Kein Coffeeshop für Leusden

266px-Wapen_van_Leusden_001.svgDie erste Bürgerinitiative in Leusden zur Einführung eines Coffeeshops ist Geschichte.
Der Vorschlag von Nadeche van Veen (die nach eigener Aussage kein Cannabiskonsument ist), der von 75 Bewohner der Gemeinde Leusden unterstützt wird, ist vorläufig von der Ratsagenda genommen worden.
“Niemand sitzt hier und wartet darauf.”, wie der VVD Fraktionsvorsitzende die Gefühle der Mehrheit der Ratsmehrheit auf der letzten Sitzung in der aktuellen Zusammensetzung vor den bevorstehenden Wahlen beschrieb.

Nach einem Vorschlag der lokalen D66 während der Koalitionsverhandlungen, ist die Einreichung einer Bürgerinitiative für vier Jahre möglich. Ganz am Ende der laufenden Amtsperiode kam die 22-jährige Studentin mit dem Vorschlag, in Leusden einen Coffeeshop zu realisieren. Nach einer Präsentation während der sogenannten Informationsrunde zu Beginn dieses Monats, war das Thema in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung des Rates. Dies nicht als Vorschlag der Ratsmitglieder, sondern als ein Vorschlag des “Präsidiums”, also der Wortführer der Parteien in der Koalition. Der Text des Vorschlags war einfach: “Im Hinblick auf die Bürgerinitiative wird beschlossen, die Null-Toleranz Politik für die Coffeeshops zu revidieren.”

Die Fraktionen von GrünLinks, PvdA und D66 wollten dem Vorschlag noch etwas hinzufügen und brachten einen Antrag ein. Sie fragten den Bürgermeister, ob er sich an der Initiative einer Gruppe von Bürgermeistern beteiligen wolle, die sich für eine (begrenzte) Legalisierung und Regulierung von Cannabisanbau einsetzen. Die drei Parteien erhielten dafür keine Unterstützung von den anderen Fraktionen, trotz der Argumente von Frans Anten (GrünLinks), dass weiche Drogen in den Niederlanden sozial akzeptiert sind und dass die Produktion aus dem kriminellen Umfeld genommen werden sollte. “Drogenkonsum ist nicht alltäglich”, sagte Jan Gang (CU/SGP), der nicht die Absicht hat, seinen Standpunkt zu verändern. Auch die CDA war deutlich. “Nach Leusden gehört kein Coffeeshop.” war die Reaktion des Fraktionsvorsitzenden Barto Piersma.
Die Diskussion über einen Coffeeshop in Leusden ist somit durch die Ablehnung des Antrags und des Vorschlags des Präsidiums vorläufig abgeschlossen.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead