Amsterdam: Sprengstoffanschlag auf Coffeeshop

Wir erinnern uns noch zu gut an die Serie von Drive-by-Shootings auf Coffeeshops, primär in Amsterdam. 2016 wurden nach immer dem selben Muster Schüsse auf Coffeeshops abgefeuert. Dies passierte immer außerhalb der Öffnungszeiten, so dass es nie Verletzte oder Tote gab. In der Regel kam es daraufhin zu temporären und permanenten Schließungen, bis mit der Gemeinde eine Lösung gefunden wurde um die harten Sanktionen für die eigentlichen Opfer zu vermeiden. Seitdem hat das Thema an Relevanz verloren, nur noch selten wurden Coffeeshops mit Waffen beschossen.

Nicht nur der Shop wurde in Mitleidenschaft gezogen

Vergangenes Wochenende jedoch gab es einen dramatischen Zwischenfall in Amsterdam Oost. In den frühen Morgenstunden am Sonntag kam es zu einer lauten Explosion im Coffeeshop “Smoke Palace”. Die Erschütterung war so heftig, dass die Polizei erst gar nicht gerufen werden musste: Die Beamten einer nahe gelegenen Polizeistation haben die Explosion gespürt und konnten so schnell am Tatort sein. Dort fanden sie ein Bild der Verwüstung: Der Eingangsbereich des Shops war zerstört, in den Häusern gegenüber waren einige Fensterscheiben zersprungen.

Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Detonation durch Sprengstoff verursacht wurde. Überwachungskameras zeigen einen verdächtigen Mann zum Tatzeitpunkt (gegen 4.45 Uhr), der kurz vor der Explosion los rannte und dann mit einem Roller verschwand. Nach ihm fahndet die Polizei jetzt, die Überwachungsvideos wurden jedoch noch nicht für die Fahndung veröffentlicht.

Es bleibt zu hoffen, dass es bei diesem Einzelfall bleibt und es nicht erneut eine Anschlagsserie auf Coffeeshops gibt. Es war nicht der erste Anschlag mit Sprengstoff auf einen Coffeeshop, aber solche Ereignisse sind zum Glück sehr selten.

Bislang wurde von der Bürgermeisterin oder der Polizei noch keine Schließung ausgesprochen, allerdings halten die Ermittlungen am Tatort an, so dass es derzeit keinen Geschäftsbetrieb gibt.

Zudem müssen natürlich erst die Schäden am Gebäude behoben werden.

Mich wundert es doch ein wenig, dass das Thema überhaupt nicht in den internationalen Medien besprochen wurde, die sich doch eigentlich allzu gerne auf jedes Ereignis stürzen, wo man irgendwie einen “Anschlag” reininterpretieren kann…

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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