Offener Brief an Josemans und Hoes

Die Situation in Maastricht war schon seit Beginn des Wietpas-Debakels Messlatte für die niederländische Drogenpolitik. Und es war immer klar, dass das Funktionieren oder Versagen der diskriminierenden Politik in Maastricht zu beobachten war. Die Fronten verhärten sich immer mehr und längst ist der Kampf auch persönlich geworden: Hoes gegen Josemans.

Jetzt wenden sich die Parteien D66,PvdA und GL in einem offenem Brief an die beiden Kontrahenten. Ein Anonymer Leser hat ihn für uns übersetzt. Vielen Dank dafür! Ich würde mich freuen, wenn Du mit uns Kontakt aufnimmst!

Hoes und Josemans: macht es für die Stadt

Bürgermeister Onno Hoes und der VOCM-Vorsitzende Marc Josemans führen einen erbitterten Streit über das Coffeeshopgesetz in Maastricht. Das Problem ist, dass sie sich inzwischen so festgefahren haben, dass die Belange der Stadt und ihrer Einwohner nicht länger an erster Stelle stehen.

In den Niederlanden gibt es fast niemanden mehr, der an den Wietpas glaubt. Außer dem Vater der Idee: Minister Opstelten. Und hinter ihm stehen ein paar politische Gefolgsleute, darunter auch Bürgermeister Hoes. Die Tatsache, dass der Wietpas nicht funktioniert, stört sie nicht. Das politische Experiment soll Erfolg haben, koste es was es wolle und deshalb laufen wir von Prozess zu Prozess. Dabei sehen wir inzwischen immer wieder, dass die „Overlast“ durch den Wietpas nicht vermindert, sondern verschoben wurde. Von der Coffeeshop-Umgebung zu den Wohngegenden. Es ist wie ein Wasserbett: Wenn man auf eine Stelle drückt, dann erhebt sich irgendwo anders etwas empor.

Die Erklärung dafür ist ganz einfach: es gibt einen konstanten Bedarf an Cannabis von einer ordentlichen Anzahl an Konsumenten. In den Niederlanden übrigens weniger als durchschnittlich im Ausland (ein Beweis, dass Duldung nicht zu vermehrten Konsum führt). Es ist eine Irrweg zu denken, dass strengere Zulassungskriterien, wie der Ausschluss von Nicht-Einwohnern oder selbst das Schließen von Coffeeshops zu weniger Anbau, Handel und Verkauf von Cannabis führen würde. Es geht ganz einfach um die vollständige Legalisierung.

Nun ein Teil der Cannabis-Kette ist illegal und deshalb kriminell. Wo muss das Cannabis dann herkommen, welches in Coffeeshops verkauft wird? Von illegalen Marihuana Plantagen, die die Regierung durch das Verbot des Anbaus erst ermöglichen, dies jedoch unverbesserlich bestreiten. Jede Plantage, die der Bürgermeister schließt, wird früher oder später wieder in Betrieb gehen, denn in der Tat müssen die Coffeeshops immer beliefert werden.

Darum muss Maastricht auch wirklich, so wie bereits andere Gemeinden, aufhören einen kriminellen Markt zu kreieren und anfangen, einen regulierten Anbau zu ermöglichen. Der regulierte Coffeeshop darf das Cannabis dann bei einem geduldeten Züchter einkaufen. Somit würden enorme Polizeikapazitäten freigesetzt werden, die gegen echte Ärgernisse zur Verfügung stehen könnten. Polizeikapazitäten, die zurzeit durch sinnlose Streitigkeiten wegen illegalen Cannabisanbaus verschwendet werden.

Allein im Kontext sollte man überhaupt über einen Wietpas nachdenken. Es ist und bleibt ein Dilemma. Einerseits wissen wir, dass alles, was man verbietet (Ausländer in einem Coffeeshop) die Illegalität begrenzt, andererseits sollte Maastricht nicht der Drogensupermarkt von Europa werden. Das I-Kriterium sollte, was uns betrifft, deshalb nicht sofort abgeschafft werden. Wir können es in Erwartung der laufenden Prozesse einfach einfrieren (A.d.A. Vgl. Nijmegen).

Es muss auf jeden Fall eine Ausnahmeregelung gemacht werden, denn durch den geplanten Umzug von einigen Coffeeshops an den Stadtrand, würde ein I-Kriterium überhaupt keinen Sinn ergeben.

Kurzum: geehrter Herr Hoes, geehrter Heer Josemans: Hören sie mit ihrer Politik, ihrem finanziellen Eigengrab auf und arbeiten sie an einer Lösung, die auch wirklich funktioniert.

Um damit zu beginnen, müssen richterliche Urteile respektiert werden. Dies bedeutet, dass Polizeikapazitäten nicht für das Fernhalten von Ausländern aus Coffeeshops verwendet werden, sondern dafür, dass die geschaffene „Overlast“ in den Wohngebieten wieder zurückgedrängt wird. Es würde übrigens helfen, wenn der VOCM etwas weniger provozierend auftreten würde, wodurch der Bürgermeister sich nicht wieder genötigt fühlen würde, wie von einer Wespe gestochen, zu reagieren.

Für eine langfristige Lösung bringen wir eine Anzahl von Coffeeshops an den Stadtrand, wir verkleinern die „Overlast“ durch Ausländer in anderen Coffeeshops und wir schlagen die Mafia, indem wir ihnen, durch die Legalisierung des Anbaus durch vernünftige Menschen, den illegalen Anbau wegnehmen. Es ist keine schwere Wissenschaft, aber man muss einmal über seinen eigenen Schatten springen können.

Hoffentlich geben wir hiermit ein gutes Vorbild ab, das bei dem Gemeinderat und allen politischen Lagern Anklang finden wird, um einen funktionierenden Plan wie diesen zu realisieren. Es gibt eine Ratsmehrheit, die der Meinung ist, dass die Lösung des Problems keine Ideologie mehr verträgt, jedoch rationelles Denken und Handeln benötigt. Macht dabei mit, macht es für die Stadt.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de
  • tor-nutzer

    ja das doch mal ein brief der zeigt was für power der rat hat ,in der brd wird besclossen und fertig is,alle mekern aber keiner macht was. sind wir alle egoisten ja sind wir .zusammen sind wir stark .legalize it is good for onnos city

  • Björn Andresen

    Ein sehr guter und differenzierter Artikel. Ich bin zwar voll und ganz gegen Onno Hoes, aber ich finde auch das folgendes zutrift: „Es würde übrigens helfen, wenn der VOCM etwas weniger provozierend auftreten würde, wodurch der Bürgermeister sich nicht wieder genötigt fühlen würde, wie von einer Wespe gestochen, zu reagieren.“ Wenn man sein Ziel erreichen will, ist es manchmal besser sich auf die Zunge zu beissen um seinem Gegenüber nicht das Gesicht verlieren zu lassen etc. Ihr wisst ja: Ein Tier das angeschossen wurde, ist gefährlicher als ein Tier, dass nicht ageschossen wurde.
    Viele Kommentare hier gehen unter die Gürtellinie, was auch ein Grund ist, warum ich hier kaum bis garnicht mehr die Kommentare lese. Egal ob Onno, Ivo, Marc – egal ob Pro oder Contra: Alle sind Menschen und verdienen Respekt!

    • Problem ist, dass der VOCM sehr wohl den Dialog gesucht hat. Der Zivile Ungehorsam in Form von nicht genehmigten Re-Öffnungen war dann der letzte Schritt.Niemand weiß genau, was bei den Gesprächen zwischen VOCM und Hoes gesagt wurde. Fakt ist aber, dass es Gespräche gab.

    • wasauchimmer

      Ja da gibt es einen, der traced sogar die IP um die Leute persönlich anzugreifen !

    • Elli

      Ist schon was dran. Ich fand die Aktion trotzdem gelungen. Man muss auch mal mit der Hand auf den Tisch hauen, wenn sich Dein Gegenüber stur stellt.

  • tor-nutzer

    ja eine friedenpfeife mit amneisia ice und sie vergessen alles .peace

    ich bleib lieber beim indicas …..

  • Chrizz

    Ich habe eine frage und zwar habe ich vor am Samstag nach Maastricht zu fahren ich bin deutscher meine frage ist jetzt kann ich in den Shops etwas kaufen ??
    Und ist es erlaubt oder nicht bzw wenn nicht kann mir was passieren Strafanzeige etc??

    Wäre sehr sehr gut wenn ich eine Antwort bekomme
    Danke schon mal im vorraus

    • Jenz

      m(

    • Elli

      fahr besser nach Nijmegen. Aber nicht ins Kronkel ;-)

      • Chrizz

        Also nicht nach Maastricht??

  • Anonymous

    Maastricht kommst du fast überall rein, nur ein paar Shops sind zur Zeit geschlossen.

    Btw wann kommt eigentlich der Kronkel-Ruckläufer?

    PS zum Thema Gemeindeanbau: Das Wiet kann auch vom Shopbetreiber noch schwerer gemacht, d.h. ‚angeschwert‘ werden.

    Die einzige Lösung dafür ist ‚Homegrowing‘ – wer weisse Waren rauchen will…

    Wietraucher sind in der Vergangenheit ganz schön in die Kostenfalle gelaufen, nur weil Homegrowing noch nicht legalisiert worden ist… Was man da ein Heidengeld ‚verblasen‘ hat… furchtbar…

    PS: Wer ne Waage hat und Lust hat, die Gewichtsverluste des Wiettütchens über die Zeit mal zu dokumentieren und hier zu posten, fänd’ich ne geile Aktion…

    Gewicht über alles! Man sollte das Wiet nach dem Volumen und nicht nach dem Gewicht kaufen können…^^

    • Chrizz

      Okay und wir sieht es in Sache strafe aus hab jemanden dabei der Bewährung hat kann da etwas passieren wenn wir im Shop von Polizei angetroffen werden oder??

      • Revil O

        Wie das mit ner Bewährung aussieht kann ich nicht wirklich sagen.
        Denke aber mal wenn man nicht mehr wie 5g besitzt sollte es nicht mehr wie einen Verweis aus den Shop geben und man bekommt sein Gras abgenommen.
        Alles andere wäre auch für mich neu.

        • Chrizz

          Okay Danke

  • Pancake

    http://jdtvnieuwsbullet.blogwarspot.nl/2013/05/jdtv-bedreigd-door-straatdealers.html?spref=fb, ist zwar ein niederländischer Artikel, aber es gibt ein paar Bilder aus Maastricht