Entwarnung in Nijmegen?!

Der Bericht über die synthetischen Cannabinoide, die in diversen Joints aus Nijmegener Coffeeshops gefunden wurden, hat ziemlich eingeschlagen. Die Zugriffszahlen aufs Blog gingen merklich hoch. Das Thema polarisiert sehr stark und viele werden bei solchen Themen schnell Experten für Streckmittel. Ich würde keinesfalls leugnen, dass im Gras aus Coffeeshops vermehrt Streckmittel auftauchen. Allerdings sollte man auch nicht jeder Meldung blind glauben und gleich den Teufel an die Wand malen. Zekerwel hat nicht nur Coffeeshopgras mit dem EZ Test überprüft, sondern auch Biogras, bei dem sie eine Behandlung ausschliessen konnten. Und auch dort tauchten Verfärbungen in der Testflüssigkeit auf, die auf angebliche synthetische Cannabinoide hinwiesen!

Wer sich noch an die Spice-Geschichte erinnert, weiß, wie schwer sich die Testinstitute taten, um die Chemikalien nachzuweisen. Und jetzt soll ein 20€ Schnelltest ein zuverlässiges Ergebnis liefern? Ich gebe zu, dass ich mich auch hab blenden lassen und dem Testergebnis nach dem ersten Test blind vertraut habe. Aber die Tatsache, dass es auch bei sauberen Gras zu Verfärbungen  kam, lässt nur den Schluss zu, dass der Test nichts taugt.

Zekerwel hat sich an den Hersteller des Tests gewandt. Dieser räumte ein, dass der Test noch nicht optimal ist und sich noch im Versuchsstadium befände. Da ist es fast schon dreist, so ein Produkt auf dem Markt zu werfen. Auch gab er zu, dass unter Umständen auch natürliches Cannabis zu einem positiven Ergebnis führen kann. Mit anderem Worten: Zum Nachweis von Cannabis, das mit synthetischen Cannabinoiden behandelt wurde eignet sich der Test nicht und das Ergebnis hat keinerlei Aussagekraft.

Nach Aussagen der Herstellerfirma wolle man jetzt zumindest die Beschreibung anpassen und auf die möglichen Fehler hinweisen.

Im möchte mich bei dem Coffeeshop “´t Wonder” für die allzu schnelle Berichterstattung entschuldigen. Ich behaupte nicht, dass es in Nijmegen kein gestrecktes Gras gibt, aber der Test hat das nicht nachgewiesen.

 

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de