Wietpas-Overlast in Maastricht: Einkaufszentrum will Sicherheitsdienst anheuern

Die Geschäftsleute im, direkt am Maasufer gelegenen, Einkaufszentrum Mosae-Forum sammeln momentan Geld um einen Sicherheitsdienst anzuheuern. Sie beklagen massive Belästigungen durch Straßendealer und deren Kundschaft.

Schau vor Deine Haustür Hoes – Rathaus Maastricht – links dahinter fängt das Mosae-Forum an – Bild unter CC-Lizenz

Das Mosae-Forum ist ein relativ neuer und moderner Komplex der gleich am Markt, hinter dem Rathaus, beginnt und sich bis zur Maaspromenade erstreckt. Der architektonisch schicke Gebäudekomplex beinhaltet Bekleidungsgeschäfte von der kleinen Boutique bis zu H&M, es gibt auch Cafés und Imbisse. Im Untergeschoss des Komplexes ist der Supermarkt Jumbo. In den umliegenden Seitenstraßen sind die bekannten Coffeeshops Easy Going und Kosbor, gleich davor liegen die Coffeeshop-Boote Mississippi und Smokey. Für Cannabis- und die meisten anderen Touristen ist dort ein Parkhaus in der Nähe und die meisten Maastricht-Touristen parken dort und beginnen hier ihren Stadtbummel. Nun, da die Coffeeshops zu No-Go-Areas für Touristen erklärt wurden liegt es nahe, in dem, mit seinem Untergeschoss und den vielen Zugängen, etwas unübersichtlichen und gut erreichbaren Mosae-Forum seine Geschäfte abzuwickeln.

Die Filialmanagerin des Jumbo, Kimberly Dost berichtet, dass die Overlast seit der Einführung des Wietpas zugenommen habe. Innen sei es sicher im Supermarkt, aber durch eine kollektive Sicherheitsüberwachung auch draußen würden die Geschäftsleute gestärkt. „Die Polizei kommt, wenn wir sie anrufen, aber danach ist es wieder wie wischen mit geöffnetem Wasserkran“, meint Dost. Viele Geschäftsleute erkennen sich darin wieder. „Ich weiß, dass es anderswo in der Stadt ruhig ist, sagt Hakim Elfassih, Eigentümer des Bekleidungsgeschäfts Antony Morato.

Elfassih findet es frustrierend, dass Bürgermeister Onno Hoes, trotz der vielen Klagen, nichts unternimmt. „Er erzählt überall wie phantastisch der Wietpas ist, aber inzwischen hat sich mein Umsatz um 20-25% reduziert“, klagt er. „Hoes hat diese Regelung gewählt, dann darf er nun auch nicht die Augen vor den Folgen verschließen.

Die Reaktionen auf diese Meldung von Powned sind scharfe Anklagen gegen Hoes und Opstelten. Zu Opstelten sagt jemand, dass jeder durschnittliche Altenheimbewohner mehr Verständnis und Einsicht zeigen würde, als dieses Fossil. Zu Hoes hagelt es noch schlimmere Kommentare. Übrigens möchte ihm dort auch jemand einen Preis verleihen – allerdings keinen goldenen Panda, sondern eine Brille, denn Hoes sei der einzige Mensch in Maastricht, der nicht sähe, dass Maastricht mittlerweile die Stadt mit den meisten Drugsrunners in den gesamten Niederlanden sei. Ein nettes Wortspiel, dem ich mich nur anschließen kann war: Oh no Hoes!

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com