Beschluss des Stadtrats Rotterdam

In den letzten Tagen ist es hier sehr ruhig gewesen. Das liegt nicht daran, dass ich keine Lust mehr hatte und mich mit den Millionen, die ich mit „Kein Wietpas!“ verdiene in der Karibik zur Ruhe gesetzt habe, sondern weil es schlicht keine Wietpas-Nachrichten gab. Aber jetzt konnte ich in den Tiefen des Internets wieder etwas ausgraben…

Es geht um einen Beschluss des Rates der Stadt Rotterdam. Es ging um das „Abstandskriterium“ für Coffeeshops, also die Mindestentfernung, die ein Coffeeshop zu einer Schule haben muss. Die Regierung plant, dass sie von derzeit 250m auf 350m angehoben werden soll. Amsterdam hat ja kürzlich erst verkündet, dass die Umsetzung vorerst um ein Jahr verschoben wird. Rotterdam geht einen Schritt weiter und schliesst die Ausweitung der Entfernung komplett aus.

Ein Bemerkung liest sich besonders toll: „Es werden keine Anpassungen an der bisherigen Coffeeshop-Politik unternommen, die die Anzahl der Shops verringern werden“

Da kann man eine Menge reininterpretieren…

Übrigens, das schockiert am meisten: Die PvdA, eigentlich die guten, hat dagegen gestimmt!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de

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  • shadu

    Zitat: „PvdA die Guten“. Mag ja sein was den Wietpass anbelangt. Aber in Amsterdam wollen sie ein „patatverbod“ einführen. Tut mir leid aber die haben doch einen an der
    Waffel ! Schlussendlich scheint sie auch nur eine Bevormundungspartei zu sein.

    • Genau wie in Amsterdam kann ich mir in Rotterdam keinen Ausschluss von Ausländern vorstellen. Nicht bei dem Bürgermeister…

  • Na ja, die Abstandsregel – ich kann die Leute schon verstehen, die den Abstand ausdehnen wollen. Wenn alle CS ihre Lizenz behalten und an neuem Ort öffnen dürfen – OK.
    Jugendschutz ist eines der kräftigsten Argumente für legalen Hanf – wir selbst sollten stark daran interessiert sein die unter 18/21jährigen möglichst weit weg vom Geschehen zu halten!
    Insofern könnte das Gegenstimmen der PvdA evtl. Sinn machen?!

    P.S.
    Mir ist auch klar, das die Abstandsregel eher dazu bestimmt ist CS zu „töten“. Wäre dies aber nicht der eigentliche Zweck ist nichts gegen die 350m einzuwenden.

    • Die Abastandsregel ist der totale Schwachsinn! Was soll es denn bringen? Schüler kommen eh nicht in CSs rein. Und wenn, dann nicht in der Schulzeit, denn dann sind sie in der Schule. Und da ich davon ausgehe, dass die meißten Schüler einen längeren Schulweg als 350m haben, ist es eh völlig irrelevant.
      Ich verstehe diese doppelmoral nicht. Schüler sollen am besten keinen Coffeeshop sehen, aber Sexshops legen DVDs ins Schaufenster, die ALLES zeigen…

      • Sorry, ich denke aber das ist nicht weit genug gedacht.
        Wie bin ich an Tabak rauchen gekommen? Tante Emma war 50m von der Schule weg… Die Älteren kaufen Kippen für die Jüngeren. Wäre weit und breit keine Tante Emma gewesen hätte es noch einige Jahre länger dauern können bis ich soooo regelmäßig geraucht hätte.
        Wenn die CS weiter von der Schule entfernt sind als die Pausenzeiten das Hin- und Her ermöglichen ist diese Gefahr zum Teil gebannt. Nach der Schule kiffen die Jungs natürlich trotzdem irgendwie – aber während der Schulzeit mal so gerade eben nen Älteren los schicken funktioniert nicht mehr so gut.
        Da nach der Schule der Zugriff auf Hanf einfach bleibt lässt sich die „Durststrecke“ in der Schule besser überstehen als wenn Hanf illegal ist und dann sowieso direkt auf dem Schulhof gehandelt wird.

        • Selbst wenn ein Coffeeshop auf dem Schulgelände eröffnet, dürfen Schüler dort nicht rein. Minderjährige haben halt keinen Einlass. Das ist unabhängig von der Entfernung. Und solange der Jugendschutz eingehalten wird (also auch keine großen Brüder, die ihren minderjährigen Geschwistern was mitbringen) können sioch die Kids auch auf den Kopf stellen. Und jeder, der schonmal in einem Coffeeshop war weiss, dass die Ausweise dort sehr streng kontrolliert werden. Zu recht!

      • Nicht wenige machen das letzte Abijahr mit vollendetem 18ten Lebensjahr. Die sind Schüler und bringen den „kleinen“ das Zeugs mit. War vor 35 Jahren mit Tabak bei mir so und wird, je näher ein CS an einer Schule ist, heute mit Hanf in NL nicht anders sein.

        • Dagegen helfen aber weder Gesetze, Verbote oder Abstandskriterien. Im Gegenteil: Die fördern das eher.
          Wer will, der macht. So ist es nunmal.

        • Es sollte lieber mehr Geld in einer vernunftsbasierte Aufklärung in der Schule gesteckt werden. Dann kommen die Kids vielleicht gar nicht erst auf die Idee.

      • Willst Du mich nicht verstehen?
        Es ist eine persönliche Erfahrung. Und ich war nicht der Einzige der über diesen Weg seine Kippen in der Schule bekam. Und später war ich selbst so einer der den Kleinen Kippen kaufte. Wäre da kein Tante Emma Laden gewesen hätten wir definitiv WENIGER geraucht – DEUTLICH WENIGER.
        Klar besser in den Schulen Informieren – keine Frage. Die Distanz zwischen Shop und Schule zu vergrößern ist aber grundsätzlich nicht schlimm oder falsch! Ivo´s Zielsetzung ist bestimmt falsch, darum ist in diesem konkreten Fall die Distanzvergrößerung auch falsch… Aber es gibt Gründe dafür!

        • Der Unterschied ist aber, dass es bei Tante Emma keine Ausweiskontrolle gab. Und die 18 jährigen, die dort kaufen könnten um den jüngeren Mitschülern was abzugeben dürften eh ein Auto/Roller haben und können damit auch Distanzen jenseits der 350m überbrücken. Selbst bei den hohen Benzinpreisen in Nederland. Übrigens: Schau dir mal den Coffeeshop „Moby Dick“ in Hengelo an! Den kann man vom Schulhof einer Grundschule sehen. Ich habe dort aber noch nie einen Schüler drin einkaufen sehen…

      • johnnyb

        Ah, wenn ich an Schluzeiten zurückdenke… mal gabs Hasch vom Banknachbar, mal Gras vom Klassenpunk nebenan. Zu 5 bis 6 Mark Preisen… an einem Gymnasium in Bayern… hahahaha. Schüler kriegen doch alles selber…

        • Und das auch noch OHNE einen Coffeeshop innerhalb von 250m umkreis…

      • johnnyb

        so läufts mit 700 km „bannmeile“… HAHAHA

    • Basjoe

      „Jugendschutz ist eines der kräftigsten Argumente für legalen Hanf – wir selbst sollten stark daran interessiert sein die unter 18/21jährigen möglichst weit weg vom Geschehen zu halten!“

      Und wo glaubst du gehen sie dann hin?
      Hättest Du dich in diesem Alter von etwas abbringen lassen wenn Du es unbedingt willst?
      Verbote waren schon immer der beste Anreiz es trotzdem zu tun.
      Ich persönlich würde in die entegengesetzte Richtung gehen und den Verkauf schon ab 16 Jahren erlauben, so verhindert man immerhin das sich die Jugend auf dem Schwarzmarkt eindeckt, mit zugang zu härteren sachen.

      Bier, Wein sind ja auch ab 16 Jahren frei verkäuflich? Warum dann nicht das Cannabis?
      Hanf gleichstellen oder etwa doch nicht?

      Ich würde mich auf jeden fall deutlich besser fühlen wenn mein Kind ganz ungeniert im Coffeeshop einen Rauchen anstelle sich in der Kneipe nebenan beim Flatratesaufen die Gehirnzellen zu töten oder noch Schlimmer beim Dealer um die Ecke mit pulverigen Substanzen konfrontiert zu werden.

      • Mit Alk und Tabak würde ich etwas strenger, vor allem teuerer werden… ;-)
        Ich habe 3 Kinder 21-25… eins davon ist auch ein Kiffer… die beiden anderen kennen Hanf natürlich auch aber es hat keine Bedeutung für sie.
        Meine Eltern sind schon sehr besonnen mit meinem Hanfkonsum umgegangen entsprechend gut (hoffe ich) konnte ich den „Drang nach Hanf“ bei dem einen Kind begleiten. Zwischen 16 und 19 war die härteste Zeit – da musste ich für mein Kind einen vorbildlichen Konsumenten darstellen – um dem Kind einen gangbaren Weg als Dauerkonsument aufzuzeigen. Kein CS wäre dazu in der Lage gewesen dem Kind mit 16 den Rücken zu stärken auch mal was anderes zu tun als nur zu kiffen.
        Weiteres Argument für 18/21 ist, das die körperliche Entwicklung erst dann wirklich abgeschlossen ist. Erst mit 21 kann man dem Körper alles abverlangen und hat ne Chance Helmut Schmidt zu toppen. Mit 16 in schwierigster Pubertät aber 24/7 Dauerbreit sein ist Kacke! Eltern müssen eine gewisse Handhabe bei Pubertierenden behalten. Gerne können 16jährige ein RECHT auf ~0,5g / Tag haben – aber durch die Shops ziehen bis zum „umfallen“? Nein! Die jungen Kiffer müssen mit ihren Eltern einen Weg finden und gut ist. In einer Gesellschaft in der Hanf legal ist kann die Eltern/Kind Kommunikation GANZ ANDERS funktionieren!

  • Basjoe

    Kann mir auch nicht vorstellen das ein Bürgermeister der die ersten 15 Jahre seines Lebens im Rif verbracht hat da mitzieht. ;)

    Interessant finde ich das Aboutaleb der direkte Nachfolger von „uns Ivo“, der vorher das Bürgermeisteramt innehatte, ist.

    Hatten etwas die Rotterdamer genug von Law & Order?

    Wäre schön könnte sich die Geschichte nochmal wiederholen und Aboutaleb löst Opstelten auch als Justizminister ab…..Träume sind was feines!

  • Ich hielte es auch für relativ egal, ob es nun 250 oder 350m Abstand zu Schulen sind, wenn die Lizenzen nicht verfielen, und sich die Kommune auch an den Umzugskosten beteiligen würde, sowie Übergangsfristen zum finden eines neuen geeigneten Ladenlokals einräumen würde. Letztlich ist diese Regelung aber überflüssig, da wie Mobo schon sagt, die meisten Schüler ohnehin auf dem Weg zur und von der Schule irgendwo an einem Coffeeshop vorbeikommen aber eben keinesfalls reinkommen.

    Das ist aber nicht das Problem. Wie ich hier schon in meinem Artikel zur Befragung von Onno Hoes während einer der letzten Ratssitzungen in Maastricht schrieb, ist das Dealen an Schulen das eigentliche Problem – und was da verkauft wird, kommt definitiv nicht aus den Coffeeshops – nach Einführung des Wietpas ist das in den „Wietpas-Städten“ nämlich schlimmer geworden.

    https://keinwietpas.wordpress.com/2012/10/26/ratssitzung-in-maastricht-hoes-planlos-und-uberfordert/

  • jgreeen

    Ordentlich geführte Coffeeshops sind im Hinblick auf Cannabis auch meiner Meinung nach der Inbegriff des Jugendschutzes.
    Ich kann aber auch die Einstellung von Hanfgleichstellen zum Teil verstehen. Ein gewisser Mindestabstand kann in manchenFällen vieleicht sinnvoll sein.
    Allerdings glaube ich nicht, dass eine Erhöhung des Abstands um 100 Meter da wirklich etwas bringen würde. Wer sich darauf spezialisiert etwas an die Jugendlichen zu verkaufen, der legt auch 350m anstatt 250m zurück.
    Das wird also wahrscheinlich nicht viel Nutzen bringen und den Coffeeshops durch den teuren Umzug eher schaden. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, dann müssten die Entfernungen schon im Kilometer Bereich sein und das geht ja oft einfach nicht.
    Nee da setzt man meiner Meinung nach lieber auf Aufklärung und Kontrollen.
    Aber da müsste man ja tatsächlich den Jugendschutz und nicht die Schikanierung der Coffeeshops im Sinn haben.
    Daher finde ich sowohl den Aufschub in Amsterdam als auch die Aussetzung in Rotterdam sehr gut.

  • Ich habe blos versucht Erklärungen zu finden. Wenn es mal ans legalisieren geht… und die Gegener wollen ABSTAND… dann gewähren wir gefälligts Abstand und fordern selbigen Abstand zu Kneipen. Wenn wir uns aber über Maßnahmen in die Wolle bekommen die Sinn machen könnten und uns nicht wirklich schaden – wir den Gegnern aber diese Maßnahmen nicht zugestehen brauchen wir erst garnicht für eine Legalisierung zu kämpfen.

    • Elli

      Ist doch eh nur ne Stimmungsmache. Das hat doch keinen rationalen Hintergrund, das mit dem Abstand. Wenn sie das durchgedruckt haben, schnuppern sie Morgenluft und wer weiß was als nächstes kommt. Nein. Wir müssen das Feld verteidigen, was bereits erobert ist ;-o

  • pirat

    Diese Abstandsregel ist für mich auch nur Schikane und sinnlos! Nur wenn das auch für Alkohol gelten würde, d.h keine Kneipen u Läden wo Alk bzw Zigaretten verkauft werden. Dann würde ich das Argument Jugendschutz für Ernst nehmen(nur das Argument, nicht die Wirkung!), So ist es nur wieder gg das böse Hanf gerichtet und die lassen sich immer wieder so sinnfreie Schikanen einfallen, siehe den Versuch alles über 15% THC als“ Harddrug“ einzustufen. Wie Elli richtig sagte, was kommt dann als nächstes? 400 mtr oder besser gleich 1km ?

  • Was neues von unserem Marokanischen Bürgermeister:
    http://www.voc-nederland.org/2012/11/geen-controle-woonplaats-in-coffeeshops-rotterdam/
    Zusammengefasst:
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    Rotterdam hat lt. Polizei keine Overlastproblem. Residenzkontrolle wird in Rotterdam NICHT stattfinden. Wenn die größten Städte offen bleiben – warum dann nicht das ganze Land…
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    Guter Bürgermeister ;-)