Nijmegen sperrt Touristen ab Januar aus

Viele Kunden, die vormals nach Maastricht oder Venlo gefahren sind und nicht auf dem dortigen Schwarzmarkt kaufen wollten, haben seit Mai den langen Weg nach Nijmegen auf sich genommen um in den dortigen Coffeeshops einzukaufen. Die Stadt erlebte einen regelrechten Boom. Leider hat der dortige Bürgermeister Hubert Bruls (CDA) das wohl eher als Overlast aufgefasst, denn ab dem 01. Januar 2013 soll das Residenzkriterium dort durchgesetzt werden.

Hubert Bruls, Bürgermeister von Nijmegen

Die vierzehn Coffeeshops in Nijmegen dürfen ab dem 01. Januar 2013 keine Touristen aus den Nachbarländern mehr bedienen. Bürgermeister Hubert Bruls hat heute angekündigt, dass die Polizei die neuen Regeln von Minister Opstelten durchsetzen wird.

Opstelten gibt den Gemeinden die Möglichkeit, selbst über die Handhabung seines Beschlusses zu entscheiden. Bruls betonte, dass dies allerdings kein Freibrief zum Nichtstun sei. In anderen Gemeinden in Gelderland mit Coffeeshops, berät man sich noch über die neue Vorgehensweise.

Die Betreiber der Coffeeshops in Nijmegen erhalten einen Brief des Bürgermeisters in dem er ihnen erklärt, dass sie ab dem 1. Januar von jedem Kunden den Ausweis, und den Auszug aus dem Bevölkerungsregister (GBA) einsehen müssen, bevor sie Zutritt gewähren. Kontrolliert werden soll das durch Stichproben der Polizei.

Opstelten ließ die Gemeinden wissen, das sie selbst entscheiden können wie und wann sie die Einhaltung der neuen Regeln kontrollieren. Bruls sagt: „Aber so wie ich das auffasse, bedeutet es nicht, dass wir die Freiheit haben einfach nichts zu tun. Die Freiheit, die Opstelten anbietet, liegt mehr in der Häufigkeit und Intensität der Kontrollen.“

Das sich Bruls an die neuen Anweisungen hält, bedeutet nicht, dass er damit völlig übereinstimmt. Was ihn betrifft, sollten Niederländer, die kurz hinter der Grenze wohnen, noch in den Coffeeshops zugelassen werden.

Das ist mal wieder ein herber Rückschlag für alle, die hunderte Kilometer gefahren sind, nur um sich in den Niederlanden an die Gesetze zu halten. Der letzte Satz ist – im Vergleich zu dem Residenzkriterium, wirklich nationalistisch. Ich kann das nicht anders nennen. Niederländer aus dem Ausland würde Bruls also gern in die Shops lassen – Interessant. Das lässt tief blicken. Man kann nicht verleugnen, das die Atmosphäre in den Niederlanden unfreundlich wird.

Auch wenn die Töne aus Amsterdam freundlich sind, ist es doch ein Fakt, dass man nicht 2-3 Mal im Monat nach Amsterdam fährt. Wenn nun auch die einzige, von der Strecke halbwegs vertretbare Ausweichstadt Nijmegen weg fällt, ist es verständlich, wenn die bisherigen Gäste von Maastricht oder Venlo nun dort auf dem Schwarzmarkt kaufen. Die niederländische Politik zwingt sie ja dazu. Jedes Schlupfloch wird scheinbar dicht gemacht.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com