Exportschlager Coffeeshop? Oliver wills wissen

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Oliver präsentiert seine Ware

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Am 21.06 will der 46 jährige Hanfaktivist Oliver Becker im Görlitzer Park den ersten (darüber kann man definitiv streiten) Coffeeshop Deutschlands eröffnen. Dies kündigt er in einem fast schon legendären Video auf Youtube an.

Youtube-Direktlink
Die Ankündigung sorgte nicht nur in der deutschen und internationalen Presse für Aufmerksamkeit, sondern natürlich auch innerhalb der Szene. Die Meinungen dabei gehen sehr weit auseinander, die einen nennen Becker den “Kiffer König” (Berliner Kurier), andere halten ihn für einen Spinner, die dritten sehen in der Aktion nur eine Marketingaktion um den Verkauf seiner Autobiographie zu pushen.

Ich selbst bin hin und her gerissen. Einerseits sehe ich schwarz und glaube, dass die Polizei ihn sofort verhaften wird, andererseits sehe ich Parallelen zu den ersten Coffeeshops in den Niederlanden! Auch hier haben sich einige Mutige den Gesetzen widersetzt und ihr Ding durchgezogen. Immer wieder und immer mehr, bis die Regierung eingeknickt ist und die Duldungspolitik für Coffeeshops geschaffen, die sich leider seitdem kaum (und wenn dann zum Negativen) verändert hat.

Das Problem ist aber, dass es in Deutschland das Duldungsprinzip nicht gibt. Die Polizei muss ein Verbrechen zur Anzeige bringen. Ein Ermessensspielraum wie im Nachbarland gibt es hierzulande nicht.

Ich habe Oliver in Köln bei der Millionärswahl kennengelernt. Ein verrückter, aber liebenswerter Kerl. Und vor allem: Kein Laberkopf! Ich traue ihm also definitiv zu, dass Ding so durchzuziehen, wie er es angekündigt hat. Also inklusive des Hungerstreiks. Und wenn er diesen wirklich durchzieht könnte er dadurch eine Märtyrer-Funktion einnehmen. Ein Märtyrer, der für uns alle leidet.
Daher sollten wir alle nach seiner zu vermutenden Verhaftung und dem Beginn des Hungerstreiks geschlossen hinter ihn stehen, unabhängig davon, was wir von ihm oder seiner Aktion halten. Eine geschlossene Aktivistenszene – das wäre doch mal was!
Mahnwachen, Demos, Unterschriftenaktionen – es wird ein spannender Sommer!
Alles Gute, Oliver!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de