So nicht, SpOn!

Anscheinend wurde das Nachrichtenembargo zur Drogenpolitik in Nederland aufgehoben, denn heute hat sich SPIEGEL Online (bitte nicht mit dem Printmagazin “DER SPIEGEL” verwechseln…) dem Thema angenommen. Natürlich freue ich mich darüber, dass die Mainstream-Medien sich des Themas annehmen. Ob die Rubrik “Reise” jetzt so glücklich gewählt wurde sei einmal dahingestellt…

Aber trotzdem kann man von Deutschlands führenden Nachrichtenportal ein wenig bessere Recherche erwarten, als das, was sie da fabriziert haben. (Sie hätten einfach mal “Wietpas” in Google eintippen sollen und dann den ersten Link nehmen sollen, dann hätten sie nämlich eine zuverlässige Quelle gefunden *gg*)

Laut dem Spiegel-Artikel wurde das ursprüngliche Gesetz komplett abgeschafft und in Zukunft kann der interessierte Kunde wieder ganz normal auf ein Kaffee und mehr in einen Coffeeshop hereinspazieren. Zwar wird in einem Nebensatz schon erwähnt, dass “Drogenkäufer einen Wohnsitz in den Niederlanden nachweisen” sollen, aber die Durchsetzung den Gemeinden obläge.

Das der Bürgermeister von Maastricht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine ausländischen Besucher mehr haben will wurde ebenso wenig erwähnt, wie die Tatsache, dass eigentlich niemand wirklich wisse, was “lokale Anpassungen” überhaupt sind.

Überhaupt sieht vieles in dem Artikel so aus, als hätte der Verfasser nicht wirklich Ahnung von der Thematik. Er spricht vom “Grass-Pass” und meint damit mit Sicherheit NICHT den Ausweis vom Günther…

Wenigstens weiß er, dass man in Coffeeshops Drogen wie “Marihuana und Haschisch” kaufen kann (und bestimmt noch mehr…)

Ganz ehrlich: ich hätte mehr Erwartet. Die Wahrheit zum Beispiel.

EDIT: Inzwischen hat SpOn den Artikel geändert. Übrigens macht man sowas eigentlich, indem man sich bei den Hinweisgebenden bedankt finde ich.

Danke für den Hinweis, Anonymer User ;-)

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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