Haarlem will Marihuana im Labor testen

Nol van Schaik
Nol van Schaik

16 Haarlemer Coffeeshops wollen zusammen mit ‘Cannabis Science Europe’ ein professionelles Forschungs- und Testlabor für Cannabisprodukte schaffen. Sollte sich verunreinigtes Gras finden, wollen sie gegen den Gesundheitsminister vor Gericht ziehen.

Das kündigte jetzt Nol van Schaik, Inhaber der drei Willie Wortel Coffeeshops in Haarlem, im Namen aller Coffeeshops an.  In Haarlem arbeiten die Coffeeshops gut mit den Behörden zusammen, was beispieslweise zur Einführung der ‘Keurmerk’ führte, wodurch den teilnehmenden Shops mehr Autonomie eingeräumt wurde. Leider konnte die ‘Backdoor-Problematik’ bisher noch nicht gelöst werden. Aber was nicht ist, kann noch kommen. Die Gemeinde Haarlem ist ein Unterzeichner des ‘Joint Regulation Manifest’, mit dem die Gemeinden legalen Cannabisanbau testen wollen.

Verunreinigtes Gras ist große Gefahr

Die 16 Coffeeshops in Haarlem, vereinigt in THC Ondernemers, tun nun was die Regierung nicht tut, so Van Schaik: “Ich denke, dass eine große Menge des  in Coffeeshops angebotenen Marihuana mit Resten von Pestiziden und Nährstoffen kontaminiert ist, die man mit dem Mikroskop nicht sehen kann. Ich habe Grasbehälter mit toten Insekten drin gesehen, wo wahrscheinlich auch ein Pestizit die Ursache war. Viele meiner Kollegen haben dieselben Erfahrungen gemacht. Ich bin sicher, dass noch mehr verunreinigtes Gras im Umlauf ist, insbesondere bei Straßenhändlern.”

Diese Praktiken können nicht mehr länger durch die Coffeeshops toleriert werden. “Unsere Regierung gibt vor, die Konsumenten mit einem THC-Grenzwert beschützen zu wollen, aber das Gesundheitsrisiko durch Verunreinigungen packen sie nicht an.”

Die Kosten für die Untersuchungen werden von den THC-Ondernemers und Cannabis Science Europe getragen. Wenn diese Tests zeigen, dass das Cannabis mit dem die Coffeeshops handeln müssen, eine Bedrohung darstellt, werden die Coffeeshops den Gesundheitsminister wegen Fahrlässigkeit und dem Gefährden der Gesundheit verklagen.

Van Schaik: “Wir sehen das als einzige Möglichkeit an, auf die Dringlichkeit dieser Problematik und die Notwendigkeit der Legalisierung der Produktion von Cannabis aufmerksam zu machen!”

Eli

Eli

Die Einführung des Wietpas hat mich dazu gebracht, mich für die niederländische Cannabispolitik zu interessieren. Ich komme aus dem mittleren Ruhrgebiet und bin wie so viele am Wochenende immer mal gern in die niederländischen Grenzstädte zu den Coffeeshops gefahren. Die negative Meinung gegenüber Cannabis ist ein Vorurteil, für dessen Abbau ich mich einsetzen möchte!
Eli