Steenwijk: Bürgermeister ist entspannt

Über den Coffeeshop “Alien” in Steenwijk (Overijssel) haben wir hier schon des öfteren geschrieben. Es gab Zeiten, da konnte man über den Shop nur den Kopf schütteln, denn durch einem Fehltritt nach dem nächsten wurden einige temporäre Schließungen und empfindliche Geldstrafen provoziert. Mal war es das mehrfache Übertreten der genehmigten Öffnungszeiten, mal der unerlaubte Verkauf von Spacecakes, die in der lokalen Coffeeshopverordnung nicht vorgesehen sind. 2013 drohte sogar ein vollständiger Lizenzentzug, der in letzter Sekunde zu einer Geldstrafe von 10.000€ umgewandelt werden konnte. 2016 schliesslich wurde bei einer Kontrolle im Shop eine Überschreitung der zulässigen maximalen Lagermenge festgestellt. Statt der erlaubten 500g fanden sich im Shop ca. 1,5kg Cannabis. Dies hatte eine erneute Schließung von einem Monat zur Folge.

Bürgermeister Rob Bats

Daraufhin hat der damals noch stellvertretende Bürgermeister Rob Bats (VVD) der Betreiberin des Shops eine letzte Warnung ausgesprochen: Im Falle eines weiteren Regelverstoßes drohe ein vollständiger Lizenzentzug. Zudem wurden die Verhandlungen für eine Erweiterung der zulässigen Öffnungszeiten auf Eis gelegt.

Offensichtlich hat die Ermahnung von Bats, der 2017 schliesslich zum Bürgermeister der Gemeinde ernannt wurde und somit die Nachfolge der CDA-Bürgermeisterin Marja van der Tas angetreten hat, gefruchtet! Seitdem gab es keinen einzigen Regelverstoß und trotz der insgesamt 12 (!!) Kontrollen in den letzten zwei Jahren gab es nichts mehr zu beanstanden. Im Gegenteil, der Shop hat sich zu einem Musterbeispiel an guter Zusammenarbeit entwickelt.

Aus diesem Grund hat der Bürgermeister nun die Lizenz des Shops nicht nur verlängert, sondern auch die Dauer bis zur nächsten fälligen Lizenzerneuerung von bisher zwei auf ganze fünf Jahre hochgesetzt. Außerdem wird die Häufigkeit der Kontrollen in Zukunft deutlich reduziert: Innerhalb der nächsten 5 Jahre soll es nur vier Kontrollen geben. Zwei durch die Gemeinde selbst und zwei durch die Steuerbehörden.

Wollen wir doch mal schauen, ob wir in dieser Zeit wieder über den Shop berichten müssen…

mobo

"Coffeeshops sind mehr als nur eine schnöde Verkaufsstelle für Cannabis. Sie repräsentieren einen wichtigen Teil der weltweiten Cannabis-Kultur und sind ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Besucher. Daher sehe ich sie als schützenswertes Kulturgut an."
mobo aka Stefan Müller wurde 2012 mit der Schaffug von "Kein Wietpas!" erstmalig in der Szene aktiv.
Seit 2014 Headshopbetreiber mit dabbing.de