Viele Politiker aus Venlo wollen Amsterdams Beispiel folgen

Ich ahne bereits, dass jetzt sehr viele Leser hier in vor Freude weinen werden: In Venlo regt sich Widerstand! Viele Politiker fordern, dass in Venlo wieder Ausländer in die Coffeeshops dürfen und fordern, dass die Stadt dem Beispiel Amsterdams folgen soll.

Ratsmitglied Hay Janssen von der PvdA interpretiert „lokale Anpassungen“ ähnlich wie Amsterdams Bürgermeister. Er hat eine breite (das sollte jetzt kein Wortspiel sein…) Unterstützung, auch von der lokalen VVD. Er hoffe ebenso, dass Venlo Vorbild für die ganze Provinz sein werde.

Ton Heerschop (Ratsmitglied von der SP) hat getwittert (Übersetzung): Amsterdam wird ab 01. Januar Touristen zulassen OHNE Wietpas. Dann soll auch Venlo zurück zur Zeit VOR dem 01.Mai

Ein Sieg der Vernunft?

Vom Bürgermeister Wim Dijkstra konnte ich noch kein Statement finden. Vielleicht reicht aber auch einfach nur das Wissen über die Tatsache, dass er von der PvdA ist aus, um beurteilen zu können, wo der Hase lang läuft….

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • mike

    Das wäre der Wahnsinn!!!

  • jol

    gut dass es jetzt die diskussion gibt,hoffe weitere städte folgen

  • jol

    hier sagt der bürgermeister was ist aber schon 2 jahre her er war für den pass http://www.youtube.com/watch?v=cycFRHgYSqE ab 5:10

    • Hubert Bruls ist jetzt aber nicht mehr der Bürgermeister von Venlo (sondern von Nijmegen).
      Seit diesem Jahr ist der amtierende Bürgermeister Wim Dijkstra, der lustigerweise vorher Bürgermeister von Nijmegen war….

  • Das hört sich ja sehr gut an: Vor allem wenn es ein Signal für die ganze Provinz Limburg (damit nämlich auch Maastricht) wäre. Sollte es ein deja vu sein? Immerhin ging die ganze Duldungspolitik damals ja auch von Amsterdam aus.

    Ob es ein Sieg der Vernunft (gerade bei VVD-Politkern) ist, wage ich zu bezweifeln. Eher die Einsicht in die Undurchführbarkeit. Immerhin hat der Wietpas ja keinesfalls zum zuvor erklärten Ziel der Verringerung der Overlast geführt – im Gegenteil nahm diese ja dann erst so richtig zu. Das hat ja außer Opstelten, Teeven und Hoes bereits jeder eingesehen.

    Konservativen Wählern kann man evtl. auch nicht so leicht Entscheidungen verkaufen die die Strassenkriminalität fördern und die Wirtschaft schädigen.

    Nun wird es aber (hinter den Kulissen) einen Aufschrei aus den Nachbarländern geben, wenn die Niederländer wieder Touristen zulassen. Ich denke Opstelten kriegt da auch Druck aus dem Ausland. Ich freue mich jedenfalls. Allerdings vermute ich, das die Kontrollen an den Grenzen schärfer denn je werden, wenn Venlo und Maastricht wieder offiziell Cannabistouristen haben.

  • Elli

    wir sollten nicht zufrieden sein damit! Es kann doch nicht sein, dass Deutschland jeden kleinen Feldweg Tag und Nacht mit Hundertschaften und Spürhunden sichert, während ein paar Meter weiter alles völlig ok ist.

    • ersguterjunge25

      Die können absichern was die wollen. Das hat die ganze zeit nix gebracht und wirds auch in Zukunft nicht tun. Viel schlimmer ist die tatsache das die Niederländer sich von slchen uneinsichtigen Prohibitionisten unter druck setzen lassen müssen.

      • mike

        Diejenigen die an der grenze erwischt werden sind selbst schuld. Gras in der hosentasche oder unterm sitz:-)

      • Elli

        sind wahrsch nicht alle so klug wie du ^^

      • mike

        Richtig erkannt

  • Ich will ja nicht behaupten ich hätte es ja gesagt aber ich habs ja gesagt. ;)
    Niemals den Kopf in den Sand stecken. Mit den lokalen Anpassungen wird hoffentlich einiges möglich sein. Ich freue mir den Hintern ab wenn ich das erste mal wieder gemütlich in meinem Stammshop sitzen kann und mit dem Leuten da über den Wietpas Unsinn lachen kann. Vieleicht bekommen ja sogar entlassene Angstellte eine neue Chance. Wäre jedenfalls klasse. Selbst wenn Opstelten jetzt noch schnell versuchen würde die einzuschränken, würden die Bürgermeister dem schon sehr genau vermitteln wie viel sie davon halten.
    Die oft erwähnte Overlast wurde ja auch nie offziell untersucht, da konnte man viel herbeirreden was vieleicht gar nicht überall da war. Eine handfeste Studie gabs leider nicht. Aber konservative Wähler zieht man aber immer schnell auf seine Seite, wenn man ihnen Angst macht und dann so tut als wolle man hart gegen den Auslöser vorgehen. Damit will ich nicht sagen, dass die Besucher nicht tatsächlich mal hier und da für Overlast gesorgt haben. Konkrete Infos haben trotzdem leider gefehlt.
    In Venlo wurden die meisten Besucher aus dem Ausland im Roots/Oase bedient. Viele sind dann direkt wieder gefahren, manche haben sich vorher oder nachher noch in Venlo selbst wie ganz normale Touris verhalten. In der Umgebung von Huzur und Nobodys Place gibt es viele Parkmöglichkeiten die so angelegt sind, dass Coffeeshopbesucher und Anwohner nicht um die Plätze kämpfen mussten. Ansonsten war auch regelmäßig mal die Polizei in der Gegend.
    Wenn Venlo also gar kein großes Problem mit Overlast hat, dann kann ich mir gut vorstellen, dass die auch bald wieder Ausländer in die Shops lassen.

    Das wird schon!

  • Also je länger ich darüber nachdenke, desto mehr halte ich die Overlast-Argumentation für vorgeschoben. Gerade aus Maastricht habe ich ja (war sicher 2 – 3 mal im Monat da, früher sogar mal alle 3-4 Tage). Die Parksituation ist da gut geregelt. Es gibt Parkhäuser und auf der Straße ist eine Seite (manchmal auch beide) nur für Vergunnighouders (Anwohnerparken) das ist per Schild und oft auch gelbem Streifen auf dem Bürgersteig gekennzeichnet. Es ist nicht wie bei uns, wo die Nicht-Anwohner nur ein Ticket ziehen müssen. In NL ist auf der einen Seite parken mit Ticket, auf der anderen für Anwohner. Touristen die das erste Mal da sind kapieren das zwar nicht immer, in Maastricht hab ich es mal einem Franzosen erklärt, der mich auf der Straße gefragt hat, ob er da parken darf – lustigerweise traf ich den dann 15 Minuten später im Coffeeshop wieder. Nach dem ersten Knöllchen (kostet knapp 50 Euro) macht den Fehler aber sicher keiner mehr. Die Dauer-Drogentouristen (der Abschaum) weiß sehr genau wie da geparkt wird. Kiffer laufen ja auch nicht gröhlend durch die Straßen. Das einzige was es zu Stoßzeiten gab, waren Warteschlangen da der Perso in Maastricht ja immer beim Eintritt eingescannt wird – noch so ne blöde Maßnahme. Manche Grüppchen von gerade mal 18jährigen Jugendlichen (die ich vor allem wg. meinem Führerschein-Problem im Bus von Aachen nach Maastricht beobachten konnte), haben sich nicht so toll benommen – aber wirklich schlimm waren die auch nicht – allerdings hab ich da schon gehofft, sie könnte was leiser sein. Trotzdem ist das ja nichts gegen das Oktoberfest oder Ballermann auf Malle u.ä.

    Na ja – ich hoffe das Beste und möchte auch bald wieder in meine Stamm-Shops in Maastricht – hoffe auch das die 450 Leute die da entlassen wurden ihre Jobs wiederbekommen – das ein Bürgermeister dafür sorgt das 450 Leute in seiner Stadt ihren Job verlieren ist für sich genommen schon ein Skandal.

    Ich träume schon von Leuchtschildern auf der Autobahn und den Einfallstraßen (wie im Mai wo da stand: NEW RULES NO DRUGS!) wo dann steht: NEW RULES DRUGS AVAILABLE!

  • Anonymous

    Noppes:-) Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

  • jdg

    hier ein interview von nos.nl mit wim dijkstra. wie die überschrift schon verrät will er uns böse deutsche nicht bei sich haben:

    http://nos.nl/audio/435816-wij-verlangen-niet-terug-naar-de-duitsers.html

    • Basjoe

      Autsch! Selbst innerhalb der PvDA scheinen die Meinungen weit auseinander zu gehen.

    • Wie gut ist denn Dein Niederländisch @ jdg? Ich habe den Audio-Beitrag auch angehört (schon heute Abend beim Mailverkehr mit mobo). Die Überschrift ist etwas irreführend. Er sagt schon, dass man sich die Deutschen nicht zurückwünscht. Wenn man aber genau hinhört, ist das Credo des Beitrages, das es vor dem Wietpas in Venlo schon gut geregelt war, da man ja 2 Coffeeshops aus den Innenstadt ausgelagert habe, und nun seit dem Wietpas die deutschen die Innenstadt überfluten würden und für Belästigung sorgen. Die Mafia habe sich verbessert und verstärkt. Die Jugend sei nun gefährdet und der Kampf gegen Mafia und Strassenhandel habe Priorität. Alles würde unternommen um das zu unterbinden. Man wünsche sich zwar die Deutschen nicht unbedingt zurück aber der Kampf gegen die Mafia sei wichtiger.

      Zwischen den Zeilen sagt er also: Besser die Deutschen fahren wieder in die Coffeeshops außerhalb als das sie in der Innenstadt die Mafia unterstützen und für Belästigung sorgen und zudem gefährdet der Strassenhandel die inländische Jugend. Auch wenn er das so nicht ausspricht ist das das Credo des Interviews.

      • Das soll übrigens gar nicht arrogant klingen und ist keinesfalls ein Vorwurf an Dich @ jdg. Das ist typische Politiker-Ausdruckweise und selbst im Deutschen ist ja oft bei solchen Interviews mit Politikern nicht ohne weiteres zu erkennen, was sie wirklich meinen. In einer Fremdsprache ist das natürlich noch schwerer. Natürlich kann er nicht so einfach eine Kehrtwende verkünden. Allerdings ist die eigentlich Aussage: Wir wünschen uns die Deutschen zwar nicht zurück, aber die Bekämpfung von Mafia und Strassenhandel und der Schutz der Jugend sei das Wichtigste. Alle Maßnahmen dagegen seien durchzuführen (und die Maßnahme dagegen ist eben Ausländer wieder in die Shops zu lassen – auch wenn er das nicht sagt – das ist aber die logische Konsequenz aus dem was er sagt).

  • jdg

    mein niederländisch ist bestimmt nicht allzu gut, hab mir mal ein paar basics angeschaut und lese und höre durch interesse an coffeeshops und und nl recht viel, von einem sehr gut bin ich allerdings wie man nun wohl an diesem bsp sehen kann weit entfernt^^.
    die überschrift+ das was ich herausgehört hatte haben sich für mich so angehört, ich höre zwar, dass es in der zweiten hälfte eher um die mafia etc geht, aber er sagt doch auch(korrigier mich bitte wenn ich falsch liege), dass fast der ganze gemeinderat dagegen ist deutsche wieder zuzulassen.
    der letzte satz von ihm ist allerdings wie ich inzwischen raushöre:“alles was die menschen von den kriminellen organisationen weghält ist erwünscht“ in bezug auf die konkrete frage des interviewers wie es denn nun mit den deutschen aussieht.
    noch ne frage antonio:zwischen min 1:33 und 1:50 sagt wim doch, dass sie die deutschen aus der innenstadt heraushalten wollen, was sie aber eigentlich schon vor jahren durch roots/oase gelöst hatten, versteh ich das richtig?

    • Hi jgd,
      bin zwar nicht Antonio aber vieleicht kann ich dir ja trotzdem helfen. Wim Dijsktra wird gefragt, ob man tatsächlich wieder alles so wie vor dem Wietpas regelt, also auch mit Deutschen in den Coffeeshops. Die Anwort ist eindeutig „Das könnte schon sein.“
      Der Bürgermeister sagt nicht, dass der ganze Gemeinderat dagegen ist auch Ausländer wieder in Coffeeshops zu lassen. Da geht es um den zunehmenden Straßenhandel. Der Gemeinderat will diesen auf jeden Fall eindämmen. In dem Abschnitt zwischen Min 1.33 und 1.50 sagt Dijkstra, dass man sich aber überlegen wird ob man auch weiterhin Deutsche abweisen kann. Allerdings würde eine Versorung am Stadtrand auf jeden Fall den Handel im Centrum reduzieren. Anschließend sagt ja sogar Martin Camp von der VVD, dass man vor dem Wietpas eigentlich kein großes Problem mit der Overlast hatte und Opstelten deswegen auch informiert wurde. Jetzt ist es unruhiger und gefährlicher als vorher, dass soll sich ändern, egal wie.
      Ich kann Antonio da nur zustimmen. Man merkt, dass es beiden im Grunde recht ist auch Ausländer wieder in die Shops zu lassen, wenn das dazu beiträgt die jetzige Situation zu verbessern. Sie wünschen sich das nicht unbedingt aber den Straßenhandel sehen sie als weit schlimmer an.

  • drlove

    Habe heute im WDR2 einen Bericht über Venlo und den Wietpas gehört, die haben die Situation komplett anders geschildert. Kurz zusammengefasst haben Sie berichtet, wie glücklich doch alle ohne die Dopetouris sind. Der Bericht war sehr Einseitig und hat nur die Stellung des konservativen Bürgermeisters wiedergegeben. Unsere Seite wurde nicht in einem Nebensatz erwähnt. Hoffen wir mal auf bessere Zeiten. War auch ein bisschen erschrocken, weil in dem Berigerade die Deutschen cht gesagt wurde das Sie doch besonders froh

    • drlove

      Sorry Sie wären angeblich froh speziell die Deutschen los zu sein. Falls das wirklich so sein sollte werde ich diese Stadt nie wieder betreten, sondern dahin fahren wo man als Mensch noch willkommen ist….

  • Hier gibt es übrigens noch einen Audiobeitrag von nos.nl http://nos.nl/audio/435843-we-zijn-met-die-wietpas-helemaal-niets-opgeschoten.html
    Dort gibt der Inhaber des Nododys Place in Venlo auch ein umfassendes Statement ab. Er sagt, dass eigentlich immer noch sehr viele Deutsche nach Venlo fahren und dann oft einfach von Niederländern etwas kaufen. Man hat Kunden die quasi jeden Tag kaufen und eindeutig etwas weiter verkaufen. Dazu kommen noch eigenständige Dealer. Aus seiner Sicht ist der Drogentourismus also nicht wesentlich weniger geworden. Das Einzige was sich geändert hätte, wäre ein Markt den keiner überlicken kann. Außerdem verteilt sich die Overlast jetzt auf die ganze Stadt während sie vor dem Wietpas wenn überhaupt nur in gewissen Brennpunkten auftrat.
    Ich kann nur sagen, dass ich auch seit dem Wietpas nicht weniger Deutsche in Venlo sehe. Ok man weiß natürlich nicht immer was die vorhaben aber man sieht immer noch einige Menschen mit einem sehr eindeutigen Ziel. Das keine Drogentouristen (blöder Begriff) mehr kommen stimmt auch aus meiner Sicht nicht.
    Es könnte also wirklich einen Anreiz geben es so zu machen wie in Amsterdam.

  • Anonymous

    AMSTERDAM BLEIBT FREI. DAS IST JETZT ABGESEGNET!!!!!

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  • jdg

    tagesschau.de stellt es leider auch so dar wie ich es interpretiert hatte, die haben auch den oben geposteten audiobericht als quelle genommen wie man hört.
    schade, hätte schon erwartet, dass das niederländisch eines profesionellen nachrichtenmagazins wie der tagesschau besser ist als mein eigenes :D

    http://tagesschau.de/ausland/coffeeshop106.html