Entscheidung zum Umzug der Maastrichter Coffeeshops

Wie die Tageszeitung: „De Volkskrant“ gestern meldete, fällt der Raad van State heute ein endgültiges Urteil über den Umzug einzelner Coffeeshops aus dem Stadtzentrum an die Gemeindegrenzen von Maastricht.  Das geschieht auf Wunsch des Stadtrates, um so die Overlast durch sogenannte Drogentouristen im Stadtzentrum zu beenden.

Will keine hohen Parkgebühren mehr vom Abschaum - Foto: Antonio Peri
Will keine hohen Parkgebühren mehr vom Abschaum – Die Stadt Maastricht – Foto: Antonio Peri

Im Oktober vergangenen Jahres fand im Raad van State bereits eine Zwischenaussprache statt.  Im Rahmen dessen wollte das höchste Verwaltungsorgan der Niederlande wissen, ob nach der Einführung des Wietpas eine Entzerrung der Coffeeshops noch möglich ist. Ausländer werden in Coffeeshops nicht mehr zugelassen, schon dadurch kommen weniger Kunden. Lohnt es sich dann überhaupt noch für einen Coffeeshop auf eigene Kosten umzuziehen ist die Frage.

Maastricht will eine sogenannte „Coffeeshopcorner“ am Köbbesweg (nahe der belgischen Grenze) einrichten. Die Coffeeshops: Mississippi, Smokey und Missouri sollen auf jeden Fall dorthin umziehen. Da aber insgesamt sieben Coffeeshops aus dem Stadtzentrum verschwinden sollen, will die Gemeinde 3 solcher Coffeeshopcorners einrichten.

Wie “Kein Wietpas!” bereits berichtete, haben die Coffeeshops ihrerseits Bedingungen für einen Umzug gestellt  – unter anderem natürlich, dass auch Ausländer wieder bedient werden dürfen. Die Pläne für diesen Umzug sind alt und die Zusage des VOCM wurde noch zusammen mit Hoes Vorgänger Gerd Leers getroffen . Dies geschah unter völlig anderen Voraussetzungen und scheiterte damals am Widerspruch Belgiens, das keine Coffeeshops an der Grenze wollte. Diese Haltung Belgiens hat sich bis heute auch nicht verändert. Es gibt also viele Widersprüche bei diesem Projekt, dass ohne den Wegfall des I-Kriteriums – zumindest für diese Shops, ohnehin wohl eine Totgeburt sein wird.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com