Hanfzüchter mit Kind darf nicht wegen Cannabisanbau aus dem Haus gewiesen werden

Wenn die niederländischen Behörden Hanfplantagen finden, ist mit ihnen nicht zu spaßen und sie legen meistens eine drastische Vorgehensweise an den Tag. So wurde am vierten April in der Gemeinde Stadskanaal, in der Nähe von Groningen, eine Plantage mit 40 Cannabispflanzen und 38 Stecklingen gefunden.
Die Bürgermeisterin von Stadskanaal, Baukje Galama (VVD) ordnete daraufhin an, dass der 26-jährige Betreiber der Plantage sein Haus für drei Monate zu verlassen hätte. Dieses ungeachtet der Tatsache, dass der Mann eine einjährige Tochter hat. Ginge es nach der Gemeinde, so würde der Mann jetzt mitsamt seiner Tochter auf der Strasse stehen.
Das Gericht von Noord Nederland hat diesen Beschluß jetzt für unrechtmäßig erklärt. Am Donnerstag morgen verfügte der Richter, dass der Beschuldigte und seine Tochter weiter in ihrem Haus wohnen bleiben dürfen. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein Richter einen Bürgermeister zurückpfeift, wenn er jemanden aus dem Haus werfen möchte. Das gleiche ist bereits den Bürgermeistern von Emmen und Midden-Drenthe widerfahren. Auch hier hob das Gericht den Beschluß der Gemeinde auf.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead