…wenns dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

Innenansicht Blue Tomato Dass die Erteilung einer Betriebserlaubnis noch nicht die ersehnte Ruhe für den Betrieb eines Unternehmens bringt, musste jetzt John Elbers im nordholländischen Hoorn erfahren. Nachdem die Gemeinde ihm die Genehmigung für die nächsten zwei Jahre erteilte, konnte er das noch als Beweis dafür sehen, dass sein Coffeeshop ‘Blue Tomato’ alle Kriterien erfüllt und keine Overlast in der Nachbarschaft erzeugt. Das sahen die Unternehmen in der Nachbarschaft allerdings nicht alle so, wie wir auch schon berichteten. Einige von den ortsansässigen Geschäftsinhabern hätten es wohl lieber gesehen, wenn die neue Erlaubnis nicht erteilt worden wäre. Aus diesem Grund zogen sie vor Gericht und konnten den Richter davon überzeugen, dass der Coffeeshop gegen den Flächennutzungsplan verstößt. Der Richter verfügte daraufhin Ende Mai, dass der Coffeeshop innerhalb von zwei Wochen den Betrieb einstellen muss. Bei Verstoß kann eine Strafe bis zu einer Million Euro fällig werden.
Die Gemeinde möchte den Shop behalten. Sie befürchtet nach der Schließung ein erhöhtes Aufkommen in den verbleibenden Coffeeshops des Ortes und setzt sich dafür ein, dass der Coffeeshop länger geöffnet bleiben kann. Die Gemeinde und der Coffeeshop haben sechs Wochen Zeit um gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Um das zu unterstützen, wurde jetzt auch eine Petition ins Leben gerufen, die bei petities.nl Unterstützer sammelt, um den Erhalt des Blue Tomato zu erreichen. Die Initiatoren fordern, den Coffeeshop die sowieso schon erteilte Genehmigung behalten zu lassen und sehen durch eine Schließung einen weiteren Pluspunkt der Stadt Hoorn verschwinden.

Steve Thunderhead

Steve Thunderhead

Ich lebe seit mehr als vierzig Jahren an der niederländischen Grenze. Die Entwicklung der niederländischen Cannabispolitik verfolge ich seit den achtziger Jahren, als ich zum ersten Mal einen Coffeeshop besucht habe. Die langsame Veränderung von einer pragmatischen und toleranten Politik zu immer repressiveren Regelungen kenne ich deswegen aus eigener Erfahrung. Ich freue mich als Autor auf Kein Wietpas! mitarbeiten zu dürfen, weil ich nach all den Jahren meinen Anteil zu einem erneuten Wandel dieser Politik beitragen will.
Steve Thunderhead