Venlo

Venlo ist ein Fall für sich. Vor dem Wietpas war die Gemeinde in Limburg neben Maastricht wohl Hauptziel für einen Großteil der “Drogentouristen” in Deutschland. Ging es in den Medien um Problematiken rund um die Coffeeshops, wurde meist über den berühmten “Drogenpfad” zu den Coffeeshops Roots/Oase berichtet.
Als der Wietpas und somit der Ausschluss von Ausländern kam, schien die Party vorbei zu sein. Die beiden Grenznahen “McDopes” schlossen sofort, die anderen Shops kämpften mit massiven Besucherrückgang und die Strassen füllten sich mit Dealern.
Nachrichtentechnisch wurde es jedoch schnell ruhig. Trotz angespannter Lage tat sich nur wenig. Während in Maastricht die Shops in einem starken Verband (VOCM) kooperierten, herrschte in Venlo weiterhin ein kühles Konkurrenzdenken unter den verliebenden Shops, die um die wenigen übrig gebliebenen Kunden buhlten. Gemeinsamer politischer Aktivismus war somit im Keim erstickt.
Immer wieder mehrten sich die Meldungen, dass “ausnahmsweise” Ausländer wieder kaufen konnten. Da wir bei “Kein Wietpas!” eine Verantwortung gegenüber den Coffeeshops haben, berichten wir ungerne über solche Gerüchte, wenn dies nicht, wie in Maastricht der Fall, in einer offiziellen Pressemitteilung verkündet wird. Neben den Lizenzen der Shopbetreiber stehen immer auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter auf dem Spiel. Daher haben wir auch allzu oft Kommentare á ”
“Venlo ist offen” gelöscht. Manchmal ist es nicht einfach, ein Blogger zu sein. Aber ich möchte auch vielleicht irgendwann ein gern gesehener Gast in Venlo sein. Omroep Venlo berichtet aber jetzt ganz öffentlich, dass in Venlo mindestens einer der drei Coffeeshops der Stadt Ausländer bedient. Somit ist das ganze öffentlich. Die Gemeinde streitet ab, dass es eine Änderung im lokalen Gesetz gibt, aber die Kontrollen des I-Kriteriums keine hohe Priorität hätten. Die Shops sind zu keiner Stellungnahme bereit.
Es bleibt abzuwarten, was jetzt passiert. Ob jetzt die Gemeinde oder Opstelten selbst Maßnahmen anordnet wird sich zeigen. Fakt ist: die Katze ist aus dem Sack und es wird was passieren. Ich bin gespannt, was das sein wird.
Ich bitte darum, dass in den Kommentaren aus genannten Gründen keine Shopnamen genannt werden. Solche Kommentare werden gelöscht. Bitte habt Verständnis dafür.

P.S.: diesen Blogpost habe ich am Handy im Bus nach Berlin geschrieben. Daher habt Verständnis für Tippfehler….

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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