Maastricht: Treffen zur Drogenverordnung beschlossen

Die Maastrichter Viertelvertretungen beraten am Dienstag hinter verschlossenen Türen mit Bürgemeister Onno Hoes (VVD) und dem Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten über den sog. Drugsmeldpunt (Drogenmeldepunkt) und das Projekt Frontière.

Wie die Zeitung “De Limburger” heute meldet, werden die Gäste der Sitzung am kommenden Dienstag über die Ergebnisse des Doenteams der Polizei (Doen = Drugsoverlast effe niet) und des Projekts Frontière, einem lokalen Projekt zur Bekämpfung von Drogenkriminalität und Belästigung durch drogenbezogene Handlungen, informiert. Das Treffen findet im Vorfeld der Beratungen des Ausschusses für allgemeine Angelegenheiten am 17. April statt wo über weitere Schritte bezüglich des Drogenthemas gesprochen wird. Hoes Sprecher sagt, dass die Zusammenkunft vor allem dazu gedacht ist, Fakten von den Anwohnern zu erfahren. “Diese Fakten benötigend wir auch dringend für unseren Brief an den Minister in dem wir mitteilen, ob wir weiterhin Ausländer aus Coffeeshops fernhalten. Das ist also eine vorbereitende Versammlung.”

Es bleibt zu hoffen, dass in den Nachbarschaftsvertretungen ein realistisches Bild zum Ausdruck kommt und dort nicht nur Anhänger von Hoes Weg der Diskriminierung von europäischen Nachbarn sitzen. Die Umfrage der D66 vom vergangenen Herbst und der daraufhin gefasste Antrag einer Mehrheit des Stadtrates zur Wiederzulassung von Ausländern in den Coffeeshops der Stadt lässt wenigstens etwas hoffen. Die sture Haltung von Bürgermeister Hoes ist ja bekannt. Der April wird in Maastricht jedenfalls ein heißer Monat. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal an die Demonstration am nächsten Samstag in Maastricht erinnern. Nun gibt es, neben dem Marc-Josemans-Prozess, einen weiteren guten Grund zur Teilnahme an der Demo am 13. April – denn wenn der Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten am 17. April beschließt, ob er dem Minister (Opstelten) mitteilt dass Ausländer in Maastricht weiter draußen bleiben, sollten diese sich den Maastrichtern doch eine Woche vorher noch einmal deutlich ins Gedächtnis rufen.

Antonio Peri

Als Grenzbewohner des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und damit natürlicher Europäer, betrachte ich die gesamte Region als meine Heimat. Die Fortschritte im Zusammenleben habe ich immer als angenehm und befreiend erlebt. Als drogenerfahrener Mensch, habe ich jedoch schon seit vielen Jahren gesehen, wie sich die Niederlande, die einst ja so berühmt für ihre pragmatische Drogenpolitik waren, schleichend verändern. Die schleichende Entwicklung war vorbei, als der Wietpas in den drei südlichen Provinzen eingeführt wurde – nun endlich war eine größere Öffentlichkeit für das Thema empfänglich – daher freue ich mich, Autor auf Kein Wietpas! zu sein. Sämtliche anderen Themen zur Drogenpolitik und Legalisierung behandele ich in meinem eigenen Blog: http://antonioperi.wordpress.com