The Grasshopper Amsterdam verliert seine Lizenz

Foto: Stefan Müller
Foto: Stefan Müller

Für ein Großteil der Amsterdam-Touristen, die die Stadt mit einem Reisebus oder mit dem Zug besuchen dürfte es wohl der erste Coffeeshop sein, den sie wahrnehmen, wenn sie sich vom Bahnhof Stadteinwärts bewegen: “The Grasshopper” im Oudebrugsteeg. Ob es ein guter oder ein schlechter Coffeeshop ist ist dabei völlig egal: Die gute Lage vermittelt jeden Amsterdam-Besucher, dass Cannabis in dieser Stadt etwas ganz normales ist.

Doch damit ist jetzt Schluss, der Laden hat seine Lizenz verloren! Im Zuge des Projekts “1012”, das das berüchtigte Wallenviertel von der Sünde befreien soll, darf in der Immobilie ab sofort kein Cannabis mehr verkauft werden. Das dies passieren soll wusste der Betreiber bereits seit 2009, es gab jedoch immer wieder Aufschiebungen, die letzte bis zum 04. Januar. In dieser Zeit sollte der Betreiber ein alternatives Geschäftsmodell für das Ladenlokal finden, was bislang nicht geschehen ist. Jetzt hat ein Gericht die Lizenz im Eilverfahren entzogen. Die permanenten Fristverlängerungen hätten dem Betreiber  ausreichend Zeit gegeben, den Laden umzubauen.

Man mag zu dem “Grasshopper” stehen wie man will. Ich selbst war einmal drin, habe mir die Karte angeschaut und bin wieder herausgegangen. Allerdings ist er als Symbol für die Stadt sehr wichtig (genauso wie der Bulldog Leidseplein), denn dieser Shop ist kaum zu übersehen und prägt das Stadtbild.

Und jeder Shop, der stirbt, ist einer zu viel.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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