Maurice Veldmann: Gras 2015 – Was ist erlaubt und was nicht?

Kolumnist, Aktivist und Anwalt Veldmann. Foto via vvsadvocaaten.nl

Kolumnist, Aktivist und Anwalt Veldmann. Foto via vvsadvocaaten.nl

Der folgende Text ist eine Übersetzung eines Artikels von Maurice Veldmann auf RollingStoned.nl

Ab dem ersten März 2015 tritt der neue Artikel 11a des Opiumgesetzes in Kraft. Dadurch wird es für die Growshops schwieriger, das komplette Angebot für Berufs- und Betriebsmäßige Cannabiszüchter vorzuhalten. Die Frage, wer was zu befürchten hat und was die Justiz und Gemeinden machen können, versucht Maurice Veldman in dieser Kolumne zu beantworten.

Ab wann ist man kein kleiner Homegrower mehr?
Anders gefragt: Ab wann reden wir hier von Cannabiszucht im Maßstab einer gewerbs- oder berufsmäßigen Zucht? Diese Definition müssen wir den Rechtswissenschaftlern überlassen. Unter denen gibt es zahlreiche Absprachen, die zudem noch kasuistisch sind.
Kasuistisch, weil aus der Rechtsgeschichte einzelne Fälle herangezogen werden, aus denen sich ein Gesamtbild ergibt, ob eben eine Zucht gewerbsmäßig ist oder nicht. Dazu wird die Zahl der Pflanzen, der daraus zu erwartende Jahresertrag, der Einsatz von Technik zur Ertragserhöhung, der Anbau im Hinblick auf die erforderlichen Investitionen und Risiken, unter welchen Bedingungen angebaut wird, zum Beispiel in Indoor oder im Gewächshaus, unter Verwendung von sogenannten Tageslichtlampen oder mit Temperatur und Bewässerungssteuerung bewertet.
Weiterhin wird untersucht, ob Anlass zum Verdacht besteht, dass die Zucht lediglich aus einem privaten Grund und zum Eigenbedarf betrieben wird, oder ob es Hinweise auf eine andauernde, regelmäßige gewerbliche Zucht gibt, die auf Gewinne ausgelegt ist. Aus der Faktenlage wird dann beurteilt, ob es sich um eine geschäftsmäßige Zucht handelt. Es muss auch nicht um 200 Pflanzen gehen, um als Profizüchter behandelt zu werden wie manchmal behauptet. Es geht mehr um den Eindruck der sich aus einem Gesamtbild ergibt, welches dann ein Gericht entscheiden lässt um welche Form der Zucht es sich handelt. Als Einziges steht fest, dass die Untergrenze bei fünf Pflanzen liegt. Das steht in den Duldungsregeln. Das Oberste Gericht der Niederlande, der „Hoge Raad“, hat bestätigt, dass diese „Duldungsregel“ wie ein Gesetz behandelt werden muss. Diese Entscheidung ist beachtlich, bedeutet sie doch, das die Duldungsregel auch in der EU-Gesetzgebung, sowie anderen verbindenden Verträgen berücksichtigt werden muss. Dies gilt auch für ungeschriebene Rechtsgrundsätze. Das bedeutet schon ziemlich viel und der juristische Staus dieser fünf Pflanzen Regel sollte nicht unterschätzt werden.

Der Hoge Raad

Der Hoge Raad

Das Schließen von Gebäuden
Diese neuen Beschränkungen bleiben nicht auf Justiz und Politik beschränkt. Auch die Gemeinden wurden bereits aufgefordert, Maßregeln gegen die Verkaufspunkte (Growshops) zu treffen. Die Gemeinden wurden zum Stichtag 1. März dazu aufgefordert, die Growshops umfangreich zu kontrollieren. Hier und jetzt (Zeitpunkt des Artikels: 4.Februar 2015) finden diese (Vor)Kontrollen bereits statt. Gemeinden sind schon jetzt in der Pflicht, Growshops in denen Cannabis gefunden wird, zu schließen. Diese Anordnungen an die Bürgermeister zeugen nur von der mangelnden Sachkenntnis, da in Growshops kein Krümel Cannabis zu finden ist. Einige Gemeinden in den Niederlanden haben Richtlinien entwickelt, nach welchen Gebäude in denen Drogen gefunden werden, deren Menge den Eigenbedarf übersteigt, geschlossen werden können. Der Art.13b Opiumwet ermöglicht Bürgermeistern recht einfach, eine Wohnung oder ein Haus zu schließen, wenn dort auch nur eine kleine Hanfzucht betrieben wird. Dies geschah bereits im letzten Jahr regelmäßig. Die Gerichte greifen nur selten ein und lassen den Bürgermeistern freie Hand.
Das Schließen von Gebäuden und Wohnungen wegen Verstößen gegen das Opiumwet ist eher die Regel geworden und nicht mehr die Ausnahme. Auf diese Weise steuern die Bürgermeister energisch ihren Anteil an der Bekämpfung der grünen Pflanze bei.
Zwar widerrief das Höchste Gericht im letzten Sommer eine Anordnung des Gerichtes in Heerlen, das eine Wohnung wegen dort gefundener 0,1 g Kokain und 4 g Cannabis, für bis zu 12 Monaten geschlossen hatte. Diese Anordnung hatte das Gericht ohne Vorwarnung erlassen. Der Besitzer der Drogen hatte widersprüchliche Erklärungen zur Herkunft abgegeben. Aber grundsätzlich ist es möglich, ein Gebäude auch wegen weniger als 5g dort gefundenem Cannabis zu schließen. Nur muss dann wirklich sicher nachgewiesen werden, dass aus dieser Wohnung heraus Handel betrieben wurde. Dies war in Heerlen nicht der Fall und deswegen hat das Höchste Gericht diese Entscheidung gekippt.

Die Schließung von Wohnungen und Gebäuden geschieht täglich
Die Schließung von Wohnungen und Gebäuden geschieht täglich und ist mehr Regel als Ausnahme geworden. Dies wirft die Frage auf, wieso die Gemeinden bereits heute zu verstärkten Kontrollen der Growshops aufgerufen werden und diese auch schließen, falls dort Cannabis gefunden wird, oder die öffentliche Ordnung rund um den Shop gestört wird. Wenn man also bedenkt, welch kreative Gründe sich die Behörden einfallen lassen, um Wohnungen und Gebäude zu schließen, dann wird schnell deutlich, dass Gebäude in denen mehr als 5 Cannabispflanzen gezogen werden, von einer Schließung bedroht sind. Aber das Cannabis muss nicht einmal im Haus sein, um ein Gebäude schließen zu können.
Auch wenn keine Drogen in der Wohnung oder einem Gebäude gefunden werden, kann diese Wohnung/das Gebäude geschlossen werden. Dazu reicht es aus, wenn diese Wohnungen in enger Beziehung zu Cannabis Straftaten stehen. Wenn diese Beziehung gegeben ist, kann die Wohnung durch das Finanzgericht versiegelt werden. Das gilt für alle Gebäude. Es muss auch kein Handel aus einem Haus betrieben worden sein, es reicht aus wenn dort Cannabis gefunden wird. In jedem Fall könnten diese Gebäude versiegelt werden.

Niederländischer Growshop CC BY-SA 3.0, Foto: Tom Ordelman

Niederländischer Growshop CC BY-SA 3.0, Foto: Tom Ordelman

Schließung von Gebäuden wegen Störungen der öffentlichen Ordnung
Der Bürgermeister kann ein Gebäude aufgrund von Verstößen gegen die Gemeindeverordnung schließen, wenn die öffentliche Ordnung gefährdet ist, oder die ernsthafte Sorge dazu besteht. Wenn man bedenkt, was alles unter Störung der öffentlichen Ordnung verstanden werden kann, weiß jeder, dass eine Zucht von mehr als fünf Pflanzen vollkommen für die Schließung eines Gebäudes ausreicht. Also ist es nicht verrückt, sich Gedanken um die Auswirkungen des § 11a des neuen Opiumgesetzes zu machen, als auch darüber wie schnell und in welcher Art die Bürgermeister dies umsetzen. Wann wird der erste, unbeliebte Growshop aufgrund der Schließungsbefugnis der Bürgermeister schließen müssen? Das könnte dann zu der Annahme führen, das die öffentliche Ordnung gestört ist. Mit der Zeit werden wir wissen, ob die Bürgermeister tatsächlich versuchen werden, diese Befugnis umzusetzen.

Der kleine Homegrower, der mit mehreren Hilfsmitteln arbeitet und dadurch mit den großen Profigrowern im Gesetz gleichgestellt wird, muss sich aber nach meiner Meinung keine immer noch keine Sorgen machen, solange er nicht mehr als fünf Pflanzen für den eigenen Gebrauch zieht..
Bei allem muss auch immer bedacht werden, dass der Verkauf an Homegrower von diesen elenden Vorschriften ausgenommen ist. Der kleine Homegrower, der mit mehreren Hilfsmitteln arbeitet und dadurch mit den großen Profigrowern im Gesetz gleichgestellt wird, muss sich aber nach meiner Meinung immer noch keine Sorgen machen, solange er nicht mehr als fünf Pflanzen für den eigenen Gebrauch zieht. So wird wohl ein kleiner Growraum oder ein kleines Zelt mit nur einer Lampe erwartungsgemäß nicht so schnell zu einer Verfolgung führen. Und dann auch wohl nur selten bis zu einem Urteil vor einem Richter. Es geht hier immer noch nicht um die kleinen Homegrower, die verfolgt werden sollen, nicht um diejenigen die lediglich ihre eigene Versorgung im Auge haben.

Die Arbeit haben die Gerichte…
Die Arbeit haben die Gerichte, die, so bleibt es zu hoffen, wegen der Menge der Klagen, sowohl in Strafprozessen als auch zivilrechtlich, sich wohl schnell an die Politik wenden werden. Und das die Politiker dann einsehen, dass ihre Beschränkungen der Growshops völlig am Ziel vorbeischießen und die wirklich großangelegte Cannabiszucht auf diesem Weg nicht bekämpft werden kann.

 

Streuner

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Rentner, Cannabispatient, Löwe, Holland Fan
Streuner

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  • ist die übersetzung von dir? wenn ja, danke dir, top arbeit! werde ich mir gleich mal in einer ruhigen minute durchlesen. die artikel von herrn veldmann sind i.d.r. sehr informativ.

    • Unser neuer Autor Streuner wars :-)

  • streuner

    Besonderer Dank an MOBO der den rudimentären Artikel so wunderschön „gepimpt“ hat. :-)
    Eigentlich habe ich nur die Übersetzung gemacht.

  • Artenschutz

    Ich will ja nicht undankbar sein, aber ehrlich gesagt finde ich den Artikel ziemlich chaotisch. Ist das ein Artikel über Growshops oder über „jedermann“? Was bedeutet denn die Aussage:“Die Schließung von Wohnungen und Gebäuden geschieht täglich und ist mehr Regel als Ausnahme geworden“. Was ist denn die „Schließung von Wohnungen“? Heißt das, dass ein Bürger in den Niederlanden nicht mehr in seine Wohnung darf, wenn dort eine geringe Menge Cannabis (weniger als 5 Gramm) gefunden wird? Muss er dann in ein Hotel ziehen oder auf der Straße schlafen? Mich hat der Artikel doch ziemlich verwirrt.

    • Ja, genau das heisst das. Ist ne echt krasse Regelung. Dann darf man ein halbes Jahr oder so seine Wohnung nicht betreten.

      • quasi eine art ‚temporärer enteignung‘. man muss sich das mal auf der zunge zergehen lassen: die steuerbehörden können dich aus deinem eigenheim oder deiner eigentumswohnung rausschmeißen, wenn dort mehr als fünf pflanzen gefunden werden und man ‚professionalität‘ unterstellt. dein auto und andere wertsachen werden direkt beschlagnahmt, weil davon ausgegangen wird, dass das alles mit den illegalen gewinnen erwirtschaftet wurde. gibt’s (vielleicht, je nach urteil) alles zum prozessende zurück; das kann dauern. bis dahin kann man ja im camping-anhänger leben und fahrrad fahren ;-) . super, fast wie urlaub…
        bei ner mietwohnung könnte ich es ja noch evtl. verstehen (stichwort mietvertrag), aber in meinen eigenen vier wänden kann ich tun und lassen was ich will! in einigen niederländischen mietverträgen soll es meines wissens sogar einen speziellen paragraphen geben, der wiet kweeken in der gemieteten wohnung explizit verbietet.

        in deutschland wäre so etwas undenkbar. das haben wir vor etwas mehr als 60 jahren schon mal so ähnlich gemacht. der wohnraum ist seitdem ein relativ geschützter raum bei uns…

        war bestimmt nicht einfach zu übersetzen. diese juristen-sprache versteh‘ ich nicht mal auf deutsch…

      • streuner

        Der Artikel ist im Original sogar noch verwirrender. Ich habe versucht in der Übersetzung einiges zu glätten. Niederländische Juristensprache eben :-)

        • …und die hat wahrlich ihre Tücken. Ich weiß, wovon ich rede. Ich halte es so, dass ich nie nur für die alten „Kein Wietpas!“-Hasen und Kenner der niederländischen Politik, Justiz und Verwaltung schreibe, sondern versuche auch die Grundlagen, Begriffe, Institutionen und besonderen Gesetze, die für uns vom Autorenteam oft schon selbstverständlich und geläufig sind trotzdem jedes mal erneut zu erklären. Jedenfalls größtenteils und in jedem Artikel wo es nötig ist mit speziellem Bezug zum Artikelthema.

        • Artenschutz

          Aber trotzdem mochmal zur Klarstellung: Ich verstehe es so, dass Voraussetzung für die genannten Maßnahmen (Schließung der Wohnung usw.) die Annahme eines kommerziellen Anbaus oder Handeltreibens ist. Wenn eine solche Annahme nicht besteht, kann nichts passieren, wenn ich 4 Gramm in meiner Wohnung habe. Richtig?

          • ogf

            Klingt auf jeden Fall wieder so als ob fuer Willkuer und Interpretation der jeweilig ermittelnden jede Menge Spielraum ist ,jetzt drehn se total durch…

          • Willkür ist der Nachteil von Duldungspolitik.

          • streuner

            Falsch.
            Theoretisch reicht es aus, wenn 2-3 mal in der Woche deine Kumpels kommen und die Nachbarn sich gestört fühlen und die Bullen rufen. Wenn die dann 4 g in deiner Wohnung finden KÖNNTE deine Wohnung versiegelt werden. Noch krasser: Die erwischen einen deiner Kumpels, wenn der mit den 4 g aus deiner Wohnung kommt. Dann KÖNNEN sie dir Handel aus dieser Wohnung heraus vorwerfen und auch ohne einen Krümel Dope in der Hütte, wird die auch versiegelt. Richter heben diese Entscheidungen (soweit mir bekannt ist) allermeistens auf, aber das dauert eben. Solange kannst du dann sehen wo du bleibst. Und immer wieder bringe ich das Zitat von Doede de Jong 2014: Die Regulierung in Holland, beginnt groteske Züge anzunehmen!
            greetz

          • Das man sehen kann wo man bleibt stimmt nicht so ganz. Manchmal werden die Betroffenen auch in sog. „Asozialen-Dörfer“ umquartiert. Dort sind Drogen und Alkohol verboten und die Einwohner stehen unter engmaschiger Betreuung von Sozialarbeitern und Polizei und natürlich ist alles dort kameraüberwacht. Diese wunderbare Idee stammt von der rechtspopulistischen PVV. Und zu der Regierungszeit der VVD/PVV-Koalition wurden einige dieser „Dörfer“ (Containersiedlungen außerhalb der größeren Städte) als Modellprojekt gebaut. Ging damals durch die Weltpresse. Ich weiß nicht, ob es die noch gibt, aber ich denke schon. Auch ein Weg missliebige Nachbarn loszuwerden.

          • wohnwagen, campingplatz. lol

          • Kushdee

            Hahaha Asozialen-Dörfer. Der war gut, bei den Amis nennt man das Trailer Park :-)

  • In Maastricht wurde bereits der erste Growshop geschlossen. Und das obwohl er bereits nicht mehr als Growshop, sondern als Gartenbaubetrieb firmierte.

    • Pssst… Nicht alles verraten. Will doch noch einen Artikel machen ;-)

  • Jack.h

    Also die Niederländer haben ja die letzten spacken
    Für ihre Gesetze ausgegraben.
    Wenn das so weiter geht könnte schnell ein Gramm white widow 20€ im Shop kosten dann hänge ich mein geliebtes Hobby an den Nagel.

    • ‚(…)dann hänge ich mein geliebtes Hobby an den Nagel.‘

      dann haben ‚die‘ ja gewonnen; ziel erreicht. das kann’s ja auch nicht sein, grow you own. ;-)

  • Jack.h

    ‚…grow you own ja sicher 8-) >:D<

  • Jack.h

    Die haben da hundert pro einen deutschen Politiker
    bei gehabt bei soviel Schwachsinn

  • grow

    Looool Trailerpark;) ja aber die Politik dort wird ja echt noch schlimmer als hier…hier kann man dich nicht so einfach aus der whg werfen oder vergleichbares, kriegst wohl n Tapetenwechsel mit Stahlplanken vor den Fenstern aber mehr geht ja nicht… Mal sehen wann die alle wieder zur Besinnung kommen…

      • ogf

        heftig aber dann duerften gerechterweise die ganzen Cannabisuser- mobbenden und diskiminierenden Politiker auch in ein solches Assidorf umgesiedelt werden,damit schaffen die ja eine wunderbare Untergrundassiparalelwelt,die in den Doerfern vermehren sich ja auch mal,unintelligente Wesen haben eh nicht so viel Scheu bei der Auswahl potentieller Sexpartner…und geben dann ihre „hohe Bildung“ und ihre“ tolle Kulur“ weiter,ich lach mich kaputt wenn Holland bald ein einziger grosser Trailerpark ist-New kids

        • ogf

          uebrigens Trailerpark geile absturzmucke…

      • es gab doch auch mal den plan, obdachlose alkoholiker zu ‚allgemeinnütziger arbeit‘ (mülleimer ausleeren, die amsterdammer innenstadt fegen, u.s.w.) zu verdonnern und diese dann anstatt mit geld mit alkohol zu bezahlen?!

        • Das wurde auch umgesetzt. Erst in Amsterdam und jetzt in Essen. Ist aber freiwillig. Ich finde es aber trotzdem menschenverachtend, die Leute für ihre Arbeit nicht einfach mit Geld zu bezahlen. Stattdessen gibt es Bier, Tabak und ein warmes Mittagessen.

        • Ich finde das Projekt wird in vielen Medien völlig falsch dargestellt und ich finde es anders als Antonio auch nicht menschenverachtend.
          Es werden die Leute nicht mit Alkohol bezahlt, sondern es wird schwertabhängigen Alkoholikern ermöglicht (wenn sie es ausdrücklich wollen!!) zu arbeiten. Stark süchtige können nicht arbeiten, ohne, dass sie Alkohol konsumieren. Eine KONTROLLIERTE Abgabe von Alkohol ermöglicht ihnen einen Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag und somit auch die Möglichkeit, etwas in ihrem Leben zu ändern. Sie bekommen in kontrollierten Zeitabständen Bier, was als Substitution für harten Alkohol anzusehen ist, damit sie so über den Tag kommen. Sie würden so oder so saufen. Gibt man ihnen leichten Alkohol und eine Aufgabe kann das der Anfang eines Ausstieges aus der Sucht sein, hinein in ein besseres Leben. Die Presse macht daraus ein „Arbeit gegen Bier“, was ich verurteile! In meinen Augen ist es ein Projekt, dass einen modernen Umgang mit Drogensucht aufzeigt: Diese Leute werden nicht verurteilt und es wird versucht ihnen zu helfen.

          • high society

            Absolut korrekt! Dreckige Mainstream-Presse…. Unterm Strich dürfte es ja wohl jedem lieber sein (den Alkoholabhängigen inklusive) wenn sie für ihren Stoff was sinnvolles tun und nicht komplett dem Staat auf der Tasche liegen. Denn letztendlich ist man in diesem Zustand nicht arbeitsfähig, weshalb man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht und so die Berechtigung für ALG II verliert. Und auch sämtliche Wiedereingliedeungsmaßnahmen entfallen dann. Es bleibt dann nur noch Brücke, Bahnhof und Sozialamt oder eben Stadt saubermachen für Essen und Stoff und die Hoffnung vielleicht doch mal wieder was anderes machen zu können und richtig bezahlt zu werden… Und ja: So hat Resozialisierung und Suchttherapie auszusehen!

          • ogf

            Hmmm schwierig einerseits finde ich es gut das ueberhaubt mal jemand Menschen mit samt ihrer Sucht akzeptiert und etwas fuer sie tut ,andererseits finde ich es schon irgendwie menschenverachtend muendige Buerger so zu behandeln,das hat was von der untersten niedrigsten „Kaste“ und erinnert mich unschoen an Indien…alles in allem braucht es Praevention die schon viel frueher einsetzt und nicht erst „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ keiner schmeisst freiwillig sein Leben so weg diese armen Teufel haben alle ihre Scheissgeschichte hinter sich mit samt ihren kausalen Folgen,und unser System ist nicht grad drauf eingestellt sowas fruehzeitig zu verhindern…

          • high society

            Ich finde das ist eine logische Folge der freien Verfügbarkeit von Alkohol. Es gibt in allen Bereichen immer einer gewissen Anteil, der seinen Konsum nicht im Griff hat. Aufgrund der Omnipräsenz von Alkohol in der Öffentlichkeit schlägt auch die Prävention fehl, da es einem überall begegnet und man gefühlt immer Party machende und gut gelaunte Menschen „auf Alkohol“ sieht. Die kotzenden und teils bis hin zu komatösen Opfer in der Notaufnahme blendet man irgendwie immer schnell mal aus. All das senkt natürlich die Hemmschwelle diese Droge zu konsumieren und wenns einem damit besser geht (kommt ja auch immer drauf an warum genau man sich zuknallt) greift man eben auch mal öfter danach… Letztendlich ist in der Regel aber jeder seines eigenen Glückes Schmied und kann dann, finde ich, froh sein, wenn andere Menschen ihn halbwegs sinnvoll beschäftigen und ihn nicht einfach vor sich hinsiechen lassen in irgendeinem Drecksloch… Und „mündige Bürger“ ist bei einem Teil dieses Personenkreises leicht euphemistisch…

          • ogf

            Ich wollte keinen Euphemismuss verbreiten sondern unterstreichen das es fuer mich absolut gleichwertige gleichberechtigte Menschen sind, jeder wirklich jeder hat eine Macke ,Schwaeche oder Behinderung nur bei einem koerperlich Behinderten oder einem schwer Suchtkranken kann es jeder sofort sehen, meine eigene tiefe Depression die in jedem Fall eine Erkrankung darstellt sieht mir aber keiner an ,noch nicht mal meine jahrzehntelange Kompensation im Sport bemerkt irgendwer als Flucht im Gegenteil mein Umfeld haelt mich fuer Suuperstark….sorry fuer den Seelenstrip,keiner redet gern ueber eigene Schwaechen,oder hoert dabei gern zu,aber ich tus gerne und mir ist es auch nicht peinlich…

          • Word ogf! Ich kenne so etwas auch und hatte in entsprechenden Kliniken auch schon mit Menschen zu tun, die in das Raster (Obdachlos, Alki) passen. Und genau deshalb habe ich mich so geäußert (menschenverachtend), wie ich es getan habe. Ich halte das nicht wie mobo für moderne Suchttherapie, sondern für einen ausbeuterischen Ansatz einer stetig wachsenden Armutsindustrie. Obdachlose Alkoholiker benötigen kostenlose med. Behandlung bzw. eine Krankenversicherung und ein eigenes Zimmer in z.B. einem Wohnheim. Wenn die Stadt saubere Parks will, soll sie Straßenkehrer einstellen und nach Tarif bezahlen.

          • high society

            Gut, ich will hier auch keine ausufernde Diskussion aufmachen aber ihr könnt davon ausgehen, dass meine Aussagen ebenfalls erfahrungsbasiert sind. Und was ich noch loswerden wollte, ist, dass die meisten Suchtkranken selbst einen großen Anteil an ihrer Lage haben in die sie geraten sind. Das kann man bei den anderen genannten Krankheiten nicht behaupten (und mir ist sehr wohl bewusst, dass es Dinge im Leben gibt, die einen in eine solche Sucht treiben und dass es sich um eine Krankheit handelt), weshalb dort auch anders gehandelt wird und andere Therapieansätze gesucht werden. Es geht auch nicht im Ansatz darum, „die Stadt sauberzuhalten“, wie Antonio meint oder Menschen auszubeuten, sondern diesen Individuen eine für alle Seiten zufriedenstellende Tätigkeit zu geben. Und andere medikamentöse und therapeutische Ansätze sind in der Regel schon mehrfach gescheitert, bevor man in solchen FREIWILLIGEN „Programmen“ landet.

          • ogf

            ich kenne die Frustration wenn ein Klient staendig entgiftet wird und immer wieder voellig betrunken wiederkehrt,oft durch Selbsteinweisung…ich hab mal in Suchteln als Pfleger gearbeitet…aber ich finde die Therapie nicht wirklich ausgereift und selbst wenn dann reicht es nicht das Individuum danach wieder in sein voellig verkorkstes Umfeld zurueck zu entlassen…das mit dem Selbstverschulden und dem „Glueckes eigender Schmied“ seh ich komplett anders . Man wird in jedem Fall in ein soziales Umfeld geboren was du dir nicht aussuchst mit allen Folgen und der Tellerwaescher Millionaerstraum funktioniert nur sehr selten und ist vom System nicht vorgesehen,das was du selbst bestimmst ist was du dann aus diesem Leben machst.Aber dein Startpunkt ist extrem wichtig und leider entscheident.Ich hab immer geackert hab jede Fortbildung besucht hab mehrere Ausbildungen und hab immer nach neuen Alternativen fuer mich gesucht,aber finanziell gesichert geschweige denn reich gemacht hats mich nicht,ich habe einfach nur irgendwann mal richtig glueck gehabt,und darauf kann leider nicht jeder hoffen….und was es alles fuer Wege in die Sucht gibt als junger unerfahrener Mensch,die ich absolut nicht als selbstverschuldet sehen kann sondern einfach als einfache Kausalitaet hab ich an mir selbst genug erfahren duerfen,aber das ist meine auf meine Erfahrungen basierende Meinung und du hast eben Deine…

          • Wie freiwillig das ist, sei mal dahingestellt. Es ist ganz sicher würdevoller den Park zu fegen, als vor dem Supermarkt zu schnorren. Einige Bier, ein bisschen Taschengeld und ein Mittagessen sind besser als gar nichts. Freiwillig kann ein Mensch nur etwas tun, der finanziell unabhängig ist.
            Und ich denke schon, dass hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Park fegen ist bei Ein-Euro-Jobs/Bürgerarbeit auch immer sehr beliebt. Die Städte (gerade im Ruhrgebiet – Essen) sind nämlich pleite und sparen an allen Ecken und Enden – auch bei der Stadtreinigung. Da kommen die Elendsarbeiter gerade recht um die Lücken zu stopfen.
            Angeleitet von Sozialarbeitern, die diese Projekte betreuen und soviel verdienen wie 2 Straßenkehrer – aber eben nicht soviel wie 20.
            Zudem spricht aus Deiner Antwort das prohibitionistische Denken, dass jahrzehntelang in die Köpfe gehämmert wurde. Süchtige sind selbst schuld an ihrer Krankheit.
            Das mag schon sein, aber Sucht ist da beileibe nicht die einzige Krankheit oder Behinderung. Sportunfälle die zur Querschnittslähmung führen, alle möglichen Krankheiten die durch Übergewicht oder zu wenig Bewegung ausgelöst werden und auch die Folgen des Rauchens (auch eine Sucht – allerdings führt diese nicht an den sozialen Rand) kann man auch dazuzählen.
            Dass man diese Leute also erniedrigt (und so sehe ich das) anstatt ihnen eine Rente zu zahlen, sie unterzubringen und medizinisch zu versorgen, kann ich eben nicht gutheißen.

            Das ist keine moderne Suchttherapie, sondern entspricht voll und ganz dem neoliberalen Zeitgeist: http://www.taz.de/!91274/

          • Es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich Meinungen sein können. Ich finde solche Aktionen großartig. Normalerweise wird im Arbeitsalltag halt strikte Abstinenz gefordert. Es geht hier um Menschen, die in der normalen Arbeitwelt NULL Chance haben. Die sind abgeschrieben. Denen wird eine Aufgabe gegeben und so eine neue Chance ermöglicht. Niemand wird zu diesen Jobs gezwungen und es gibt keine Sanktionen. Soweit ich weiß, reißen sich die potentiellen Kandidaten um die Stellen.

          • Du würdest Dich wundern, wie viele gut funktionierende Alkoholiker es gibt, die tolle Jobs haben. Anwälte, Pfarrer, Ärzte uvm.
            Die verstecken ihre Alkoholsucht mehr schlecht als recht, aber leben eben nicht unter der Brücke. Ich lasse Dir ja auch Deine Meinung, aber ich sehe das Projekt eben auch noch aus anderen Blickwinkeln.

          • Nochmals: Es geht da nicht um die „gut funktionierenden“ Alkoholiker. Dass es davon genug gibt ist mir schon klar. Es geht hier um Alkoholiker, die nirgendwo anders mehr eine Chance haben. Die, die man gemeinhin als „Penner“ bezeichnet. Solche Leute finden keine Jobs mehr. Solche Leute sind die „Zielgruppe“. Und die kannst Du nicht ohne eine regelmäßige Gabe Ihres Suchtstoffes dauerhaft beschäftigen.

          • Dann sind sie halt im klassischen Sinne nicht arbeitsfähig sondern krank. Und Kranken muss geholfen werden – anstatt sie als Billigarbeitskräfte zu missbrauchen. Ich finde wie ogf auch, dass das etwas von Indien hat. Da wird auch jeder „integriert“, da es kein Sozialsystem gibt und man ohne Arbeit ganz einfach stirbt oder betteln muss. Dieser Ansatz dass jede Arbeit schlechter ist als keine, ist nicht der Meine. Schlechte Arbeit macht krank – bzw. in diesem Fall zumindest nicht gesund.

          • Sorry, aber ich bin der festen Überzeugung, dass du das Projekt mit völlig falschen Augen siehst. Es geht nicht darum, dass deren letzte Arbeitskraft irgendwie ausgemolken wird und nur die paar Bier, die sie bekommen dies überhaupt ermöglichen. Ich denke mal, auf den Ertrag, den ihre Arbeit bringt kann die Stadt locker drauf verzichten, wenn sie überhaupt einen produktiven Mehrwert schafft. Es geht darum, dass sie eine Aufgabe haben, dass sie einen Tagesablauf bekommen. Das hilft ihnen weitaus mehr, als wenn man sie irgendwo auf Entzug schickt, die Rückfallquoten sprechen für sich. Ein geregelter Tagesablauf mit festen Aufgaben ist wichtig bei Suchtmenschen, damit sie sich wieder in die Gesellschaft integrieren können.

          • Ein geregelter Tagesablauf ist wichtig – aber wichtiger ist eine echte Perspektive. Und die sehe ich in einer Arbeitstherapie die sich einer Entzugsbehandlung anschließt eher gegeben. Ein vernünftiges soziales Umfeld (also vor allem eine Wohnung) ist ebenso wichtig, denn auch bei dem Projekt bleiben die Leute ja auf der Straße – und wer hält die schon ohne Alk aus? Nun ja – ich schaue ohnehin gerade „Weiß der Geyer“: https://www.youtube.com/watch?v=yiMNuYqSLtg&feature=youtu.be

          • high society

            Also den Prohibitionisten-Schuh lass ich mir aber nicht anziehen… Von mir könnte man auch behaupten, ich weise problematische Konsummuster auf, aber ich bin mir auch bewusst, dass das selbstverschuldet ist, weil ich den Konsum auf die leichte Schulter nehme / genommen habe. Und ja klar, und ich denke mal wie bei den meisten, die sich irgendwie zuballern, geschieht das immer aus irgendeinem Grund. Jetzt mal abgesehen vom Spass am Rausch… Aber dann muss man meiner Meinung nach auch ein Stück weit mit den Konsequenzen leben, die sich daraus ergeben können, die ja den Meisten im Voraus bekannt sind. Ja klar sind vernünftig ausgearbeitete Therapiepläne super und sinnvoll, aber erstens wird halt meistens im Rahmen der Möglichkeiten der Einrichtungen alles getan um zu helfen und zweitens gibt glaube ich Leute, denen man diesbezüglich nicht mehr helfen kann. Wenn halt etliche Versuche fehlschlagen. Dann finden die doch lieber dort ihren Platz, mit ihrer Sucht, und gut ist. Meine Meinung. Dann sind die Therapieplätze auch wieder für Leute frei, denen vielleicht geholfen werden kann.

            Im Prinzip, auch wenn ich selbst nur eine „Drogen“art konsumiere, bin ich unter bestimmten Voraussetzungen für die Freigabe aller Substanzen. Dass Prohibition NUR Probleme verursacht, sollte hier ja nun wirklich allen Lesern hinlänglich bekannt sein.

          • OK – klar gibt es Leute, die nicht abstinent leben wollen oder können (oft weil die eigene Psyche ohne Suchtmittel nicht aushaltbar ist). Für die muss es dann Substitution geben. Das geht bei Junkies ja auch – und die gut Substituierten gehen dann auch ganz normalen Jobs nach – nicht nur Park fegen. Dazu gibt es viele Beispiele.

            mobo: „Die, die man gemeinhin als „Penner“ bezeichnet. Solche Leute finden keine Jobs mehr. Solche Leute sind die „Zielgruppe“. Und die kannst Du nicht ohne eine regelmäßige Gabe Ihres Suchtstoffes dauerhaft beschäftigen.“
            Die substituierten „Ex“-Junks waren auch oft Penner. Aber die bekommen auch ohne Arbeit und kostenlos einen Suchtstoff, den man ihnen nicht so anmerkt (keine Fahne) – allerdings kleine Pupillen. Scheinbar geht das in Firmen aber besser als ein Alkoholiker. Obwohl dieser ja auch nicht mehr im klassischen Sinne besoffen ist – zumindest nicht, wenn er ein Spiegeltrinker ist.
            Aber Alkohol wird halt im Gegensatz zu Methadon nicht von der Krankenkasse bezahlt und somit sind die Straßen-Alkis die echten Underdogs – noch unter den Heroin-Junkies.
            Also wie man hier zu einer akzeptierenden und trotzdem würdevollen und effektiven Therapie kommt, wäre tatsächlich eine längere Diskussion wert.

          • ogf

            Was mir an deiner Meinung nicht passt ist immer dieses „Selbstverschuldet“ also ich komm dann jetzt mal mit nem krassen Seelenstrip damit du verstehst was das Leben so alles unverschuldeter Weise mit Dir machen kann,bin gespalten ob ich mich hier so ausziehen soll aber ich denke es ist noetig…wer sowas nicht lesen will klickt einfach weg.Ich hatte eine normale Kindheit in der DDR,eigendlich schoen, dann kam die Wende und alle drehten am Rad,alle Nazis kamen aus ihren Loechern und ich durfte erste Gewaltexesse an mir selbst erleben,ich wurde unzaehlige Male zusammengeschlagen,mir wurde mal als ich bewusstlos am Boden lag von denen ein Hakenkreuz mit einem Messer in die Stirn gerizt usw…Familiaerer Rueckhalt Fehlanzeige meine Eltern waren mit der Wende voellig ueberfordert und liessen sich scheiden,meine alleinerziehende Mutter kriegte mit uns 3 Kindern nichts gebacken was kein Vorwurf sein soll,mit mir hat nie jemand Schularbeiten gemacht geschweige denn sie kontrolliert,mein musikalisches oder sportliches Talent gefoerdert ect,und natuerlich hat niemand mit mir ueber meine Psyschische Situation nach diesen Gewalterfahrungen gesprochen,als einzige Hilfe bekam ich von meinem Vater als Minderjaehriger!!! eine scharfe Waffe Hallo????…so weiter- irgendwann zog meine Mutter mit uns in den Westen und als ich ihr zuviele Probleme machte und sie mal die Wahrheit ueber meine Schulischen Leistungen erfuhr(ich habe Zeit meines Lebens jede Klassenarbeit selbst unterschrieben ich habs von meinen Geschwistern nicht anders gelernt…) beschloss ihr neuer Mann mich rauszuschmeissen mit 16!Allerdings mussten sie meine Miete fuer mein Zimmer bezahlen was sie mir heute noch vorhalten…dann zu allem Ueberfluss hatte ich eine Op nach Nessbit (ja jetzt wirds wirklich intim) naja und die Maedels, welche ich sehr sehr frueh zu schaetzen lernte blieben danach wegen dadurch verursachter Komplexe komplett weg,dann kam der ganze Sexscheiss Versagenssaengste Komplexe ( ahh ich bin kein Mann )sozial schwach kein Geld nur kleines Ausbildungsgehalt Rueckzug keine Freunde und dann die falschen,dann gings los Hasch speed Koka … dann die Zeiten im Poisonclub Duesseldorf ( die haben mich da mit 16 schon reingelassen…)aber keine Funfickparty sondern pure Frustation und deren Kompensation druff druff druff….die dies verstehen sollen werdens verstehen…. zum Gluck dann irgendwann die Flucht in den Sport was zwar auch nur ne Flucht und Ersatzbefriedigung ist aber da lernte ich Leute kennen die mir endlich was beibrachten mich ernst nahmen und mich foerderten erst danach versuchte ich es mit einer 2. und einer 3. Ausbildung die ich alle samt beendet habe, und dann gluecklicherweise mit der Chemie aufgehoert habe…bis vor 2 Jahren habe ich mich trotz Job als Ausbilder in einer Ving Tsun -schule und spaeter Thaiboxen und Karate tgl.sowas von zugekifft das ich teilweise von bestem Oel nichts mehr merkte vor Toleranzbildung wegen des extremen Konsums…allein um diesen Scheiss Schmerz der dieses Leben verursacht hat zu betaeuben und draussen die gesunde Sportlerrolle zu spielen,zum Glueck habe ich mich in meinem Leben fuer Drogen entschieden die naja relativ wenig Schaden hinterlassen und sich relativ einfach absetzen lassen aber das haette auch anders kommen koennen…irgendwann Ende der 90er auf der Gegendemo der Loveparade der sogenannten Fuckparade fand ich mich spaeter im Krankenhaus wieder…das ich es nochmal schaffe mit mir zufrieden zu sein und ein funktionierendes Sexualleben zu haben zu traeumen und echtes Glueck zu empfinden haett ich mir nie traeumen lassen ich hab mich schon damit abgefunden alles zu beenden und hatte die letzte Konsequenz schon lang geplant…und mit solchen Gedanken und Gefuehlen tgl.durch die eigendlch geilste Zeit des Lebens zu gehen (Sturm und Drangzeit-16- ? 26..) wuensche ich wirklich niemandem. Wenn ich mich kaputt gesoffen haette faend ich es voellig legitim und jetzt erzaehl mir mal was von selbstverschuldet… Take a Walk in my Shoes…

            Ich weiss das geht eigendlich viel zu weit aber ich musste das mal loswerden um dieses Selbstverschuldungsargument zu bedienen. Ausdserdem bin ich ziemlich stolz drauf das mir in diesem Leben echt fast nichts mehr peinlich ist,die ganzen Komentare die jetzt kommen werden ,ich soll mich einweisen lassen ect. ignoriere ich schonmal im Vorfeld, haut rein bis spaeter…

          • Starker, ehrlicher Kommentar ogf. Vermutlich ist es auch das, was mir an dieser ganzen Sache so aufstößt. Menschen, die ohnehin schon schwere Schicksalsschläge erlitten haben (und solche und ähnliche Geschichten stehen hinter den meisten Leuten, die auf der Straße gelandet sind) werden wie der letzte Dreck – wie Untermenschen behandelt. Als hätten die nicht die selben Bedürfnisse wie jeder andere auch.

            Es nimmt in unserer Gesellschaft zu, dass diejenigen die am Boden liegen auch noch getreten werden. Im Wortsinne aber eben auch metaphorisch.

          • ogf

            Danke Antonio!! ja genau das ist es was mich daran so stoert, anstatt das einem eine Hand gereicht wird trampeln noch alle auf dir herum.Woher kommt diese Ablehnung gegenueber Suchtkranken ueberhaubt? Bei homophoben Menschen die sowas von antischwul daher reden ist es ja oft der eigene homosexuelle verdraengte Seelenanteil,was verdraengen wohl die Menschen die so heftig gegen Suchtkranke wettern?Ich glaub die Story mit dem reanimierten Heroinabhaengigen den ich als Pfleger auf Intensiv mal bekam hab ich hier schonmal geschildert. Ein Mann gab sich den „goldenen“ und wurde von eifrigen Rettungskraeften reanimiert,leider da schon grosse Teile des Hirns irreversibel hypoxisch geschaedigt waren,der Mann lag ein paar Wochen nachher sogar extubiert mit selbststaendiger Atmung bei uns auf Station,quasi status vigile aaaber er hatte heftigste Myoklonien und wurde scheinbar koerperlich entzuegig,auch wenn seine Seele im Grunde schon im Himmel war.Kein Arzt hat ihm irgendein Opiat oder opioidaehnliches Medikament verordnet,im Gegenteil Oberaertzte standen neben dem Bett und wetterten in menschenverachtender Weise uber diesen Mann:Wer sich sein ganzes Leben lang zuknallt kriegt jetzt auch seine Strafe…und sowas aus dem Mund eines Arztes,auch in den Uebergaben wurde sich heftig ueber den armen Kerl ausgelassen,so Komentare wie :“Ich hasse Junkies“ von Pflegenden,Aerzten oder Therapeuten waren an der Tagesordnung.Irgendwelche Omas mit laecherlichsten Beschwerden bekamen Oxygesig Durogesic usw. naja jedes Mal im Nachtdienst hab ich ihn weggeschossen und ich weiss es war illegal aber richtig…selbst etwas Valeron ueber die PEG hat schon geholfen…ja so einer wie ich war Pfleger auf Intensiv,jetzt kriegen manche bestimmt Angst :-)))

          • high society

            Das erkenne ich selbstverständlich an, gebe dennoch folgendes zu bedenken: Drogen NICHT zu nehmen, ist eine reine Unterlassungshandlung und damit – wohlgemerkt bevor die Abhängigkeit kommt – von jedem zu bewerkstelligen. Du wirst ja wohl nicht abstreiten, dass es andere Wege als Drogenkonsum gibt, mit Problemen (sage ich jetzt mal ganz allgemein, was natürlich ein ziemlich schwaches Wort für deine Situation ist) fertig zu werden. Sagt ein Dauerkonsument. Aber wie gesagt, ist auch einfach nur meine Meinung. Es ist sicher denkbar, dass ich mit anderem Hintergrund auch anders argumentieren würde. Ist aber nicht gegeben. Insofern gibt es einfach unterschiedliche Meinungen, die, wie alle Meinungen, erfahrungsbasiert sind.

          • ogf

            Auf ein gesundes Umfeld bezogen wo einem auch solche Wege vorgelebt und entsprechene Werte erzieherisch vermittelt werden und man vorallem nicht voellig auf sich allein gestellt ist kann ich deine Meinung auch akzeptieren aber jenachdem wie du „so in dein Leben hineinstolperst“ halt ich es fuer schwierig bis unmoeglich grade zu bleiben.Auch jetzt wo eigendlich alles easy ist sitzt das Erlebte fuer immer in mir kein Psychologe oder Therapeut kann dir mit seinen Dreckspillen die verlorenen Jahre wiederegeben,oder deine Festplatte formatieren und ich denke das ich kognitiv sicher nicht das staerkste aber ganz bestimmt nicht das schwachste Wesen bin und viele Menschen auch mit der Situation danach voellig ueberfordert waeren so… genug rumgeheuelt

  • grow

    Danke Antonio für den Artikel. Sehr informativ. Mir fehlen die Worte…

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