Maastricht: Onno Hoes will mehr Polizisten einstellen

Die Vermutungen der letzten Tage bestätigen sich. Bürgermeister Onno Hoes hat nun bei seinem Parteigenossen Justizminister Ivo Opstelten (VVD) eine Anfrage gestellt um mehr Polizisten einstellen zu dürfen. Diese sollen verstärkt gegen den illegalen Drogenhandel vorgehen.

Hoes bleibt stur - Polizei bei einer Demonstration in Maastricht - CC Lizenz Photo by Pascal Jaminon

Hoes bleibt stur – Polizei bei einer Demonstration in Maastricht – Foto: CC Lizenz Pascal Jaminon

Hoes arbeitet aktuell an einem neuen Plan zur Kontrolle und Umsetzung der Coffeeshopverordnung von Maastricht. Justizminister Opstelten hat dazu alle Gemeinden mit Coffeeshops aufgefordert und die Vorzeichen aus Maastricht sehen nicht danach aus, dass das I-Kriterium (Coffeeshops nur für Einwohner der Niederlande) darin abgeschafft wird. Onno Hoes folgt mit seiner Anfrage nach mehr Polizeikapazitäten einem Antrag von Jan Hoen (MVP – Maastrichtse Volkspartij). Maastricht bekam schon nach der Einführung des Wietpas zusätzliche Polizeibeamte und Kontrolleure, die die neuen Regeln durchsetzen sollten. Damals stellte das Ministerium sechs Beamte. Weitere 10 Polizisten wurden befristet von Polizei und Gemeinde eingesetzt. Diese Befristung ist am 01. Januar dieses Jahres abgelaufen. „Gesetze durchzusetzen ist ein Kampf, der einen langen Atem benötigt. Sobald man dort einschneidet, merkt man das sofort.“ sagt Hoes Sprecher Gertjan Bos, wie die Zeitung De Limburger heute meldet.

Das ist ein klares Signal für ein „weiter so“. Hoes will sich von seinem Kurs nicht abbringen lassen und dem Problem der Straßendealer mit harter Hand begegnen anstatt die Ursache zu beseitigen. Das Beispiel Nijmegen scheint in Maastricht keine Nachahmer zu finden.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com
  • Anonymous

    Dieser verblendete dummkopf !

  • Nimrod

    Und damit gibt auch Hoes (zumindest indirekt) endlich mal zu, dass die Einführung des Wietpas bzw. des I-Kriteriums auch in Maastricht zu massiven Problemen durch illegalen Straßenhandel geführt hat. Aber offiziell ist der Wietpas bzw. das I-Kriterium ja immer noch, zumindest nach Hoes und Opstelten, ein voller Erfolg. Was macht denn der Hoes, wenn er wegen leerer Haushaltskassen oder solcher Anfragen anderer Gemeinden keine zusätzlichen Polizisten von Opstelten kriegt?

  • Nimrod

    Oh, und interessant ist auch das Zitat: Es geht doch hier nicht um die Durchsetzung des betreffenden Gesetzes, also der Einführung des I-Kriteriums, sondern um die Beseitigung der Folgen hierdurch.

  • Elli

    Die „Maastrichtse-Volks-Partij“ gehört zur „Christelijke-Volkspartij“, also CDU nahestehend.

    Wer da mal die Wahrheit kundtun möchte, hier die Gelegenheid:

    https://www.facebook.com/pages/Maastrichtse-Volks-Partij/409685049123373?ref=ts&fref=ts

  • Das klappt ja auch in Mexiko gut. Am besten nimmt man die Armee noch dazu. In den USA hat man mit viel Polizeinsatz den Haschgiftspritzern ja auch einen ordentlichen Rückschlag verpasst. In den 70ern hat es in den Niederlanden ebenfalls funktioniert.

    Oh moment mal…

  • Donkey

    einfach nur erschreckend!!!

    Onno kann ja mal beim Bruls in Nijmwegen nachfragen ob der ein paar Beamte zur Verfügung stellt, dort sind ja wieder Kapazitäten freigeworden:)

    • hank

      Onno Hoes ist ein kompletter vollidiot. Das geilste waere wenn alle shops freiwillig fuer eine woche zumachen wuerden. Da helfen auch ivos bullen nicht….onno hoes ist schwul und doch so weltfremd….

      • So ähnlich wurde es doch im Mai 2012 gemacht. Hat auch nichts geändert.

  • Anonymous

    Wieder mal mit Kanonen auf Spatzen!
    Yeeeehaaaaa, Onno, bald biste zurück im wilden Westen!

  • Auch mehr Polizei wird nichts bringen… Sie können es zwar schaffen, die „Szene“ für eine Weile in den Untergrund zu drängen, aber das „Problem“ bleibt bestehen.
    Die (finanziellen) Kapazitäten reichen einfach nicht mehr aus, um das nötige Niveau an Repression aufrechtzuerhalten… das ist „global“ auch schon so, deshalb wird aus meiner Sicht jetzt „von oben“ angefangen, den „Krieg gegen die Drogen“ langsam aber sicher zu beenden.
    Die aktuelle Spiegel-Serie läutet dies m.E. schon ein. Der Krieg gegen die Drogen „lohnt“ sich einfach nicht mehr… Der Film Braking the Taboo war eigentlich der „globale“ Startschuß dazu. Das ganze ist eine Kampagne, die auch die „Absegnung“ von „oben“ hat, weil man nach all den Jahren jetzt nicht plötzlich aufhören kann… durch diese Kampagne soll erreicht werden, dass die Menschen (Bürger) SELBER die Beendigung des Krieges fordern. So kommt man ohne Gesichtsverlust raus aus „dieser Nummer“.

    Meine Oma sagte immer: „Politik ist eine Hure!“

    • Dass es mittlerweile auch prominente Unterstützer einer Legalisierung und von generellem Umdenken in der Drogenpolitik gibt, ist zu begrüßen und notwendig. Ich sehe auch, was sich in der Welt tut und habe noch gerade in den Spiegel-Kommentaren einen Link zur UN-Petition „End the war on drugs“ gepostet, der zum Glück auch gleich veröffentlicht wurde.

      Allerdings darf man die Gründe für Hoffnung in der globalen Politik nicht auf die Limburger Provinz übertragen. Dort werden gerade die Uhren in recht extremer Weise zurückgestellt. Am Beispiel Maastricht, Venlo und noch besser Nijmegen, kann/konnte man doch fast schon wie in einem Laborversuch die Auswirkungen von Repression vs. Toleranz sehen. Dass Politiker wie Hoes und Opstelten das konsequent ignorieren, und die Augen verschließen, zeigt was für rückwärtsgewandte Ideologen das sind. Mit Pragmatismus oder Politik zum Wohle der Einwohner in den betroffenen Städten hat das nichts zu tun. Nun gibt Hoes die älteste aller Antworten auf eine überbordende Straßendealer-Szene – mehr Polizei. Das hat ja auch schon immer genützt…

  • Micha

    Ich war gestern Abend in Venlo. Einfach mal um zu schauen was da los ist. Megaviele Dealer und deutsche Kunden. Auch viele deutsche autos mit jungen leuten in der stadt unterwegs. entweder ist das zeug auf der strasse doch nicht so schlecht wie alle sagen oder es gibt in venlo einen anderen „ort“ wo es etwas gutes für uns gibt….wer weiss. aber irgendwas stimmt da doch nicht.

  • onno

    Hahaha so schafe ich neue Jobs für ex-Coffeeshopmitarbeiter……

  • Sebastian

    Sind die etwa grade nicht in der Lage jederzeit zu intervenieren, Jederzeit. Ivo zegt nee!

    • Hach, das hab ich vermisst!

    • wilde13

      Ist das süüüß! Muss ich direkt nochmal sehen!

  • sire716

    hab da heute im deGelderlander noch nen interessanten Bericht gelesen.
    Da frage ich mich, wieviel Polizei der Opstelten noch mobilisieren will bzw kann. Mutiert NL zum überwachungstaat? Werden da bald zustände wie in london herrschen? Überall Polizei&Kameras….

    http://www.gelderlander.nl/algemeen/binnenland/politie-gaat-jagen-op-
    gevluchte-veroordeelden-1.3686053#content

    noch was interessantes, leider auch unerfreulich:
    http://www.gelderlander.nl/regio/arnhem/wateroverlast-brengt-politie-op-spoor-wietteelt-1.3683805

    unerfreulich, stört mich aber pers. nicht, da ich nichts mit hard drugs zutun habe, dennoch ein zeichen dafür, das die politie aktiv unnterwegs ist und die ehem. overlast in nijmegen sich wieder auf die umliegenden strassen verlagert bzw ausgedünnt wurde:
    http://www.gelderlander.nl/regio/wijchen-beuningen/politie-vindt-harddrugs-en-pistool-in-auto-van-nijmegenaar-1.3685340

    • wilde13

      Er is iets fout, met dem ersten link ? Obwohl ich es mir schon vorstellen kann, dass der auch keine schöne Geschichte verbirgt…interessierts mich doch.

  • sire716

    http://www.gelderlander.nl/algemeen/binnenland/politie-gaat-jagen-op-
    gevluchte-veroordeelden-1.3686053#content

    viell. funzt er jetzt, ansonsten einfach kompletteaddi kopieren und imbrowser eingeben.

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