Wietkwaliteit in Terneuzen auf dem Tiefpunkt angekommen

Coffeeshop Miami in Terneuzen (Quelle: Google Streetview)
Coffeeshop Miami in Terneuzen (Quelle: Google Streetview)

Nahe der belgischen Grenze liegt die Stadt Terneuzen in der Provinz Zeeland. Nach der Schließung des Coffeeshops “Checkpoint” im Jahre 2008, über die wir berichteten, gibt es jetzt nur noch eine geduldete Verkaufsstelle namens “Miami”. Dieses Etablissement ist allerdings nicht gerade für die hohe Qualität seiner Cannabis-Produkte bekannt. Daher sucht man seitens der Gemeinde nun nach Lösungen. Es sollte außerdem nicht unerwähnt bleiben dass die maximale Verkaufsmenge – pro Tag und Kunde – bei 2 Gramm liegt. Wie Ihr euch sicher vorstellen könnt, bedeutet das einen enormen Aufwand um seinen Bedarf zu decken. Die nächsten Coffeeshops befinden sich in Vlissingen und Goes, welche somit ca. 30 Minuten entfernt sind. Davon profitiert verständlicherweise am meisten der illegale Straßenhandel. Die letzten Testkäufe und Beschlagnahmungen zeigten zudem, dass das Wiet auf dem Schwarzmarkt eine höhere Qualität aufweist als im “Miami”. Um den Straßenhandel einzudämmen wurde die Grenze nun für ein Jahr auf 3 Gramm erhöht, aber wie dadurch eine Qualitätssteigerung stattfinden soll bleibt weiterhin ein Rätsel. Besonders intelligent scheinen die Entscheidungsträger in Terneuzen nicht zu sein. Es gibt etliche Beispiele die einem aufzeigen was verschärfte Regeln bezüglich der Coffeeshops für Auswirkungen haben. Da muss man schon fast davon ausgehen, das einige Politiker finanzielle Interessen am Schwarzmarkt haben. Jüngste Ereignisse haben uns ja bewiesen, wie naheliegend so etwas manchmal sein kann.

Ich will hier aber auch keineswegs den Shop aus der Verantwortung nehmen. Nur weil man diese Begrenzungen hat, heißt es nicht, dass man schlechte Ware verkaufen muss. In heutigen Zeiten ist es anscheinend nahezu unmöglich geworden sich gemeinsam zu organisieren bzw. gegen etwas aufzulehnen. Anstatt geschlossen gegen die, zugegebenermaßen lächerliche, Verkaufsmenge vorzugehen, vergrault man sämtliche Kunden. Mit gemeinsamen Protesten, bestehend aus Betreiber/Mitarbeitern und Kunden, hätte man sicherlich einiges erreichen können. Ein Großteil der Konsumenten wünscht sich mittlerweile einen neuen Shop aber bis es zu dieser Debatte kommt wird es wohl noch dauern. Jeder geschlossene Coffeeshop schmerzt natürlich, doch hier wäre die Schließung wohl die beste Lösung. Sollte der Betrieb so weiter laufen wie bis jetzt, dürfte der Shop bald sowieso insolvent sein. Es haben, wie wir wissen, grundsätzlich nur Niederländer Zugang und die versorgen sich bereits jetzt fast ausschließlich nur durch Privathändler. Hier haben sowohl der Bürgermeister Jan Lonnik (PvdA) als auch der Betreiber des Shops auf ganzer Linie versagt. Ich behaupte einfach mal, beide sind in ihrem Job komplett falsch aufgehoben und sollten sich zügig nach etwas anderem umsehen. Also immer dran denken: Augen auf bei der Berufswahl!

Noch eine kleine Anekdote aus Terneuzen. Im örtlichen Freibad sollte das Spritzen von Haschgift Rauchen von Joints bzw. alle anderen Konsumformen verboten werden. Eine besorgte Mutter hatte sich bei der Gemeinde beschwert, dass es ständig nach Cannabis riechen würde und somit eine Gefahr für ihre Kinder bestünde. Selbstverständlich hatte dies keinen Erfolg aber der Gemeinderat appelliert an die Vernunft der Konsumenten sich bedeckt zu halten oder gänzlich darauf zu verzichten. Allerdings zeigen meine Erfahrungen, dass niederländische Marihuana-Freunde sehr rücksichtsvoll sind und den Kontakt mit Kindern vermeiden. Um ein Gespräch mit ihrem Kind wird die Frau trotzdem nicht herum kommen. Eltern, die Cannabis verteufeln, schwächen immens ihre Glaubwürdigkeit. Vor allem in der Pubertät führt das mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem steigenden Konsum.

 

Kushdee

Kushdee

In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit der Niederländischen Coffeeshopkultur beschäftigt und einige Erfahrungen vor Ort sammeln dürfen. Sie hat mich quasi in Ihren Bann gezogen und lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich hier auf "Kein Wietpas!" dabei sein zu dürfen und euch regelmäßig Beiträge zu liefern. Wie man in den Grenzregionen sieht, kann auch ein "kleines" Blog zur Verbesserung der Situation beitragen.
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