Middelburg will keinen Coffeeshop

Auf Initiative der SP (Socialistische Partij) wurde im Gemeinderat von Middelburg (Zeeland) am Montag darüber abgestimmt, ob zehn Jahre nach der Schließung des letzten Coffeeshops wieder ein neuer zugelassen werden sollte.

Das Rathaus von Middelburg CC BY-SA 3.0 by Ellywa
Leider stimmten 21 der 29 Ratsmitglieder gegen den Vorschlag, neben der SP (3 Sitze im Rat) waren lediglich die Mitglieder der GroenLinks (2 Sitze) und der D66 (3 Sitze) für die Vergabe eine Lizenz. Alle anderen stimmten gegen einen neuen Shop, obwohl sie teilweise gerne einen hätten. So verweist die die PvdA auf den 2014 geschlossenen Koalitionsvertrag, der explizit keinen neuen Shop vorsieht. Man wolle zu seinem Wort stehen, obwohl man einen Shop begrüßen würde. Jeroen van Thighs (SP) kann darüber nur lachen: Im selben Koalitionsvertrag wurde auch festgelegt, dass die Grundsteuer in Middelburg nicht angehoben werden solle, es dort dann aber einen „Inflationsausgleich“ gegeben habe. Ebenso wird der LPM (Lokale Partij Middelburg) Wahlbetrug vorgeworfen, weil diese in der Wahl explizit versprochen hat, sich für einen Shop auszusprechen, aber auch hier verweist man auf den geschlossenen Koalitionsvertrag.

Somit ist das Thema fürs erste wieder vom Tisch, obwohl es einen sehr seriösen Bewerber für eine Lizenz gab.

Vielleicht wurde aber auch einfach nur zu früh abgestimmt: Bereits im März ist in Middelburg Wahl und vielleicht schaffen die Parteien es ja dann, einen Vertrag auszuhandeln, der zumindest einen Coffeeshop nicht ablehnt.

Welche Parteien für einen neuen Shop sind und sich dafür auch einsetzen weiß der Wähler ja jetzt…

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • Zeeland Sucks

    Zeeland ist die hinterletzte Ecke der Niederlande… landschaftlich auch maßlos überschätzt. Die meisten deutschen Touristen die sich dorthin verirren, sind sowieso asozial hoch zehn und nur zum Saufen dort. In Renesse war es vor 20 Jahren schon nicht schön.

    • Vhf

      […]“ Im selben Koalitionsvertrag wurde auch festgelegt, dass die Grundsteuer in Middelburg nicht angehoben werden solle, es dort dann aber einen „Inflationsausgleich“ gegeben habe“[…] – ohne worte mal wieder*lol*
      danke für den artikel!
      viele grüße
      *vhf*

  • Revil O

    Hallo und thx für den Artikel mobo!!
    Ich frage mich ,wie es überhaupt in Zeeland so läuft!!
    Das I- Kriterium scheint in dieser Provinz ja anscheinend ein voller Erfolg zu sein oder??
    Keine belgischen Gäste mehr die sich ihren Bedarf bei ihren Nachbarn decken??
    Klar werden bestimmt bei sich Zuhause bestens versorgt zu sein.
    Auch scheint es unter den Bewohnern von Zeeland keine große Nachfrage nach Cannabis zu geben wie sonst kommt man mit der geringen Anzahl an Shops in dieser Provinz denn zurecht??
    Alles lebensfrohe Abstinenzler oder Hobbyalkoholiker??

    Ich denke mal der Schwarzmarkt dort der wird in den meisten Städten und Kreisen doch rund laufen,alles andere würde mich doch sehr wundern.
    Es ist auch bei den niederländischen Realitätsverweigerern ( Konservativen) nicht anders wie bei unseren Hirniss,was man nicht sofort sieht das gibt es nicht und dann brauch man es auch nicht.
    Und selbst wenn es wie im Taubenschlag zuginge wie zu Wietpas Zeiten in Venlo und Roermond ,wäre man sich doch nicht zu schade seine selbst inszenierten Probleme sich schön zu reden und seine Polizei mit unnötiger Beschäftigung zu verheizen.
    Schade drum…. somit entgehen der Stadt Middleburg Steuern die dann halt in anderen Kanälen hinfliessen.

    Greetz