Niederländische Hausärzte sollen kein Cannabis mehr verschreiben

Die Nederlands Huisarten Genootschap, eine Verteinigung der Hausärzte die sich mit dem Entwurf hausärtzlicher Protokolle und Anweisungen beschäftigt, hat den Ärtzten empfohlen, kein Cannabis mehr als Schmerzmittel zu verschreiben.
Nach der Ansicht der NHG gibt es zu wenig wissenschaftliche Beweise, dass Cannabis als Schmerzmittel wirksam ist. Ausserdem könne der Cannabisgebrauch auch zu einem Herzinfarkt führen und auch Angst- und Panikattacken kämen als Nebenwirkung vor.
Medizinisches Cannabis ist in den Niederlanden nicht als Arzneimittel registriert. Eine gesetzliche Beurteilung der Effektivität gegenüber der Sicherheit beim Gebrauch, wie bei anderen Arzneimitteln, ist nicht vorhanden. Auch ist nicht bekannt, welchen Einfluß Cannabis auf andere Arzneimittel hat. Hausärzte, die Cannabis an Patienten, die bei einem Spezialisten unter Behandlung sind, verschreiben sollen deswegen nach der Empfehlung des NHG Rücksprache mit dem anderen Arzt halten.
Die NHG sieht die Verschreibeibung von Cannabis allein bei Patienten in der palliativen Phase als sinnvoll an. In der letzten Lebensphase könne Cannabis nützlich sein da es die Leute in einen angemehmen, euphorischen Zustand versetze.
Von Cannabis aus einem Coffeeshop rät die Vereinigung ab, da hier die Reinheit und der Wirkstoffgehalt nicht geprüft seien. Auch seien zunehmend Vergiftungen durch frei erhältliche Cannabisöle vorgekommen. So habe es 2015 eine Meldung dieser Art gegeben, während es im ersten Halbjahr 2017 schon 34 Meldungen dieser Art gab.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead