Illegaler Hanfanbau ist einer der größten Arbeitgeber in Tilburg

Die illegalen Hanfzüchter sind einer der größten Arbeitgeber in der Stadt Tilburg. In diesem Bereich arbeiten etwa 2500 Menschen.
Alles in allem existieren zwischen 600 und 900 Cannabisplantagen in Tilburg. Das ist das Ergebnis einer vertraulichen Untersuchung der Universität Tilburg, dem Regionaal Informatie en Expertise Centrum (RIEC) und dem Integraal Afpakteam Brabant
Pro Jahr wird in diesem Bereich zwischen 728 und 884 Millionen Euro verdient. Der Umsatz des lokalen Drogenhandels ist damit genau so groß wie der Gesamtetat der Stadt Tilburg mit ihren 200000 Einwohnern.

Peter Noordanus (PvdA), Bürgermeister von Tilburg
Peter Noordanus (PvdA), Bürgermeister von Tilburg

Nach Ansicht der Forscher stellt dies eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit und Integrität der Gesellschaft dar. Der illegale Drogenhandel sei zu einer bedrohlichen Industrie herangewachsen und korrumpiere die wirtschaftliche und rechtliche Infrastruktur, stellten sie in ihrem Bericht fest.
Bei der Berechnung der Zahlen haben die Forscher die Ergebnisse der jüngsten strafrechtlichen Ermittlungen verwendet. Außerdem stützen sie sich auf die Aussagen eines 44-jährigen Tilburger, der neun Jahre eine wichtige Rolle im Drogenhandel der Stadt gespielt hat. Er fühlte sich bedroht und lieferte als Gegenleistung für Polizeischutz Informationen über den illegalen Hanfanbau. Insgesamt wurde er 120 Stunden hierzu verhört.
Tilburgs Bürgermeister Peter Noordanus (PvdA) sagte, das Ausmaß des Cannabisanbaus sei nicht einzigartig in Brabant.
Tilburg ist eine von 25 Gemeinden, die den Hanfanbau regulieren wollen. Damit soll dann der Bedarf der Coffeeshops gedeckt werden. Interessanterweise ging die Initiative hierzu von der örtlichen VVD aus. Noordanus sieht das eigentliche Problem im wachsenden Export. Dieser sollte seiner Ansicht nach im internationalen Rahmen bekämpft werden. Die Mehrheit der Bürger Brabants sind für diese Lösung.

 

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead