Coffeeshop Abraxas nach Kontrolle geschlossen

226898_10200670676958728_1541356735_n2015 ist nicht das beste Jahr für den Betreiber der Abraxas Coffeeshops. Am 1. Januar wurde die Filiale in der Spuistraat für immer zur Vergangenheit. Sie viel der unsinnigen 250m-Regel zum Opfer. Und am 22. Januar wurden dann auch noch bei einem neuem Mitarbeiter im Rahmen einer Routine-Kontrolle in der verbliebenen Filiale (Jonge Roelenstraat 12) kleine Mengen an MDMA und Kokain gefunden. Dies stellt einen eindeutigen Verstoß gegen das H-Kriterium (geen Harddrugs) dar.

Gestern liess Bürgermeister Eberhard van der Laan (PvdA) den Shop auf unbestimmte Zeit schließen. Der Vorwurf: Die Mitarbeiter würden nicht ausreichend kontrolliert werden, um solche Vorfälle zu verhindern. Zwar habe man den Mitarbeiter umgehend gekündigt, trotzdem zeigte man keine Gnade mit dem Shop, dem in 23 Jahren Betrieb nicht einen einzigen Verstoß gegen eine Regel nachgewiesen werden konnte.

Auch der Versuch, bei einem Richter eine einstweilige Verfügung gegen die Schließung zu erwirken nützte nichts. Jetzt wolle man mit der Gemeinde klären, wie lange die Schließung dauern solle.

Ja, das H-Kriterium ist eindeutig und basiert auf dem Hauptgedanken für die Einrichtung von Coffeeshops, der Trennung der Märkte. Trotzdem ist es nahezu unmöglich, seine Mitarbeiter in jedem Detail zu überwachen. Dazu wäre schon ein starker Eingriff in die Intims- und Privatsphäre nötig. In einer Branche, die auf Toleranz basiert ist sowas nur schwer vorstellbar.

Bleibt also zu hoffen, dass die Schließung nicht von langer Dauer sein wird und der Betreiber in Zukunft ein besseres Händchen für die Personalauswahl beweisen kann.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de