Coffeeshopschließungen

In den letzten Wochen gab es einige Schließungen aus den verschiedensten Gründen. Wir wollen alle uns bekannten einmal zusammen tragen. Falls Ihr von weiteren wisst, schreibt das bitte in den Kommentaren!

Bereits im Januar wurden die beiden Coffeeshops „Utoop“ und “Downtown“ in Leeuwarden (Friesland) für die Dauer von drei Monaten von Bürgermeister Ferd Crone (PvdA) geschlossen, weil in beiden bei Kontrollen Minderjährige angetroffen wurden. Beide Shops verteidigen sich damit, dass die beiden nur im Eingangsbereich waren und aufgrund des hohen Betriebes sie dem Personal noch nicht aufgefallen sind. Doch keine Chance, bis April sind alle Mitarbeiter arbeitslos.

Ebenfalls im Januar wurde der Coffeeshop „De Professor“ in Hilversum (Nordholland) für den Zeitraum von vier Monaten geschlossen, da bei einer Kontrolle eine massive Überschreitung der zulässigen Lagermenge von 500g festgestellt wurde. Die Sache wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben und es gibt Überlegungen, dem Shop komplett die Lizenz zu entziehen.

Zum 01. Juni muss der Coffeeshop „Liberty“ in Harderwijk (Gelderland) für immer schließen. Bei einer Kontrolle wurde ein Handelsvorrat von 52 Kilogramm gefunden. Klagen, Unterschriftenlisten und Proteste nutzten nichts, der einzige Coffeeshop in der Gemeinde mit knapp 46.000 Einwohnern wird zum Sommerbeginn für immer schließen müssen. Die Ein-Shop-Politik soll beibehalten werden, noch wurde jedoch noch keine neue Lizenz vergeben. Bürgermeister Harm Jan van Schaik (CDA) möchte möglichst übergangslos einen neuen Shop etablieren, um Probleme auf der Strasse zu vermeiden. Ein paar Tage haben sie ja noch…

Der Coffeeshop ’t Rotterdammertje in Doetinchem (Gelderland) ist trotz allem Widerstandes seit dem 09.03 endgültig geschlossen und Geschichte. Die Trumpfkarte „Bibob“ hat entschieden. Die Tatsache, dass der Vermieter des Ladens eine kriminelle Vorgeschichte hat reicht aus, um vom Betreiber „eine ernsthafte Gefahr“ von “kriminellen Aktivitäten“ ausgehen zu sehen.

In Rotterdam (Südholland) werden bald gleich zwei Coffeeshops schließen müssen: Zum einem das „Nemo“, über das wir schon des öfteren berichtet haben, zum anderen der Coffeeshop „Reefer“. Beide Shops waren bereits temporär geschlossen, die Schließungen wurden aber nach Klage für nichtig entschieden. Doch Bürgermeister Ahmed Aboutaleb (PvdA) gab nicht auf und ließ sich die Schließung durch den Gemeinderat erneut bestätigen. Noch sind die Shops offen, werden aber in naher Zukunft schließen müssen. Einzige Chance wäre jetzt noch ein Gang vor den europäischen Gerichtshof, doch nach Einschätzung der Anwälte stehen die Chancen dort schlecht.

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de