Einstiegsdroge Cannabispop

Eine der größten niederländischen Einrichtungen für Suchtprobleme, Bouman GGZ, fordert im Allgemeen Dagblad, den Verkauf von Lollys mit Wietgeschmack einzustellen. Die Einrichtung macht sich Sorgen, weil diese sogenannten Cannabis- oder Hashpops ohne Probleme von Kindern gekauft werden können.

Foto: cc-by 2.0 Shira Golding Evergreen
Foto: cc-by 2.0 Shira Golding Evergreen

Die Lollys enthalten keine schädlichen Stoffe. Kritisiert wird, dass die Kinder den Geschmack als lecker empfinden. Cannabis sei aber kein unschuldiges Mittel. Das Lutschen könne dann dazu führen, dass die Kinder auf den Geschmack kommen und neugierig auf den echten Gebrauch werden.

Die Süßigkeit ist eigentlich nur in Touristenläden erhältlich. Die Firma, welche die Lutscher produziert, versteht die Aufregung nicht. Ein Sprecher erklärte, dass die Lollys legal seien und höchstens leicht entspannend wirken, wenn man zehn Stück nacheinander isst. Die Firma verkauft pro Jahr ca. zweihunderttausend Stück dieser Hashpops. Ob Bouman GGZ auch gegen den Verkauf von Weingummi vorgehen will, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead