Maastricht behält das I-Kriterium

Bürgermeisterin Annemarie Penn-te Strake

Bürgermeisterin Annemarie Penn-te Strake

Die neue Bürgermeisterin von Maastricht, Annemarie Penn-Te Strake, hat sich heute zur weiteren Drogenpolitik der Stadt Maastricht geäußert. Und ihr Urteil ist verheerend. Sie bezeichnete die niederländische Drogenpolitik als ‚bankrott‘, was die Politiker in Den Haag aber nicht sehen wollen.
‚Vor vierzig Jahren hatten wir die Idee, dass die Märkte getrennt werden sollten, dass harte- und weiche Drogen nicht miteinander gehandelt werden sollen. Die Realität ist ganz anders. Ich kann nicht anders, als daraus zu schließen, dass die heutige Duldungspolitik gescheitert ist.‘
So wie Penn-Te Strake sagte, wird sich nichts ändern, solange das Anbauen von Cannabispflanzen verboten ist. ‚Wenn wir nicht selber anbauen können, was derzeit nicht möglich ist, bleibt die Situation so wie sie ist. Den Haag muss hier in die Gänge kommen‘
Penn-Te Strake denkt, dass das alte Modell der niederländischen Coffeeshops überholt ist und dass die Niederlande sich allmählich von Coffeeshops im alten Stil verabschieden sollten.
Sie hält Cannabis Social Clubs für eine gute Lösung. Die lässt sich allerdings nach nationalen und internationalem Recht nicht durchsetzen. Deswegen will sie, dass sich die Niederlande während ihrer kommenden europäischen Ratspräsidentschaft dafür einsetzen, dass sich hier auch auf internationaler Ebene etwas ändert.
Das I-Kriterium in Maastricht will sie weiter beibehalten, ’solange wir nichts anderes haben. Es ist nicht gut, wenn ein Bürgermeister Ausländern den Zutritt zu bestimmten Orten der Stadt nicht gestattet.‘
Die Drogenkriminalität in Maastricht sieht sie als ein grundlegendes Problem an, welches gelöst werden müsse.
Die parteilose Bürgermeisterin ist die Nachfolgerin des Anti-Coffeeshop Hardliners Onno Hoes, der die ausländischen Coffeeshopbesucher als Abschaum ansah. Mit ihrer, für diesen Monat angekündigten, Sichtweise auf die Problematik, setzt sie hier zwar andere Akzente und reiht sich ein in die Riege der Bürgermeister, die mit einem Gemeindeanbau zumindest liebäugeln. Allerdings bleibt sie eine durchgreifende Änderung schuldig. Die Nachbarschaftsvereinigungen in Maastricht werden sich weiter über zu viel Straßenhandel und Drogenkriminalität beschweren, Ausländer können nach wie vor nicht in die Coffeeshops. Der große Wurf ist das nun nicht gerade. Man behält also den Staus Quo bei, weil man offensichtlich keine besseren Lösungen weiß. Nichts zu hören ist auch von den alten Plänen, die Coffeeshops an den Rand der Stadt zu verlegen. Bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickelt. Auf Europa und Den Haag setzen oder eigene Ideen entwickeln.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead

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  • gudetag

    Eigentlich hat sie ja recht. Aber das I-Kriterium beibehalten ist ganz schön feige. Wird sich wohl auch parteilos in Maastricht nichts ändern. Weil sie gemeindetechnisch nichts anbauen darf, bleibt der Wietpas? Macht doch keinen Sinn.

  • Tor Wart

    Schade dass Maastricht am i Kriterium festhält. Te Strake hat mit ihrer Argumentation sicherlich nicht ganz unrecht, aber diese dann zur Rechtfertigung des i Kriteriums zu nutzen finde ich etwas schwach.

    Würde gerne noch mal nach Maastricht fahren, aber unter den Umständen macht das keinen spass. Ich weiß noch wie oft ich damals vor der Einführung des i Kriteriums vor mississippi und smokeys schon von Straßendealern angelabert wurde. Dass muss doch jetzt unerträglich sein. Und die riechen einen touri auf 2 km. Aber eines Tages gibt es ein böses Erwachen in Maastricht, wo die kriminelle Energie nicht mehr zu bewältigen und unkontrollierbar werden wird

  • Jebiga

    HAHAH AUSGELACHT!
    COFFESHOPS ABSCHAFFEN, SOFORT
    UND JA BELEIDIGT MICH RUHIG IHR KIFFERCHEN
    MIR DOCH EGAL

    • oldman

      Verbale Inkontinenz! Schreib mehr, ich höre Dir zu.

    • moepmoep

      Naja Cannabis gibts nicht nur im Coffieshop….

    • Etzel

      ein letzter verzweifelter Aufschrei?!… :D richtig kontrovers

  • KlausiMausi

    Da muss ich schon sagen, dass das wieder recht enttäuschend ist.

    1. Die niederländische Drogenpolitik sei Bankrott.
    Gut – das unterschreib‘ ich sofort. Nicht traurig sein, denn das ist weltweit so. Es gibt natürlich einen vorsichtigen Wandel in einigen Ländern, und das ist gut so. Hoffentlich hören wir hierzu auch bald mal einige positive Meldungen und Auswertungen der Länder, in denen gute Erfahrungen gemacht werden. Natürlich ist es hier erlaubt, Den Haag darauf hinzuweisen, dass das was momentan abläuft Murks ist.

    2. Wenn die Realität – den Markt für harte und Softdrogen zu trennen – anders aussieht, dann ist dies ganz besonders in Maastricht die Folge des I-Kriteriums (in Verbindung mit der festgefahrenen Politik der Nachbarländer, die das I-Kriterium bzw. den „Drogentourismus“ ja erst möglich macht). Das Festhalten daran führt genau zu dem, was Frau Penn-Te Straake in „ihrer“ Stadt sieht. Overlast, Verschmelzung der Märkte, Gesundheitsgefährdung, Belästigung der Anwohner, sie hat DAS Negativbeispiel direkt vor ihrer Nase. Die allermeisten Konsumenten wollen nichts anderes als ein wenig Gras, und sie sind nach einem Besuch im Coffeeshop vollkommen zufrieden.

    3. Ob Gemeindeanbau oder marktwirtschaftlicher Anbau ist völlig egal. Die Backdoor ist das Problem. Man kann nicht einerseits Abermillionen an Steuern durch die Coffeeshops einnehmen, um mit diesem Geld die Lieferanten der Coffeeshops zu drangsalieren, Häuser wegzunehmen, Kampfjets zur Kontrolle der Felder einzusetzen, mit großem Aufwand eine Jagd zu veranstalten. Ich hätte kein Problem damit, wenn Cannabis zu einem Lebensmittel erklärt werden würde, bei dem der Staat sich darauf beschränkt, die Qualität des Produkts zu kontrollieren und sicher zu stellen, dass der Konsument vor minderwertiger oder gesundheitsschädlicher Ware geschützt wird.

    4. Cannabis Social Clubs lösen das Thema als nationaler Alleingang sicher auch nicht. Denn ich bin sicher, dass hier die Ausländer wohl auch keinen Zutritt haben werden. Als eine Schiene der Versorgung mit Cannabis aber sicher sehr interessant – neben dem klassischen Coffeeshop. Der ist nämlich gar nicht gescheitert, sondern funktioniert nach wie vor sehr gut. So gut, dass Menschen aus dem Ausland kommen, um sich einzudecken, weil sie nicht auf der Straße kaufen wollen.

    Eine Problemlösung ist sicher etwas anderes als abwarten und auf andere hoffen.

  • Flasher

    Mal was ausserhalb von Maastricht die Shops in Roermond sind auch mies nach wie vor übel gestrecktes Zeug zu wucher preisen

  • pietsuiker

    Wat een kuthoer zonder hersen! Dieses CSC Gelaber nervt auch tierisch. Als wären solche Clubs jemals eine Alternative. Schaut doch mal nach Colorado!

  • Jan

    Wenn Sie sich wirklich so Einsetzt wie Sie das beschrieben hat finde ich Ihre Politik ehrlich. Würde Sie mal eben das I-Kriterium aussetzten wird der Wiederstand durch die konservativen Parteien die derzeit in Maastricht beliebt sind schnell heftig gegen die Parteilose Bürgermeisterin… Sie wäre schneller weg vom Fenster als man denkt…

    Es ist ein jammer in Maastricht aber ich finde Ihre Standpubkte sehr interessant. Letztendlich ist es sehr abgewogen und Social Clubs sind eine gute Lösung, vielleicht sogar besser als Coffeshops.

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