Offener Brief an den Botschafter des Königreichs der Niederlande

An seine Exzellenz den Botschafter des Königreichs der Niederlande Marnix Krop,

bereits in meiner Schulzeit habe ich gelernt, dass das Königreich der Niederlande Sinnbild für einen modernen und liberalen Staat ist. Ob es um Gesundheitspolitik, Sterbehilfe, Umgang mit Homosexuellen, Abtreibung oder Drogenpolitik geht: Stets war der niederländische Weg unkonventionell und innovativ. Etwas, worauf die niederländischen Bürger und ihre politischen Vertreter stolz sein konnten, und immer ein Vorbild für die Nachbarländer in Europa.

Auch war ich bei Besuchen Ihres Landes stets von der Gastfreundschaft und dem ansteckenden, positiven Gemüt des niederländischen Volkes beeindruckt.

Die vielfach kritisierten „Coffeeshops“ waren für mich immer mehr als ein nur Ort, an dem ich unkompliziert Cannabis erwerben konnte. Sie boten Raum für internationale Begegnungen, Sinnbild für ein friedliches, multikulturelles Miteinander.

Mir ist durchaus klar, dass es immer auch Probleme gab: Der unerlaubte Drogenschmuggel, Belästigungen der Anwohner, Streitigkeiten.

Jedoch halte ich einen Ausschluss von ausländischen Gästen für den falschen Weg, diesen Problemen zu begegnen. Es setzt ein falsches Signal in die Welt. Ein Gefühl, nicht erwünscht zu sein macht sich in den Köpfen breit und bedroht den Weg zu einem vereintem Europa und einer friedlicheren Welt.

Auch auf dem Münchener Oktoberfest, der Hamburger Reeperbahn oder bei internationalen Sportereignissen gibt es Probleme, ein Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen wäre jedoch keine Lösung.

Daher bitte ich Sie, auch im Namen aller Leser von „Kein Wietpas!“, sich für eine weltoffene Handhabung der Coffeeshoppolitik Ihres Landes einzusetzen. Internationale Beziehungen sollten nicht nur zwischen den Staaten, sondern vor allem zwischen den Menschen stattfinden.

Hochachtungsvoll

Stefan Müller, Betreiber von keinwietpas.de

Im Namen aller Leser und Mitautoren

Der Brief wurde der Botschaft auch postalisch zugestellt.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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