Maastrichter Einwohner fordern Maßnahmen gegen Overlast

Die Bewohner des angrenzenden Boschstraatkwartier beklagen sich über die Overlast.
Die Bewohner des angrenzenden Boschstraatkwartier beklagen sich über die Overlast.

Die Buurtplatform BBoost (Bürger Boschstraatkwartier Osten) hat sich erneut mit der Bitte an Bürgermeister Onno Hoes gewandt, die Belästigung durch Drogenhändler im Bezirk etwas schneller anzugehen. “Auch heute, Samstag der 15. Februar 2014, hält sich wieder ein Dutzend nordafrikanischer Jugendlicher an der Hasseltkade/Mosae Forum auf und terrorisiert die Nachbarschaft und belästigt Menschen. Und was vermissen wir als Buurtplatform BBOOST? Polizei!”, schreibt BBoost Präsident Carol Berghmans in einem offenen Brief an den Bürgermeister von Maastricht.

Seit der Einführung des Wietpas am 1. Mai 2012 wimmelt es in den Straßen an der Van Hasseltkade, der Hauptstraße wo die Coffeeshopboote Mississippi und Smoky vor Anker liegen, von marokkanischen Jugendlichen, die offensichtlich versuchen Drogen zu verkaufen. An Belgier und Deutsche aber auch Holländer, die einen Joint kaufen möchten, aber nicht genau wissen, wohin sie sich wenden sollen, nun da mehrere Coffeeshops Maastricht aus Protest gegen die Politik von Hoes die Türen geschlossen haben. Die Drogenhändler sind nur zu gern bereit ihnen zu helfen.

Es hat einen großen Einfluss auf die benachbarten Wohngebiete, schreibt Carol Berghmans.
“An mehreren Orten im Boschstraatkwartier werden die Anwohner und auch Besucher unserer Nachbarschaft / Stadt jeden Tag wieder von diesen Leuten belästigt. Im Dezember 2012 haben wir im Viertel mehr als 600 Unterschriften gegen die Plage der Drogenhändler gesammelt. Diese Unterschriften zeigen deutlich, dass wir es als Wohngebiet mehr als müde sind, dass diese Personen unserere Nachbarschaft seit langer Zeit in einem schlechten Licht dastehen lassen. In mehreren Sitzungen im vergangenen Jahr zeigte sich deutlich, dass das Boschstraatkwartier leider die Nummer 1 in der Liste der Overlast Meldungen. Dies sind alles Anzeichen dafür, dass die Bewohner unserer Nachbarschaft wollen, dass nicht nur Sie sondern auch die politischen Parteien in Maastricht endlich etwas tun, um uns von diesem Ärgernis zu befreien.”

Berghmans weist darauf hin, dass er und seine Kollegen in der buurtplatform deutlich gemacht haben, dass es für Hoes Zeit wird, eine Lösung vorzulegen. Oft hat er, zusammen mit mehreren Parteien, neue Wege vorgeschlagen, aber leider wird nicht davon getan, schreibt er. “Daher der wiederholte Aufruf an Sie, aber auch an die lokalen Institutionen und die politischen Parteien, endlich eine Lösung zu finden, so dass wir, aber auch andere Stadtteile in Maastricht, von dieser Art Overlast zu befreien. Oder es muss zuerst etwas sehr Ernstes passiert sein, bevor Minister Opstelten wieder Mittel für unsere Stadt zur Verfügung stellt um uns zu helfen. Denn im letzten Jahr hat dieses zusätzliche Geld wieder etwas den Frieden in unserere Nachbarschaft (leider nur vorübergehend) zurückgebracht.”

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead