Beschossene Coffeeshops in Amsterdam und Delft: Schließung für immer?

Drive-by-Shootings auf Coffeeshops vor allem in Amsterdam waren 2016 eines der dominierenden Themen hier im Blog. Zeitweise gab es jede Woche einen neuen Coffeeshop, der zuerst in der Nacht beschossen und anschließend vom Bürgermeister geschlossen wurde. Später hat dann die Stadt eine Übereinkunft mit den Shops getroffen, die erhöhte Sicherheitsvorkehrungen einschließt, aber auch ein schnelleres Wiedereröffnen der betroffenen Shops. Mittlerweile sind auch alle Shop wieder geöffnet, bis auf “The Power”. Und dies wird auch so bleiben. Der Betreiber hat jetzt auch noch das Berufungsverfahren verloren und hat jetzt die erneute, richterliche Bestätigung, dass er seinen Shop nicht mehr öffnen darf. Inzwischen ist auch die Betriebsgenehmigung abgelaufen und es müssten sowieso neue Antragsverfahren gestartet werden.

Ansonsten wurde es jedoch ruhig um das Thema in Amsterdam. Anders jedoch in Delft (Südholland). Hier gab es bereits im Mai besonders krasse Anschläge auf die beiden Coffeeshops “The Future” und “The Game”. Zuerst wurde am 08. Mai der Coffeeshop “The Future” mehrfach beschossen. Auch das benachbarte Sonnenstudio wurde dabei getroffen. Eine Woche später dann wurden dann beide Coffeeshops mit Handgranaten geworfen. In beiden Fällen kam es zu Detonationen, verletzt wurde zum Glück niemand.

Bürgermeisterin Marja van Bijsterveldt (CDA) hat die beiden Coffeeshops, die vom selben Betreiber geleitet werden umgehend geschlossen. Durch eine Öffentlichkeitsfahndung mit Hilfe von Überwachungskameraaufnahmen konnten die mutmaßlichen Täter ermittelt und verhaftet werden. Es handelt sich um einen 40-jährigen Mann aus Den Haag, einen 22-jährigen Mann aus Delft und eine 30-jährige Frau. Letztere stellte sich als Witwe eines bekannten Kriminellen aus Delft, der wegen Handels mit XTC und eines Raubüberfalls auf ein Postamt im Gefängnis saß und dort Suizid begang.

Die geschlossenen Coffeeshops bleiben auch nach der Verhaftung noch auf unbestimmte Zeit geschlossen, was jetzt auch das Verwaltungsgericht Delft nach Klage des Betreibers bestätigt hat.

Man wolle mindestens noch das Abschließen der polizeilichen Ermittlungen abwarten, bevor neu entschieden werden kann.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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