Tabakverbot in Coffeeshops wieder Thema

Alle Jahre wieder unternimmt man bei unseren Nachbarn westlich der Staatsgrenze den Versuch, Tabak aus dem Coffeeshop zu verbannen. Das kann man prinzipiell natürlich erstmal nur begrüßen, doch sind mir persönlich wenig wirksame Verbote in dieser Form bekannt. Wäre man nun ganz verrückt (oder auch nicht) könnte man mal wieder einen Angriff auf die Cannabisszene vermuten, doch ganz so einfach ist es natürlich nicht. Zum einen gilt für mich schon immer die Devise “leben und leben lassen”, andererseits ist es selbstredend nicht gerade sinnig, etwas krebserregendes mit etwas zu mixen, was die Symptome von Krebs bzw. Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern soll. Das hält Millionen Konsumenten, vornehmlich in Europa, aber nicht davon ab, diesen Mix zu konsumieren, mich eingeschlossen. Nun aber zum aktuellen.

Die “Nationale Präventionsvereinbarung”, bestehend aus den drei wichtigen Säulen problematischer Alkoholgebrauch, Übergewicht/Gefährliche Ernährung und eben das Rauchen. Diese Vereinbarung sieht vor, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre alle Raucherräume aus den Gaststättenbetrieben verschwinden sollen. Immerhin ist man konsequent und nimmt auch alle anderen in die Pflicht, die über solche Räume verfügen. Wie immer, ist dies aber noch nicht in Stein gemeißelt. Initiator ist der Staatssekretär Paul Blokhuis, welcher logischerweise im Bereich Volksgesundheit tätig ist. Eine weitere schlaue Idee von ihm zielt auf den Zigarettenpreis ab. Dieser sollte besser gestern als morgen um die 10€ pro Packung betragen. Zum Glück hat das Kabinett gleich eingesehen, dass das nur geht, wenn auch die Nachbarländer die Preise angleichen. Ansonsten dürfte der Schmuggel aufgrund der günstigen Lage innerhalb kürzester Zeit florieren. Doch glaube ich leider, dass sich zumindest das Rauchverbot langfristig durchsetzen wird. Da mag es noch so viele Richter und Staatsanwälte geben, die bei Hans in der Kneipe die Lunge teeren und ein Bier zischen wollen. Paradox ist aber trotzdem irgendwie, wieso weiterhin pure Joints geraucht werden dürfen. Es soll sich doch wohl nicht heimlich die Erkenntnis eingeschlichen haben, dass Cannabis rauchen wesentlich gesünder ist? Das würde mich doch schwer wundern. Gleiches gilt für Tabakersatz: Dieser darf auch beigemengt werden. Es dürfte wohl an der Duldung selbst liegen, welche es unmöglich macht, irgendwelche Gesetze bezüglich der Form des Konsums zu entwerfen. Damit würde man ja eher in Richtung Legalisierung/Regulierung gehen und einem wichtigen Thema in Sachen Cannabis eine gesetzliche Grundlage geben. Dabei ist bekannt, dass man das in den Niederlanden seit über 40 Jahren so gut es geht vermieden hat, um immer alles recht schnell rückgängig machen zu können, falls nötig. Es bleibt in jedem Falle auch weiterhin ein wichtiges Thema und wie schon erwähnt bezweifle ich, dass man es noch aufhalten kann. Wie sehr die Niederländer mit ihren “drei Augen zudrücken” das Verbot in der Praxis durchführen würden, bleibt die nächste Frage.

Ich verfolge das Thema jedenfalls mit Spannung und hoffe da auf baldige Klarheit wann es losgeht. Es gibt jetzt noch weitere Treffen, um etwaige Probleme in der möglichen Durchführung zu besprechen. Auch der niederländische Gaststättenverband rechnet mit einer Umsetzung spätestens im Jahr 2022, sollte noch erwähnt sein.

Da bleibt nichts anderes als abwarten und Wiet rauchen.

Oder verdampfen…

Kushdee

Kushdee

In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit der Niederländischen Coffeeshopkultur beschäftigt und einige Erfahrungen vor Ort sammeln dürfen. Sie hat mich quasi in Ihren Bann gezogen und lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich hier auf "Kein Wietpas!" dabei sein zu dürfen und euch regelmäßig Beiträge zu liefern. Wie man in den Grenzregionen sieht, kann auch ein "kleines" Blog zur Verbesserung der Situation beitragen.
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