Sittarder Coffeeshops an neuem Standort

Das neue Gebäude der beiden Coffeeshops
Das neue Gebäude der beiden Coffeeshops

Wie wir vor kurzem in den Kurznachrichten berichteten, wurden die beiden Coffeeshops in Sittard, Das ‘Skunk’ und das ‘Relax’, an einen Standort versetzt. Die beiden Shops liegen jetzt beide zusammen in einem Gebäude direkt gegenüber des Bahnhofs. Anlass genug, sich das neue Etablissement mal aus der Nähe anzusehen.
Von außen sieht das neue Gebäude sehr unauffällig und modern aus und wenn nicht die große grüne Aufschrift verraten würde, dass hier die beiden Coffeeshops ihre neue Heimet haben, könnte hier auch ein Möbelhaus oder ein Steuerberaterbüro ihren Sitz haben. Verglichen mit den bisherigen Lokalen, wobei zumindest das Skunk sehr auffiel, ist der neue Gemeinschaftsshop sehr dezent in das Stadtbild intgeriert worden. Dies hat wohl auch seinen Grund darin, dass einer der Gründe für den Umzug die Aufwertung der Fussgängerzone war. Hier war das Skunk ein echter Blickfang für jeden Reidenden der den Bahnhof verließ. Dass wollte man so nicht mehr haben und deswegen wurden die Shops dann ja auch umgesiedelt. Städtebaulich betrachtet ist dies sehr wohl gelungen, da der neue Shop sich in den Stationsplein gut einfügt und nicht zu aufdringlich wirkt. Eine Tatsache, die für die Akzeptanz bei den Sittarder Bürgern nicht ganz unerheblich ist.
Betritt man den Shop, so wird man als erstes von einem Sicherheitsmann empfangen. Dieser händigt dem Besucher dann einen Pager aus und verweist einen zu dem Shop, in dem man sich anstellen soll. Die beiden Shops hatten früher die Öffnungszeiten so gelegt, dass das Skunk von vormittags bis in den Nachmittag geöffnet hatte. Nachmittags öffnete dann das Relax und schloß am späten Abend. Jetzt haben beide Shops identische Öffnungszeiten vom Vormittag bis zum Abend. Deswegen werden die Kunden auf die Shops verteilt. Das ist auch egal, da das Angebot eh dasselbe ist. Im wesentlichen ist es also ein Shop mit zwei Verkaufsräumen.
Die beiden Shopräume sind hell und mit viel Holz eingerichtet. Im Gegensatz zu den alten Shops, die eigentlich eher Dispensaries waren und kaum Gelegenheit zum Sitzen boten, gibt es hier auch Tische an denen man sich hinsetzen kann.
Verkauft wird an zwei Verkaufsschaltern. Wenn der ausgehändigte Pager anfängt zu piepen ist man an der Reihe. Die Ware wird in Papiertütchen verpackt und mit einem ‘Sparzegel’ versehen, wenn die gekaufte Menge hoch genug ist. Die gesammlten Sparzegel kann man dann später gegen ein paar nette Kleinigkeiten tauschen wenn man genug davon hat.
Das Angebot kann sich durchaus sehen lassen, mehrere Sorten Weed und Hash sind auf der Karte zu finden. Das Preisniveau liegt dabei etwas über dem in Heerlen oder Geleen.
Bisher wirkt das ganze wie ein gelungener Coffeeshopumzug. Die Gemeinde Sittard plant nun auch, vor dem Shop einen Haltestreifen einzurichten, den die Kunden der Shops als Kurzzeitparker nutzen können. Auch mal eine nette Idee, wie man den Parkärger vermeiden kann ohne sich die Besucher seiner Stadt zu vergraulen.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead