Gemeinde Almelo wird kein Cannabis anbauen

Die Gemeinde Almelo wird kein eigenes Cannabis anbauen, um Menschen zu versorgen, welche es durch den Arzt verschrieben bekommen haben. Dies ist die Antwort der Gemeinde auf eine schriftliche Anfrage der Ratsfraktion Lijst Kamphuis. Die Gemeinde Almelo ist der Ansicht, dass der Verkauf von medizinischem Cannabis in die Verantwortung der nationalen Regierung fällt und nicht in die der Gemeinde. Sie verweist in ihrer Antwort auf das 2009 festgelegte Damoclesbeleid. Diese Verordnung legt unter anderem fest, dass der Anbau von Cannabis verboten ist.

Die Lijst Kamphuis ist eine Ein-Mann Fraktion im Stadtrat von Almelo. Sie hat in einem Brief an die Gemeinde auf die medizinischen Aspekte der Cannabisnutzung hingewiesen. Die Fraktion ist der Meinung, dass die Gemeinde selber Cannabis produzieren sollte, um es an Menschen mit einer medizinischen Indikation abzugeben. Die Forderung zielt dabei vor allem auf Kranke, die vom Arzt bereits aufgegeben worden sind und nun nicht mehr der klassischen Schulmedizin vertrauen, welche diesen Patienten teilweise Unmengen an Medikamenten verschreibt. Diese Menschen sollen nun die Möglichkeit bekommen, medizinisches Cannabis zu nutzen, ohne dabei auf den illegalen Markt oder die Coffeeshops angewiesen zu sein. Die Finanzierung soll dabei teilweise übernommen werden. Nach der Vorstellung der Lijst Kamphuis sollen diejenigen, die es bezahlen können, dies auch tun. Allerdings zu einem geringeren Preis als auf dem normalen Beschaffungsweg. Wer es sich nicht leisten kann soll durch die Gemeinde unterstützt werden. Das sollte nach der Ansicht der Fraktion bereits durch geringen finanziellen Einsatz der Gemeinde möglich sein.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead