Bürgermeister Noordanus läuft an der Realität vorbei

Peter Noordanus (PvdA), Bürgermeister der Gemeinde Tilburg
Peter Noordanus (PvdA), Bürgermeister der Gemeinde Tilburg
In Tilburg (Noord-Brabant) ist der “War on Drugs” im vollen Gange. Bürgermeister Peter Noordanus (PvdA) ist der festen Überzeugung, nur so wäre es möglich den “illegalen” Cannabishandel einzudämmen bzw. komplett auszurotten. Die Steuergelder, die dabei verschwendet werden, sind kein Anlass für die Verantwortlichen einen neuen Weg einzuschlagen. Im niederländischen Boulevard-Blatt (De Volkskrant) waren am Freitag die Erfolge der “Hennep-Taskforce” zu lesen. In den letzten acht Monaten wurden in Limburg und in Noord-Brabant insgesamt 95 illegale “Cannabis-Plantagen” in diesem Zeitraum entdeckt und der Vernichtung zugeführt. Bei der schieren Masse, die jeden Tag in den Coffeeshops der beiden Provinzen über die Theke geht, ist es fast unglaublich dass man weiterhin an dieser Strategie festhält. Desweiteren wurden 74 XTC-Labore “hochgenommen”. Um dies zu bewerkstelligen waren 125 zusätzliche Polizeibeamte notwendig, welche permanent mit diesen Aufgaben betreut sind. Die Tatsache, dass dadurch nicht ein Joint weniger geraucht wird scheint niemanden der Verantwortlichen zu stören oder zum Umdenken zu bewegen. Auch die Produktion nimmt natürlich nicht ab, wie der Anstieg auf belgischer Seite zeigt. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt bzw. ob der gesunde Menschenverstand doch noch siegt. Im Moment ist davon leider nicht auszugehen. Noordanus zufolge lohnt sich der Kampf gegen die “Drogenkriminalität” im Süden.

Am 11.06.2015 gab es erneut eine Debatte über die legale Versorgung der Coffeeshops. Auch hier gibt es nichts positives zu berichten. Einzig D66, PvdA und SP stimmten dafür. Wie erwartet sind CDA, VVD, PVV , ChristenUnie und die GrBvK dagegen. Minister Für Justiz und Sicherheit Ard Van der Steur ist natürlich auch dagegen.

 

Kushdee

Kushdee

In den letzten Jahren habe ich mich eingehend mit der Niederländischen Coffeeshopkultur beschäftigt und einige Erfahrungen vor Ort sammeln dürfen. Sie hat mich quasi in Ihren Bann gezogen und lässt mich nicht mehr los. Ich freue mich hier auf "Kein Wietpas!" dabei sein zu dürfen und euch regelmäßig Beiträge zu liefern. Wie man in den Grenzregionen sieht, kann auch ein "kleines" Blog zur Verbesserung der Situation beitragen.
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