Gerichtsurteil: Medizinischer Homegrow steuerlich absetzbar

Wer in den Niederlanden Cannabis anbauen möchte, kann dies bis zur Grenze von fünf Pflanzen tun, wenn er keine allzu großen technischen Hilfsmittel einsetzt. Jetzt ist es sogar steuerlich absetzbar. Zumindest wenn es sich um medizinisches Cannabis handelt, für das ein Rezept von einem Arzt vorliegt.

Das hat der Hoge Raad im Fall einer Patientin mit Morbus Crohn entschieden. Der Arzt der Frau hatte festgestellt, dass die in der Apotheke vorhandenen Sorten nicht optimal halfen. Eine andere Cannabisvariante tat dies jedoch. Diese baute die Frau dann zu Hause an. Vor diesem Hintergrund entschied das Gericht nun, dass die Kosten hierfür als  Gesundheitfürsorgeaufwendungen von der Steuer absetzbar sind. Dies gilt nur, wenn der Arzt dies so verordnet hat. Hätte die Frau ihr Cannabis in einem Coffeeshop gekauft, wäre es ebenfalls nicht absetzbar gewesen.

 

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead