Roermond: Bald wieder I-Kriterium?

Eine große Mehrheit der Kommunalpolitiker von Roermond (Limburg) spricht sich dafür aus, das sogenannte I-Kriterium für die beiden Coffeeshops in der Innenstadt erneut einzuführen. Ausländer dürften diese dann nicht mehr betreten.
Das Einwohnerkriterium soll eine schnellere Lösung für die Belästigung der Anwohner bieten als der Umzug der Coffeeshops, der seit Jahren in Roermond diskutiert wird.
Am Ende dieses Jahres muss auf der Ratssitzung am 19. Dezember endlich eine Entscheidung getroffen werden. Bis dahin sind alle Untersuchungen – geeignete Standorte, Bedingungen, Straßenhandel, I-Kriterium – abgeschlossen.
Aber auch wenn ein neuer Standort gefunden wird und der Besitzer der Sky- und Skunk-Coffeeshops an einem Umzug mitwirken möchte, wird es sicherlich noch zwei Jahre dauern,
bis alle damit verbundenen Vorgänge abgeschlossen sind. Sollte es Einwände geben, wird es wahrscheinlich noch länger dauern.

In Roermond sind die Kunden der Coffeeshops überwiegend Deutsche. Darüber hinaus ist die Zahl der Drogentouristen stark gestiegen, seit Sittard-Geleen im Juni 2016 beschlossen hatte, Ausländer nicht mehr in seine Coffeeshops zu lassen. Venlo wendet auch das I-Kriterium offiziell an, mit Ausnahme für Deutsche, die im Umkreis von dreißig Kilometern leben. In der Praxis wird der genaue Wohnort aber nicht kontrolliert, so dass jeder in die Shops kann. Wenn Roermond auch das I-Kriterium durchsetzen wird, führt dies zu weniger Besuchern und damit zu weniger Belästigungen in unmittelbarer Nähe der Coffeshops.

Daher sieht die Kommunalpolitik – nur die Liberale Volkspartij Roermond hat sich am Montag in einer Ausschusssitzung nicht dazu geäußert – das I-Kriterium als mögliche frühere Lösung.
Eine vorübergehende Verlagerung von einem oder zwei Coffeeshops als „Interimslösung“, wie GroenLinks und Liberale Volkspartij Roermond es bereits vorgeschlagen hatten, ist unwahrscheinlich.

Die Einführung des I-Kriteriums bedeutet, dass Roermond (vorübergehend) zusätzliche Polizeikapazitäten und Boas (Buitengewoon opsporingsambtenaar) zur Unterdrückung einer Zunahme des illegalen Straßenhandels benötigt.
Dies ist eine explizite Bedingung für die politischen Parteien. Ein Sprecher der Nachbarschaft um den Sky-Coffeeshop am Venloseweg, in dem es zu erheblicher Overlast kommt, begrüßte die Einführung des I-Kriteriums als vorläufige Lösung.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead