Gedanken zu Maastricht

Je länger ich über den gewählten Termin zum reOpening der Maastrichter Coffeeshops nachdenke, desto genialer finde ich das ganze. Der Befreiungstag ist (zu Recht) ein hoher Feiertag in den Niederlanden. Ein symbolträchtigeres Datum hätte sich der VOCM gar nicht ausdenken können. Gefeiert wird das Ende der deutschen Besatzung im dritten Reich 1945. Dazu gibt es überall, natürlich auch in Maastricht Feierlichkeiten geben. Zudem ist verkaufsoffenen Sonntag! Mit anderen Worten: Die Stadt wird so oder so aus allen Nähten platzen. Viele Menschen werden in die Innenstädte gehen, In- und Ausländer. In so einer Situation lässt sich der Verkehr nicht stoppen, um “Drogentouristen” zu stoppen.

Aufgrund des angekündigten zivilen Ungehorsams wird die Stadt ebenso voll von Journalisten und Fernsehteams sein (und natürlich wird es auch “Delegierte” von “Kein Wietpas!” geben). Gegenspieler Onno Hoes hat ja bereits angekündigt, dass er das Vorhaben der Cofeeshops nicht tolerieren will. Doch was will er tun? Die Stadt wird voll von Touristen und Drogentouristen sein. Jetzt schon ist die Nachrichtenmaschinerie angesprungen, so dass wohl weitaus mehr Leute Bescheid wissen, als es im letzten Jahr zur Schliessung der Fall war. Um also diesem Chaos Herr zu werden, müsste Onno wohl mit einem gigantischen Polizeiaufgebot und SEKs anrücken und, harmlos ausgedrückt, etwas rabiater zu werden.

Und das an diesem geschichtsträchtigen Datum? Niemals! Vor allem nicht, wenn die halbe Welt zuschaut. Ansonsten kann ich mir auch vorstellen, dass bei einem Einschreiten die Stadt brennen wird. Und zwar so richtig!

Ich wünschte ich könnte jetzt ins Maastrichter Rathaus schauen. Onno muss einen Tobsuchtsanfall bekommen… Ist er eigentlich Choleriker?

Ich kann Euch nur raten: Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut Euch das Spektakel an. Am Sonntag wird Geschichte geschrieben! Die Empfehlung aus den Kommentaren kann ich nur wiederholen: Deckt Euch nicht mit Gras ein! Kauft keine größeren Mengen! Konsumiert gerne im Shop, dass habt Ihr Euch verdient! Aber nehmt besser nichts mit!

Leider werde ich aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Zu schade, denn ich musste mir das Elend im letzten Jahr ja anschauen, als letztendlich alle Shops geschlossen waren…. Ich kann Euch nur bitten: Fahrt nach Maastricht (und benehmt Euch). Fotografiert und filmt, was das Zeug hält. Schaut Euch um. An diesem Tag wird Geschichte geschrieben! Ihr könnt dabei sein!

Ich freue mich auf Sonntag!

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de