemeinden. Den Schwarzmarkt wird es freuen, denn er kann weiterhin (!) hochpotentes Gras verkaufen und hat den wichtigsten Konkurrenten, den Coffeeshop, ohne Mühe überholt. Ausgerechnet mit Hilfe des Staates, der die Institution des Coffeeshops ursprünglich mal geschaffen hat, um den Schwarzmarkt auszuhebeln. Welch Ironie der Geschichte.

Die Argumente für den Grenzwert sind dieselben wie eh und je, ich erspare mir mal, sie erneut runterzuleiern. Wir alle wissen, dass sie Schwachsinn sind. Seine Dosierung regelt man nun mal über die Menge, die man raucht. Ist das Gras zu schwach, raucht man mehr, so einfach ist das. Eine Erkenntnis, die so mancher Politiker offensichtlich noch nicht hatte.

Man darf gespannt sein, wie sich der Modellversuch tatsächlich gestalten wird. Im Frühjahr wissen wir mehr.

Wollen wir doch mal hoffen, dass wenigstens die Begleitstudie nicht manipuliert wird, denn dann wird das Ergebnis klar zeigen: Staatswiet mit Begrenzung kann nicht funktionieren.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
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