In Erinnerung an Nol van Schaik

Als ich 2012 “Kein Wietpas!” ins Leben gerufen habe, war ich komplett neu in der Cannabis-Szene. Ich kannte keinen Aktivisten, weder in Deutschland, noch in den Niederlanden. Sehr schnell wurde ich auf einen Mann aufmerksam, den man zweifelsohne zu den wichtigsten Akteuren des niederländischen Aktivismus zählen musste: Nol van Schaik. Sehr schnell traten wir miteinander in Kontakt und irgendwann lernten wir uns auch persönlich kennen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Nol auch Teil von “Kein Wietpas!” wurde. Wir übersetzten Texte von ihm, er versorgte uns mit Hintergrund-Informationen, er war Co-Admin unsere Facebook-Page.

Gestern ist er überraschend verstorben.

Inspirierende Energie

Die Nachricht traf mich wie ein Schock. Selten habe ich einen Menschen getroffen, in dem so viel Energie steckte wie in Nol. Unvorstellbar, dass er nicht mehr lebt. Ich kann mich noch gut dran erinnern, als ich ihn zum ersten Mal im Rahmen des AMS420-Events 2013 persönlich traf. Nachdem er Tagsüber die Demonstration und Abends die Party fast im Alleingang moderierte setzte er sich mitten in der Nacht an den Tisch um Papierkram zu erledigen. Zu einer Zeit, wo ein Großteil der Partybesucher schon aufgegeben hatte und nach Hause gefahren ist und auch wir mit der Müdigkeit kämpfen mussten. Wie kann so eine Mensch nur seine Lebensenergie verlieren?

Nol hinterlässt eine trauernde Ehefrau, Kinder, Enkelkinder, unzählige Geschäftspartner, Freunde und Fans. Er hinterlässt eine Lücke, die sich nicht wieder schließen lässt. Er setze sich für eine bessere Welt ein, weit über die Grenzen der Niederlande hinaus. Spanien, Deutschland, Großbritannien, überall hinterließ er seine Spuren. Schon früh setzte er sich sowohl für medizinische als auch Genusskonsumenten ein. Das ganze jedoch nie verbissen, stets steckte seine gute Laune an.

Nol van Schaik, Geschäftsmann, Aktivist, Bodybuilder, Ehemann, Vater, Opa, Legende, Freund, wir werden Dich vermissen!

Ruhe in Frieden.

Mein besonderes Beileid gilt der Familie.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de