Unabhängiges Komitee entwirft und begleitet Modellversuch

Es zeigt sich immer mehr, dass der Modellversuch zum Cannabisanbau als Versorgung der Coffeeshops nicht bloß Wahlkampfversprechen ist, sondern tatsächlich auch umgesetzt wird. Zwar hat noch keine einzige Stadt eine offizielle Bewerbung abgegeben (da das Bewerbungsverfahren ja auch noch gar nicht gestartet ist), aber die Vorbereitungen für die ernsthafte Durchführung des Versuches laufen nun langsam aber stetig auf politischer Ebene an.

So wurde jetzt beschlossen, dass der Versuch von einem unabhängigen Komitee entworfen wird, welches die Rahmenbedingungen absteckt und den Versuch während der Durchführung begleitet und analysiert.

Das Komitee soll aus Experten und Wissenschaftlern aus den Bereichen Gesundheitswesen, Lebensmittel, Rohstoffe, Justiz, Kommunalverwaltung und Völkerrecht gebildet werden.

Der Modellversuch soll klären, wie gut sich Cannabis außerhalb krimineller Strukturen, wie sie bislang bestehen, produzieren und an die Coffeeshops verkaufen lässt und was die Auswirkungen dieser Quasi-Legalisierung sind.

Übrigens soll das WODC nicht an der Studie beteiligt werden. Spöttisch könnte man sagen, dass somit eine Unabhängigkeit gewährleistet sein könnte…

Ich frage mich dabei allerdings, wie man ein ernstzunehmendes, funktionierendes Gremium aus Wissenschaftlern der unterschiedlichsten Bereiche, Juristen und Fachleute aus den Unterschiedlichsten Bereichen bei einem Vierjahres-Budget von einer Million Euro bilden kann. Alleine die Personalkosten dürften das Budget sprengen.

Trotz aller (berechtigter) Kritik aus der Branche dürfte der Modellversuch doch enormes Potential haben, das Cannabisland Niederlande wieder einmal komplett umzukrempeln. Ob dieses Potential auch genutzt wird, wird sich dann ja zeigen. Zumindest wird es für die eine oder andere Story auf “Kein Wietpas!” sorgen können.

Wenigstens etwas.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
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